Nihang - ਨਿਹੰਗ

Budha Dal - Tarna Dal - Bidhi Chand Dal

Nihangs sind die Beschützer und Verteidiger des Sikh Glaubens.

Die Nihangs sind auch als Akalis bekannt. Die Terminologie Akali leitet sich von Akaal Purakh, dem unsterblichen, zeitlosen Einen Schöpfer ab. Akali bedeutet ebenfalls die Unsterblichen Diener des zeitlosen Gottes. Der Nihang ist ohne Ego - ohne Wunsch. Sie haben ihr ganzes Leben für die Aufrechterhaltung des Sikh Glaubens an vorderster militärischer Front gekämpft. Jeder, der ohne Angst lebt, wird ein Nihang genannt.

Das Wort Nihang stammt ursprünglich aus dem persischen und bedeutet Krokodil. Während der Invasion der Mogulen sagten diese über die Akalis, dass sie so furchtlos und stark wie Krokodile gekämpft hätten.

In Raag Asa werden die Nihangs wie folgt beschrieben:

Nirbhau hoeiou bheiaa nihangaa
Nihang kahaavai so purakh, dukh sukh manne na ang
Being fearless, he becomes a Nihang (a bold and daring person, the one without ego/desire).
A person who has forsaken the fear of death and is always ready to embrace martyrdom is called a Nihang.
(SGGS, Ang 392)

Nihangs sind für ihre ausgezeichnete Kampfkunst, ihre Fähigkeit im Schwert-Kampf, der militärischen Expertise und ihrer dunkelblauen Kleidung bekannt. Ihre Traditionen haben sich während der letzten 300 Jahre nur wenig geändert. Ursprünglich wurden sie vom zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh, gegründet, um die Wehrlosen und Unterdrückten zu verteidigen als auch die Sikh Gurudwaras zu bewachen. Während jener Zeit wurden große Teile der Bevölkerung durch die invasierenden Mogulen dramatisch dezimiert. Das Konzept des Sant Sipahi, dem Heiligen Krieger, wurde bereits seit dem sechsten Sikh Guru, Guru Hargobind Sahib, etabliert.

Nihangs leben ein einfaches, diszipliniertes, spirituell-religiöses auf Gott ausgerichtetes Leben in Gebeten. Dem Sikh Glauben verpflichtet, folgen die Nihangs dem Khalsa/Nihang Rehat. Sie trainieren sich in der Kampfkunst Gatka und kümmern sich um ihren Lebensunterhalt. Sie unterstützen bestmöglich ihre Gemeinschaft. Nihang Singhs sind an weltlicher Materie nicht verhaftet. Sie tragen blaue Kleidung und binden sich einen Dastar (Turban), der ca. einen Fuss hoch ist. Der Dumala ist auf die Nihang Singhs zurück zu führen. Einigen auserwählten Nihangs wird die Farla verliehen, dies ist die höchste Auszeichnung für einen Nihang - gleichbedeutend mit dem Rang eines Generals. Nihangs tragen stets Waffen bei sich, Schwerter, Kirpane, Chakar (Wurfscheibe), Khanda (spezielles doppelseitiges Schwert) etc. Nihangs sind Sant-Siphahi, Heilige Krieger. Obwohl sie als Heilige Krieger betrachtet werden, sind sie ein Symbol für den Weltfrieden. Die Nihangs benutzen in ihrer Sprache kodierte Wörter und Terminologien, die sie in den Nihang Armeen und den Misls benutzten, z.B. zu sterben (marnaa) - charhaaee karnaa, Schlaf (Neend) - Dharam Raaj di dhee etc.

Die Akalis werden aufgrund ihrer Rolle, die sie in der Militärgeschichte Indiens gespielt haben, von den Sikhs und der Bevölkerung mit grosser Zuneigung, Wertschätzung und Respekt verehrt. In Zeiten des Friedens legt sich ihr Schwerpunkt auf die Wahrung, Ausübung und Weitergabe der Sikh Lehre (Gurmat), dem Unterrichten der Sikh Schriften, Santhiya und der Ausbildung in der Reit- und Waffenkunst, Gatka.

