Raagmala

Das spirituelle Licht der zehn Guru Sahibs ist im Sri Guru Granth Sahib verankert, die Anweisungen und Aussagen der Gurbani sind richtungsweisend. Guru ist Bani - Bani ist Guru, gemäss dessen wird die "Gurbani als Ewig-lebender Guru" verehrt.

Sri Guru Arjan Dev hat Bhai Gurdas unter seiner persönlichen Aufsicht und Anleitung den Adi Granth verfassen lassen, in welchem die Raagmala vorhanden ist. Sie ist mit der selben Tinte, auf dem selben Papier und in der gleichen Handschrift, wie der Rest der Gurbani, niedergeschrieben worden. Diese Ausgabe ist heute in Sri Kartarpur Sahib (Doaba) zu besichtigen. Bhai Bano Ji kopierte diese Ausgabe mit Raagmala. In Takht Damdama Sahib ließ Sri Guru Gobind Singh Bhai Mani Singh den gesamten Siri Guru Granth Sahib niederschreiben. Guru Gobind Singh diktierte Bhai Mani Singh den Siri Guru Granth Sahib, in dem die Raagmala unverändert vorhanden ist. Auch in den vier Saroops, die von Shaheed Baba Deep Singh geschrieben worden sind, ist Raagmala enthalten. Diese vier Saroops wurden an die Takhts Sri Akaal Takhat Sahib, Sri Takhat Patna Sahib, Sri Takhat Hazur Sahib and Sri Takhat Anandpur Sahib gesendet.

Diejenigen, die darüber diskutieren, daß der "Poet Jodh" Raagmala in 'Madavanal Kamkandla' oder der "Poet Alam" Raagmala geschrieben hätte, liegen in der Tat nicht richtig. Der Poet Jodh verfasste 'Madavanal Kamkandla' in Sanskrit im Jahre 991 in Hijra (Muslimischer Kalender), welches dem Jahr "1640" im Bikrami Kalender entspricht. Der andere Poet, Alam war einer der 52 Poeten vom zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh. Alam lebte von 1655-1717. Die erste Ausgabe des Adi Granth, die Raagmala enthielt, wurde jedoch vom fünften Sikh Guru, Guru Arjan Dev in Zusammenarbeit mit Bhai Gurdas 1604 kompiliert. Zu behaupten, er habe die Raagmala vor der ersten Ausgabe des Adi Granth geschrieben, macht daher wenig Sinn.

Bhai Sahib Bhai Vir Singh erklärt in dem Buch Asht Guru Chamatkar sehr detailliert, warum Raagmala Gurbani ist.

Wer Giani Sahib Singh's (Dhamdan Sahib) ausführliche Abhandlungen über die Authentizität der Raagmala lesen würde, wird die Grundlage von Zweifel und Verwirrung verlieren. Es gibt ebenfalls ein kleines Buch mit dem Titel Raagmala Gurbani Hai, herausgegeben von Damdami Taksal, welches die spirituelle Bedeutung der Raagmala genau erläutert und Argumente für jegliche Kritik an der Authentizität der Raagmala bereitstellt. Sehr empfehlenswert zu dem Thema ist auch das Buch 'Anbhavi Arth' von Sant Sundar Singh Ji Bhindrawale, dass eine tiefe Analyse über die Bedeutung der Raagmala gibt.

Die Raagmala wird von der Mehrheit - ohne Zweifel - als Gurbani akzeptiert.

Diejenigen, die Raagmala ablehnen, werden von niemanden gezwungen, sie anzuerkennen, sie sollten aber gemäss den Grundlagen der Sikh Religion, denen, die sie seither lesen und dazu gehört die grosse Mehrheit, ebenso die Freiheit lassen, dies zu tun. Gemäss des Sikh Rehat Maryadas (SRM) ist es jedem Sikh freigestellt Raagmala zu lesen. Viele führende Gursikhs, wie Bhai Randir Singh (AKJ ist in 1960er Jahren entstanden, liest z.B. kein Raagmala) und Sant Giani Gurbachan Singh Ji Khalsa Bhindranwale (Damdami Taksal liest von traditionell von Anbeginn Raagmala), waren insgesamt mit dem Sikh Rehat Maryada nicht zufrieden, und verzichteten darauf, es zu unterzeichnen.

