1919 - Das Jallianwala Bagh Massaker

Das Jallianwala Bagh Massaker ereignete sich im Jahr 1919 zu Vaisakhi. An Vaisakhi wird die Gründung des Khalsa Panth und das alljährliche Erntedankfest gefeiert. Zu diesem Zeitpunkt wurde Indien, als auch der Punjab von den Engländern kontrolliert. Am 13. April 1919 versammelten sich tausende Sikhs, Muslime und Hindus für die Festlichkeiten im Jallianwala Bagh (Garten) nahe dem Sri Harmandir Sahib in Amritsar. Eine Stunde, nachdem die Veranstaltung pünktlich um 16:30 Uhr begann, erschien General Dyer mit einer Truppe von 65 Gurkha und 25 Baluchi Soldaten im Jallianwala Bagh. Fünfzig der Soldaten waren mit 303 Lee-Enfield Gewehren bewaffnet. General Dyer hatte ebenfalls zwei gepanzerte Fahrzeuge mit Maschinengewehren vor Ort bringen lassen. Die Fahrzeuge mußten jedoch außerhalb stehen bleiben, aufgrund des schmalen Eingangs.

Der Jallianwala Bagh war von allen Seiten von Gebäuden umgeben und hatte nur einige wenige Zugänge, von denen die meisten permanent verschlossen waren. Der Haupteingang wurde von den Truppen mit den gepanzerten Fahrzeugen stark bewacht. Die Menschen, die gemeinsam Vaisakhi und die Kundgebung feiern wollten, wurden plötzlich im Jallianwala Bagh eingesperrt.

General Dyer blockierte den Hauptausgang, ohne den anwesenden Personen die Gelegenheit zu geben, die Versammlung aufzulösen. Er erklärte später, das dieses Vorhaben dazu galt, die Inder für ihre Ungehörigkeit zu bestrafen. General Dyer befahl seinen Truppen das Feuer auf den dichtesten Teil der Menge zu eröffnen. Das Schießen dauerte ungefähr zehn Minuten. Ein Waffenstillstand wurde erst befohlen, als sich der Munitionsvorrat dem Ende neigte, nachdem ungefähr 1.650 Magazine verbraucht waren.

Viele Sikhs, Hindus und Muslime, die sich im Jallianwala Bagh aufhielten, starben bei dem Ansturm auf die schmalen Tore oder indem sie in die versiegten Brunnen, die sich auf dem Gelände befanden, sprangen, um der Erschießung zu entgehen. Die Verwundeten konnten nicht von ihrem Platz weggeschafft werden, da zeitgleich eine Ausgangssperre verhängt wurde, wodurch noch mehr Menschen während der Nacht starben.

Die Zahl der Toten ist umstritten. Die offiziellen Zahlen der britischen Untersuchung des Massakers veröffentlichte 379 Tote und 1100 Verwundete. Die Art der Untersuchung hat jedoch Kritik hervorgerufen.

Da die offiziellen Zahlen bezüglich der Größe der Menschenmenge fehlerhaft waren, speziell wegen der Anzahl der abgefeuerten Magazine und der Länge der Schießerei, hat der Indian National Congress eine eigene Untersuchung eingeleitet, das erheblich von dem Ergebnis der britischen Untersuchung abwich.

Die vom Indian National Congress ermittelte Zahl der Opfer war weitaus höher. Die Regierung versuchte zunächst Informationen über das Massaker zu unterdrücken, aber die Nachrichten darüber breiteten sich in ganz Indien aus. Einzelheiten über das Massaker wurden nicht vor Dezember 1919 bekannt.

Nachdem General Dyer seinen Vorgesetzten Bericht erstattete, daß er von einer 'revolutionären Armee' angegriffen wurde, stand in dem Telegramm:

Dein Handeln ist korrekt und der Lieutenant Governor stimmt zu.

O'Dyer forderte daraufhin, daß der Kriegszustand über Amritsar und weitere Gebiete ausgerufen werden müsste. Der Vize-König Lord Chelmsford gewährte die Forderung.

Sowohl der Staatssekretär für Krieg, Winston Churchill, als auch der frühere Premier Minister, H.H. Asquith, verurteilten den Angriff öffentlich. Winston Churchill bezeichnete dieses Massaker als 'monströs.' Asquith benannte es als eine der 'schlimmsten Empörungen'.

Als das Feuer in das Zentrum gerichtet wurde, rannten die unbewaffneten Zivilisten zur Seite. Daraufhin wurde das Feuer auf die Seiten gerichtet. Viele warfen sich auf den Boden, dann wurde das Feuer auf den Boden gerichtet. Dies wurde acht bis zehn Minuten durchgeführt, bis sich die Munition dem Ende neigte.

Nach Churchill's Rede bei der Debatte im House of Commons stimmten die MP's mit 247 zu 37 Stimmen gegen General Dyer.

General Dyer wurde von Lieutenant-General Sir Havelock Hudson aufgesucht, der ihm mitteilte, daß er von seinem Kommando enthoben wird. Der Commander-in-Chief von Indien, General Sir Charles Monro teilte Dyer mit, daß er nicht wieder eingestellt wird. General Dyer verlor seinen Posten und wurde Jahre später von Bhai Udam Singh, der Augenzeuge und selbst Verwundeter des Jallianwala Bagh Massaker war, erschossen. Bhai Udam Singh wurde für den Mord an General Dyer am 31. Juli 1940 gehängt.