Die Nihang Singhs verehren drei Heilige Granths:

Siri Guru Granth Sahib Im Siri Guru Granth Sahib ist der spirituelle heilige Weg, die Methode zur Vereinigung mit Akaal Purakh/Waheguru beschrieben. Das Heilige Wort Gottes/Gurus Gurbani wird im Siri Guru Granth Sahib offenbart. Der Ewige Shabad Guru verkörpert Shant & Prem Ras, die Essenz von Frieden und Liebe. Er symbolisiert das ewige Licht Gottes/Gurus der höchsten, ewigen Wahrhaftigkeit - Jaagdi Jot. Der Siri Guru Granth Sahib ist die zeitlose Verkörperung der allumfassenden, transzendentalen, ewig-gültigen göttlichen Wahrheit. Der Spirit der zehn Sikh Gurus ist im Ewigen Shabad Guru manifest.
Sri Dasam Granth Im Sri Dasam Granth wird der Krieger Geist - Bir Ras von Rechtschaffenheit, Wahrhaftigkeit, Mut und Stärke geboren und beschrieben. Die Hymnen und Banis im Sri Dasam Granth erwecken und inspirieren die Qualitäten des Sipahi.
Sri Sarbloh Granth Im Sri Sarbloh Granth wird der Krieger Geist - Bir Ras weiter gestärkt. Die Geschichte im Sri Sarbloh Granth erzählt den Kampf der Kräfte zwischen Gut gegen Böse. Diese Analogie beschreibt das spirituelle Konzept von Bibek, dem Unterscheidungsvermögen und göttlicher Weisheit und Abibek, der spirituellen Ignoranz und den daraus folgenden negativen Verhalten und Handlungen.

Die korrekte Weitergabe der Gurmat Lehre, das Bewahren der Sikh Historie (Itihaas), das Trainieren der Sikh-Kampfkunst Gatka, Gurmat Parchar, Kirtan, Seva, sowie die Teilnahme an religiös-kulturellen Veranstaltungen und Festivals, wie Vaisakhi, Holla Mohalla umfassen die Aufgaben der Nihang Singhs im 21. Jahrhundert.

Nihangs sind Teil-Nomaden. Sie sind in Gruppen organisiert und leben entweder in Lagern, auch bekannt als cantonments, die sie in der Regel alle drei Tage wechseln. Sowohl Männer als auch Frauen trainieren sich in der Reiterei, im Schwert-Kampf und in den Disziplinen des Gatka.

Guru Gobind Singh sagte:

ਜਨੁਕ ਲਹਿਰ ਦਰਯਾਵ ਤੇ ਨਿਕਸਿਯੋ ਬਡੋ ਨਿਹੰਗ । ਧਰਮ ਕੇ ਸੁ ਧੋਲ ਧਾਮ, ਧਰਿਤਾ ਕੇ ਧਰਾਧਰ, ਧਾਰਾ ਧਰ ਮੌਦ ਸ਼ੌ ਵਿਨੋਦ ਬਰਤਸ ਹੈ । (ਚਰਿਤ੍ਰ 297)
Die Nihangs werden grossherzig sein und sich strikt an das Dharma halten. Wenn das Schwert geschwungen wird, sprühen die Funken wie bei einem Feuerwerk. Mit dieser Art auf dem Schlachtfeld zu kämpfen, scheint es, als würde ein Krokodil aus dem Wasser springen.

Die Nihang Singhs waren das Ebenbild von makellosem Charakter:

ਬੂਹਾ ਖੋਲ੍ਹ ਦੇ ਨਿਸੰਗ, ਆਏ ਨੀ ਨਿਹੰਗ ॥
Öffne die Tür, habe keine Angst, ein Nihang ist zu deinem Haus gekommen.