Raagmala wird im Sri Akaal Takht, dem höchsten Sitz der temporalen Sikh Autorität als auch im Sri Harmandir Sahib, dem höchsten Sitz der religiösen Sikh Autorität, gelesen.

Schlußnote: Guru Gobind Singh - der zehnte Sikh Guru und Gründungsvater von Takht Sri Damdama Sahib (Guru Ki Kanshi), diktierte Bhai Mani Singh - 9 Monate und 9 Tage, beginnend am Vollmond von Katak Samat 1762 bis 1763 Bikrami 23 Savan, den gesamten Siri Guru Granth Sahib auswendig und fügte die Banis des neunten Sikh Gurus, Guru Tegh Bahadur von Ik Oa(n)kaar bis At(h)arah Das Bees hinzu, dabei wurden die Bedeutungen und Aussagen der Gurbani erläutert und gelehrt. Baba Deep Singh und Bhai Mani Singh mit 46 weiteren Singhs wurden durch Guru Gobind Singh über die korrekte Bedeutung und Aussprache der Gurbani unterrichtet. Der zehnte Sikh Guru segnete diese 48 Singhs mit göttlichem Wissen (Brahm Gyan).

Danach ging Guru Gobind Singh nach Sri Hazoor Sahib und segnete Siri Guru Granth Sahib mit der Guruschaft (Gurgaddi), indem Er Ihn als Ewigen Guru und Führer der Sikhs auf den Thron des Gurus setzte.
Bhai Mani Singh wurde nach Amritsar gesandt, worauf er direkt nach seiner Ankunft die korrekten Bedeutungen und Aussprache der Gurbani dem Sangat von Sri Amritsar lehrte. Bhai Mani Singh war Head vom Sri Harmandir Sahib und etablierte den Taksal in Sato Wali Ghali, um dort die originalen Grundlagen und die Bedeutung der Gurbani zu lehren.
Baba Deep Singh tat dasselbe, jedoch im Takht Sri Damdama Sahib. Beide dieser Taksals wurden unter der Führung von Brahm Gyanis (gesegnete Seelen mit dem Wissen über Gott) geleitet und somit wurden die originalen Grundlagen beschützt und von Generation zu Generation weitergegeben. Diese historischen Tatsachen sind nicht nur belegbar, sondern geben unverändert Führung für den Sikh Panth, die Anweisungen und Lehren der Sikh Gurus zu befolgen und diese aufrechtzuerhalten, um das Leben der Gursikhs im Kaliyuga lebenswert zu gestalten.

Die Diskussion um Raagmala begann erst im 20. Jahrhundert. Der erste, der die Raagmala infrage stellte, war Giani Sobha Singh, später Professor Teja Singh.
Giani Sobha Singh who lived at Takhar Dyal Singh’s Dharamsala in Amritsar was one of the first Sikhs to start the debate over the authenticity of Ragmala over a 100 years ago. He even compiled a Saroop of Sri Guru Granth Sahib Jee without Ragmala in it and he took it to Sri Akaal Takht Sahib for approval. The senior Sikhs of the day decided to offer an Ardas to Guru Jee in this Ardas they said

If Bhai Sobha Singh has done right then nothing should happen but if he has done wrong then punish him accordingly.

After just a week he became ill and his mouth was full of ulcers and he was in much pain to the extent that he could not even speak. He wrote a letter begging for forgiveness and brought it to Sri Akaal Takht Sahib and he said that no-one should ever make the same mistake again.

Shaheed Bhai Mani Singh Jee has told us of the greatness of reading Ragmala in his work Gur Bilaas:

Bhog Paavhu … Ragmala is read at the end of a complete recital of Sri Guru Granth Sahib Jee by doing this all your sins are eradicated. Ragmala Parr …By reading Ragmala the recital is complete without it’s recitation it is incomplete.
(Quelle: Bhai Mani Singh - Gur Bilaas)
(Quelle: Damdami Taksal)