Bhai Kahn Singh beschreibt den wahren Charakter eines Akali, der sein Ganzes Sein Akaal Purakh Waheguru, dem Einen unsterblichen Schöpfergott widmet, wie folgt (Auszug aus dem Guru Shabad Ratnakar Mahan Kosh) :

ਵਾਹਗੁਰੂ ਜੀ ਕਾ ਖ਼ਾਲਸਾ. ਕਮਲ ਜਯੋਂ ਮਾਯਾ ਜਲ ਵਿੱਚ ਹੈ ਅਲੇਪ ਸਦਾ ਸਭ ਦਾ ਸਨੇਜੀ ਚਾਲ ਸਭ ਤੋਂ ਨਿਰਾਲੀ ਹੈਂ, ਕਰਕੇ ਕਮਾਈ ਖਾਵੇ ਮੰਗਣਾ ਹਰਾਮ ਜਾਣੇ ਭਾਣੇ ਵਿੱਚ ਵਿਪਦਾ ਨੂੰ ਮੰਨੇ ਖੁਸ਼ਹਾਲੀ ਹੈਂ, ਸ੍ਵਾਰਥ ਤੋਂ ਬਿਨਾ ਗੁਰੁਦ੍ਵਾਰਿਆਂ ਦਾ ਚੌਕੀਦਾਰ ਧਰਮ ਦੇ ਜੰਗ ਲਈ ਚੜ੍ਹੇ ਮੁਖ ਲਾਲੀ ਹੈਂ, ਫੂਜੇ ਨਾ ਅਕਾਲ ਬਿਨਾ ਹੋਰ ਕਈ ਦੇਵੀ ਦੇਵ ਸਿੱਖ ਦਸ਼ਮੇਸ਼ ਦਾ ਸੋ ਕਹੀਏ ‘ਅਕਾਲੀ’ ਹੈਂ.
The Khalsa belongs to Vaheguru. He who loves all and whose ways are distinct from all, He who eats only that which he earns and considers begging a sin, He who in difficult times has faith in the True Guru and remains happy, He who guards the Sikh temples without a desire for material gain, He who is always eager to fight a just and righteous war, He who worships only the Timeless one and not gods or goddesses, Know such a Sikh of the Tenth Guru as an Akali.

Neben dem Befolgen des Khalsa Rehat, dem Verhaltenskodex für getaufte Sikhs, haben die Nihang Singhs ein zusätzliches Rehat sowie einen strikten Battle Code. Ein Nihang soll die folgenden zehn Guna (Tugenden) befolgen und diese in sich vereinigen:

Mitgefühl, Nächstenliebe, Vergebung, Sauberkeit, Kontrolle des Geistes, Reinheit in Gedanken, Verehrung der Wahrheit, eine geistig-spirituell vollendete Person werden, ein rechtschaffener Krieger und ein treuer Anhänger sein, der nur an den Einen universellen Schöpfergott (Ik Oankar) glaubt, diesem folgt und dient.

Budha Dal & Tarna Dal

Im Jahr 1733 versuchte Zakariya Khan Bahadur Frieden mit den Sikhs zu verhandeln, er bot ihnen einen Jagir mit dem Titel Nawab und den ungehinderten Zugang zum Sri Harmandir Sahib an. Daraufhin wurde eine Sarbat Khalsa, eine Versammlung des gesamten Khalsa Panth mit direkter demokratischer Abstimmung, einberufen. Nach den Gesprächen wurde Kapur Singh zum Führer der Sikhs gewählt und von den Panj Pyareals Panthic Führer, akzeptiert. Er nahm den Titel des Nawab an. Nawab Kapur Singh legte die verschiedenen Sikh Milizen in zwei Gruppen zusammen, in den Tarna Dal und in den Budha Dal. Beide wurden als die Dal Khalsa bekannt. Sikh Soldaten über 40 Jahre wurden Teil des Budha Dals (budha: älter), die Sikh Soldaten unter 40 Jahren, wurden Teil des Tarna Dal (tarna: jugendlich).

Zur Person Nawab Kapur Singh:
1733 Übernahme der Führerschaft, akzeptiert von den Panj Pyare als Panthic Führer.
Nawab Kapur Singh organisiert den Budha und Tarna Dal, gründet die Misls (Sikh Regimente).
1746 folgt der Chota Ghallughara, einer der Völkermorde an den Sikhs.
1748 übergibt Nawab Kapur Singh die Führung an Jassa Singh Ahluwalia ab.

Der Tarna Dal wurde weiter in fünf Jathas in fünf Gruppen unterteilt. Diese Jathas bestanden aus 1300 bis 2000 starken Sikh Kämpfern. Jede dieser Jatha bekam die berühmte Nagara-Trommel und wurde mit der Sikh Fahne ausgestattet.

Die erste Gruppe wurde von Baba Deep Singh angeführt. Nach seinem Märtyrium nannte sich die Jatha Shahidanwala Jatha. Es war die Gruppe der Märtyrer. Die zweite Jatha wurde von Bhai Karam Singh und Bhai Dharam Singh von Amritsar kommandiert, sie war als Amritsarian da Jatha bekannt. Die dritte Gruppe wurde von Bhai Binod Singh und seinem Sohn Baba Kahn Singh als Sahibzadian da Jatha geleitet. Sie war bekannt als die Sahibzada's oder Guru Ansi Jatha. Die vierte Gruppe stand unter dem Kommando von Bhai Dasaundha von Kot Buddha. Die fünfte Gruppe wurde von Bhai Bir Singh Ranghreta geleitet.

Die Gebiete der jeweiligen Dals (Sikh Armeen) waren Hari ke Pattan, wo sich der Sutlej und Beas Fluß treffen. Der Tarna Dal kontrollierte das Gebiet östlich des Hari ke Pattan, wohingegen der Budha Dal das Gebiet westlich davon bewachte.

Der Zweck des Budha Dal, der Veteranen Gruppe, war es, die Sikh Gurudwaras zu beschützen und den Tarna Dal auszubilden, damit der Tarna Dal als Kampfeinsatztruppe agieren konnte. 1735 wurde jedoch das Übereinkommen zwischen Zakariya Khan und Nawab Kapur Singh gebrochen und die Dal Khalsa zog sich in die Sivalik Berge zurück, um sich neu zu formieren. Später wurde das Kommando der Dal Khalsa von Jassa Singh Ahluwalia übernommen. Jassa Singh Ahluwalia war ein sehr fähiger und mächtiger Administrator. Er war es, der sogar das indische Red Fort unter die Flagge der Khalsa einnahm. Jassa Singh Ahluwalia festigte das Fundament der Khalsa für zukünftige Generationen.

Bhai Ratan Singh Bhangu beschreibt Baba Jassa Singh Ahluwalia im Pracheen Panth Parkash:

ਦੋਹਿਰਾ ਜੱਸਾ ਸਿੰਘ ਕੋ ਪਾਲਕੋ ਗੁਰਮੁਖ ਸਿੰਘ ਜਿਹ ਨਾਮ। ਤਿਨ ਸਿੰਘ ਜੋ ਆਖਿਓ , ਅਬ ਈਹਾਂ ਖੜਨ ਨਹਿ ਕਾਮ। ਚੌਪਈ ਈਹਾਂ ਖੜੇ ਹਮ ਬਚਤੇ ਨਾਹੀਂ। ਤੁਮ ਹਮਰੀ ਇਮ ਜਾਨ ਗਵਾਹੀ। ਤੌ ਸਿੰਘ ਜੀ ਫਿਰ ਇਮ ਫੁਰਮਾਵੇੰ। ਹਮਰੋ ਘੋੜੋ ਅਗੈ ਨਾ ਧਾਵੈ। ਤਬ ਗੁਰਮੁਖ ਸਿੰਘ ਚਾਬਕ ਉਠਾਯਾ। ਚਾਹਤ ਘੋੜੇ ਤਨ ਕੋ ਲਾਯਾ। ਤਬ ਸਿੰਘ ਜੀ ਨਿਜ ਦੇਖ ਹਟਾਯੋ। ਚਹੈਂ ਹਮਕੋ ਤੂੰ ਚਟਕ ਲਗਾਯੋ। ਪੰਥ ਸੁਣੈ ਹਮ ਕੋ ਕਰੈ ਠੱਠਾ। ਘੋੜ ਕੁਟਾਏ ਜੱਸਾ ਸਿੰਘ ਨੱਠਾ। ਕ੍ਯਾ ਮੁਖ ਲੈ ਮੈਂ ਬਹੋਂ ਦੀਵਾਨ। ਕਰੈਂ ਮਸਕਰੀ ਹਮ ਕੋ ਆਨ। ਮੈਂ ਖਾਲਸੈ ਪਾਤਿਸ਼ਾਹੁ ਕਹਾਯੋ। ਤੁਮ ਚਾਹਤ ਹਮ ਗੀਦੀ ਬਨਾਯੋ। ਇਸ ਜੀਵਨ ਤੇ ਮਰਨੋ ਬੇਸ਼। ਰਹੈ ਜਸ ਇਸ ਜੱਗ ਮੈਂ ਲੇਸ਼। ਜੱਸਾ ਸਿੰਘ ਖਾਏ ਬਾਈ ਘਾਇ। ਤੌ ਭੀ ਸਿੰਘ ਜੀ ਲੜਤੋ ਜਾਇ। ਪ੍ਰਾਚੀਨ ਪੰਥ ਪ੍ਰਕਾਸ਼ - ਭਾਈ ਰਤਨ ਸਿੰਘ ਭੰਗੂ