Die Diskussionen um Raagmala gehen einher u.a. seit der Entstehung der SGPC und Entwicklungen, wie z.B. das "Mool Mantar" bis auf Gurprasad zu rezitieren. Bis Gurprasad ist es das "Maha Mantar". In der originalen Amrit Taufe (Khande di Pahul) seit 1699, wird dem getauften Sikh das Mool Mantar bis Nanak hosee bhee sach gelehrt.
Laut der traditionellen Gurmatlehre gibt es 5 Haupt Mantar:
1. Beej Mantar - Ik Onkar
2. Maha Mantar - Ik Onkar bis Gurprasad
3. Mool Mantar - Ik Onkar bis Nanak hosee bhee sach
4. Mala Mantar - Japji Sahib
5. Gur Mantar - Waheguru
Das SGPC SRM Maryada hat die "fünf Morgengebete (Panj Bania)" für getaufte Sikhs auf "drei" zu verkürzt, ebenso das Rehras Sahib und Anand Sahib. Seit Vaisakhi 1699 sind die Panj Bania - als die 5 Morgengebete von Sri Guru Gobind Singh festgelegt worden und werden weltweit unverändert in den traditionellen Amrit Taufzeremonien gelehrt. Die führenden Taksals und Sampardais, die über 300-400 Jahre alt sind, bewahren die originalen Grundlagen der Amrit Taufe als auch die originalen Grundlagen der Gurmatlehre. Im Jahr 1985 hat die SGPC die Inkludierung der 5 Banis im Morgengebet nachkorrigiert, jedoch schriftlich im SRM nicht mehr nachdrucken lassen. Die Amrittaufe findet durch die Panj Pyare - seit 1699 nach festgesetzten Anweisungen des zehnten Sikh Gurus, Guru Gobind Singh statt. SGPC wurde ursprünglich gebildet, um die Gurudwaras wieder in die Selbstverwaltung zu bringen und Anti Sikh Aktivitäten in den Gurudwaras vorzubeugen (zuvor taten dies Mahants/Masands). Aus der SGPC wurde relativ schnell ein Politikum.

Historisch waren es zunächst die Engländer, die Gianis und Professoren wie Teja Singh bezahlten, die Raagmala u.a. infrage zu stellen. Die Engländer haben zu Beginn des 20 Jhd. eine Studie beauftragt, die feststellen sollte, woher die Gursikhs ihr Vertrauen und ihre Stärke bekommen: Einmal durch die sehr tiefe Liebe, Hingabe und Verbundenheit zum Siri Guru Granth Sahib und zum anderen von der Waheguru Naam Rezitation/Meditation (Naam Japo/Naam Simran), der Gurbani und den Banis/Gebeten.

Um diese Fundamente für die Zukunft zu schwächen, wurden Professoren wie Teja Singh Anfang des 20. Jahrhunderts bezahlt und beauftragt, die Raagmala, Sri Dasam Granth und viele weitere Punkte nicht nur intellektuell und argumentativ infrage zu stellen, sondern bis an die Wurzel zu gehen, diese zu negieren oder in Ihrem Sinn zu verdrehen, um den Sikh Glauben für die Zukunft instabiler und somit kontrollierbarer zu machen (divide and rule). Teja Singh druckte z.B. den Siri Guru Granth Sahib ohne Raagmala, er änderte das Sikh Gebet Ardas ab u.v.m. Nach den Engländern, haben dies verschiedene politisch-religiös motivierte Interessengruppen übernommen und verfolgen dies bis zum heutigen Tag weiter. Bei all diesen Berechnungen ist ein Parameter nicht berechenbar, nämlich die Allmacht und der Segen Gottes, ebenso, das ewig-existierende Licht der Sikh Gurus, die die Zukunft der Sikh Religion festlegten.

ਸਤਿਗੁਰ ਕੀ ਬਾਣੀ ਸਤਿ ਸਤਿ ਕਰਿ ਜਾਣਹੁ ਗੁਰਸਿਖਹੁ ਹਰਿ ਕਰਤਾ ਆਪਿ ਮੁਹਹੁ ਕਢਾਏ ॥
Recognise the Bani of Satguru as the Truth Oh Gurskihs – Lord the Creator has uttered it himself.
Gauree Kee Vaar Mahalla 4 Ang 304
Für mehr Informationen zum Thema "Raagmala" besuchen Sie bitte die Webseite:
www.raagmalaisgurbani.com