Überblick über die Person Jassa Singh Ahluwalia, der auch als Guru ka Kaal - Sultan e Kaum (König der Nation) bezeichnet wurde:

1748 übernimmt Jassa Singh Ahluwalia die Führung der Sikhs, akzeptiert von den Panj Pyare als Panthic Führer. Er war der fünfte Jathedar von Sri Akaal Takht. Jassa Singh Ahluwalia organisierte insgesamt 60 Misls (Sikh Regimente). Der Sikh Panth überlebt Mir Mannu. Es folgt der Wadda Ghallughara im Jahr 1762, indem über 35.000 Sikhs getötet werden, bei einer damaligen Population von nur ca. 80.000. 1783 verlässt Jassa Singh Ahluwalia seinen Körper. Akali Phula Singh wird Nachfolger von Jassa Singh Ahluwalia und der sechste Jathedar von Sri Akaal Takht. Die persischen Mogulen stoppten ihre Angriffe auf Indien. Maharaja Ranjit Singh hat durch eigene Anstrengungen die Führerschaft im Punjab erfolgreich übernehmen können. Unter seiner Herrschaft wurde das Sikh Raj stark und hatte viele erfolgreiche Jahre. Maharaja Ranjit Singh ist für die Vergoldung am Sri Harmandir Sahib verantwortlich. Durch unkluge Synergien und ohne die Panj Pyare (Guru Khalsa System) zu konsultieren, kam es zum Untergang des Sikh Königreichs im Jahr 1849. Die Engländer übernehmen die Herrschaft über Indien.

Tarna Dal heute:

Der Tarna Dal wird heute von Jathedar Nihang Baba Nihal Singh Ji geleitet. Baba Nihal Singh wurde 1942 in Silkari im Distrikt Hoshiapur geboren. 1964 ging die Sikh Sangat (Gemeinde der Sikhs) von Paonta Sahib zum damaligen Jathedar von Tarna Dal, um die Anti Sikh Situation in ihrem Gurudwara zu besprechen. Der Gurudwara wurde von sogenannten Masands geleitet. Das Masandsystem wurde ursprünglich als ein repräsentatives Organ der Sikh Gurus gegründet. Die Masands waren dafür verantwortlich Gaben, Geschenke und Geld von den Gläubigen anzunehmen und diese für das Allgemeinwohl der Sikh Gemeinde und für die Aufrechterhaltung der Gurudwaras einzusetzen. Sie bekamen zudem die Aufgabe, die Sikh Lehre (Gurmat), das Wort des Gurus in ihrem Verwaltungsbereich zu verbreiten. Prithi Chand war der älteste Sohn von Guru Ram Das, dem vierten Sikh Guru. Ihm oblag die Aufsicht über das Masandsystem. Er und seine Verbündeten begannen zunehmend das Masandsystem zu missbrauchen. Prithi Chand wurde daraufhin von der Gurufamilie ausgeschlossen, aufgrund seiner lebenslangen Eifersucht, Missgunst und Unehrlichkeit gegenüber Guru Arjan Dev und dem Guru Haus. Prithi Chand versuchte den Sohn von Guru Arjan Dev, Guru Hargobind Sahib zu vergiften. Das Masandsystem wurde später durch den zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh und dem Guru Khalsa Panth, aufgelöst. Danach konstellierten sich aber immer wieder Personengruppen, die sich selbst als Verwalter ernannten und die Sikh Sangat finanziell ausnutzten. In vielen Fällen wurde die Gurmat Lehre des Sikh Glaubens nicht befolgt oder bewusst verletzt. Anweisungen der Sikh Gurus und das Rehat Maryada, wurden ignoriert. Guru Gobind Singh warnte Seine Sikhs immer wieder vor den Masands, die nicht mehr dem Gurmat Weg von Satguru Nanak Dev folgten. Die Sikhs des Gurus sollten sich nicht mit diesen Personen befreunden noch mit ihnen verkehren. In der Hymne 33 Savaiye aus dem Sri Dasam Granth beschreibt Guru Gobind Singh dies ausführlich und gibt eindeutige Anweisungen an Seine Gursikhs.

Der Jathedar vom Tarna Dal ging der Bitte der Sikh Sangat nach und reiste mit insgesamt 13 Gursikhs zu dem Gurudwara, wo die Anti Sikh Aktivitäten stattfanden. Er bat die Verantwortlichen einen Akhand Path durchführen zu lassen. Der Akhand Path ist eine 48-stündige Dauerlesung des Siri Guru Granth Sahib. Die Masands gaben den 13 Gursikhs keine konkrete Antwort, sodass der Jathedar den Akhand Path am nächsten Morgen begann. Am zweiten Tag kamen die Masands mit der Polizei zurück. Der Jathedar des Tarna Dals, der sich zu dem Zeitpunkt draussen befand, wurde festgenommen, die anderen Gursikhs, die den Akhand Path durchführten, wurden im Gurudwara erschossen - 11 verstarben, 2 überlebten.

Baba Nihal Singh wurde mit drei Schüssen getroffen. Er brach zusammen. Ein elfjähriger Gursikh Junge, der mit anwesend war, überlebte ebenfalls. Er sah, dass alle Singhs getötet wurden, aber das Nihal Singh noch atmete. Der Junge lief los, um die Sikhs im Dorf darüber zu informieren. Daraufhin wurde Baba Nihal Singh medizinisch versorgt und überlebte. Viele Gurudwaras ehrten ihn als Jinda Shaheed, den lebenden Märtyrer. Jedes Jahr wird an diesem historischen Ort in Erinnerung an das Geschehen ein Akhand Path durchgeführt. Der Tarna Dal ist heute ein wichtiger bildungsorientierter Nihang Dal Panth, der im Dienste des gesamten Sikh Panths steht. Der Schwerpunkt ist das Sikhi/Gurmat Parchar, das Lehren der korrekten Gurmat Lehre, Gurbani und Sikh Itihaas (Sikh Geschichte). Das strikte Einhalten des Khalsa Rehat, das Erlernen von Gatka, die Amrit Taufe, Seva und die Heiligkeit und den Respekt des Siri Guru Granth Sahib, des Sri Dasam Granth Sahib und die der Sikh Schriften zu bewahren, zählt zu den Aufgaben des Tarna Dals. Der Tarna Dal ist selbstverwaltend.

Budha Dal heute:
13. Jathedar Baba Santa Singh

Der Budha Dal nimmt eine ausserordentlich wichtige historische Stellung in der Geschichte der Sikhs ein und wird heute von Jathedar Balbir Singh geleitet. Jathedar Baba Santa Singh ernannte Baba Surjit Singh als seinen offiziellen Nachfolger, zum 14. Jathedar des Budha Dals. Baba Surjit Singh diente und kümmerte sich mehr als 35 Jahre um den Budha Dal. Er wurde wegen eines sogenannten "Fake Encounter" von der damaligen Punjab Regierung ins Gefängnis eingesperrt und gefoltert. Die damalige Regierung und die SGPC einigten sich auf Balbir Singh. Damit wurde die hundertjahrelange Selbstverwaltung des Budha Dals aufgelöst. Der Budha Dal wurde der erste Dal, der unter politische Führung kam (Shiromani Akali Dal - Badal). Daraufhin kam es zu einem großen Protest der Nihang Singhs mit Unterstützung aus England. Dies führte schließlich zur Freilassung von Baba Surjit Singh. Balbir Singh ging daraufhin zu Jathedar Surjit Singh und forderte die Leitung des Budha Dals ein. Baba Surjit Singh antwortete:

How can I be a traitor and overturn the order of my mentor Baba Santa Singh Ji?

Der ursprüngliche Jathedar Akali Nihang Baba Surjit Singh Ji (1945-2014) wurde erneut von politischen Führern im Punjab mit 22 weiteren Nihang Singhs zu 5 und 9 Jahren aufgrund eines "Fake Encounter" inhaftiert. Dies führte zu dem gewünschten Kandidaten Balbir Singh, der dann als Jathedar des Budha Dals offiziell eingesetzt wurde.

14. Jathedar Baba Surjeet Singh
While in the Patiala Jail in Punjab, Jathedar Baba Surjit Singh Ji led a life of example and changed the lives of many inmates of the Patiala Jail. He inspired many of them to lead a life of devotion, as commanded by the Supreme Gurus of the Sikhs. Baba Surjit Singh Ji initiated many inmates into the Khalsa Panth. He inspired many of them to shun their old ways of crime and to correct their wrong doings. Even the Jail authority and the officials of the jail noticed a change in their prison after Jathedar Baba Surjit Singh Ji had been brought there as an inmate. Several Prison authority’s would seek his guidance and respected him. From the prisoners, the policemen inside the jail, to the jail warden, all would seek his holy company. Despite being in jail, Jathedar Akali Baba Surjit Singh Ji continued with his daily routine and prayers and continued living in a state known as Chardikala (A state of high optimism and positivity). Baba Surjit Singh organized 40+ Akhand Paths of Adi Guru Granth Sahib, Sri Dasam Granth Sahib and Sarbloh Granth Sahib while in jail in just five years.
www.babasurjeetsingh.com

Jathedar Akali Baba Surjit Singh erkrankte und verstarb im September 2014 im Patiala Gefängnis.

Jathedar Balbir Singh

Jathedar Balbir Singh, der eingesetzte Jathedar des Budha Dals, fiel zunächst durch Anti-Nihang Aktivitäten auf. Daraufhin wurde er vom Dal Panth exkommuniziert. Als er sich mehrfach für sein Verhalten entschuldigte, kam er zurück in den Nihang Dal Panth. Heute unterhält der Nihang Panth die Budha Dal Public Schulen in Patiala, engagiert sich in Seva, Charity, Unterricht, Gatka und nimmt an religiös-kulturellen Veranstaltungen teil. Jathedar Balbir Singh führt seither den Budha Dal Panth ohne Zwischenfälle. Der Budha Dal ist nicht mehr selbstverwaltend.

Bidhi Chand Dal - Nihang Panth

Die Sampardaye Baba Bidhi Chand Dal Panth ist über 400 Jahre alt.

Die Existenz dieses Nihang Panths ist von herausragender Bedeutung in der Sikh Geschichte, da dieser Dal Panth ausschliesslich die Führerschaft innerhalb der Familie vererbt. Von Baba Bidhi Chand Ji bis zum heutigen Jathedar, Mahapurakh Sant Baba Avtar Singh Sur Singh Wale, haben alle Generationen ihren Dienst für die Sikh Gurus und den gesamten Sikh Panth über 400 Jahre ausgeübt. Der sechste Sikh Guru, Guru Hargobind Sahib, segnete Bidhi Chand, dass alle seine nachfolgenden Generationen Brahm Gyanis sein werden. Gelehrte, die das Wissen und die Erfahrung über Gott und Seine Schöpfung im Bewusstsein manifestiert haben.

Die Sammlung historischer Waffen von Guru Hargobind Sahib, von Baba Bidhi Chand, historische Dokumente, seltene Manuskripte, Tagebücher, Hukamname, Bücher, Gemälde sind Zeitzeugen eines historischen Kulturerbes der Glaubensgeschichte der Sikhs. Der Bidhi Chand Dal Panth ist heute ein wichtiger bildungsorientierter Nihang Panth, der im Dienste der Legislatur der Sikh Gurus und dem Sikh Panth steht. Der Schwerpunkt ist das Sikhi/Gurmat Parchar, die korrekte Gurmat Lehre, das Studium der Sikh Schriften und Itihaas (Sikh Geschichte) zu lehren und diese weiterzugeben. Das strikte Einhalten des Khalsa/Nihang Rehat, das Erlernen von Gatka, Kirtan, die Amrit Taufe, Seva, die Verwaltung der Gurudwaras, die dem Dal Panth unterstehen, als auch die Ländereien zu bewirtschaften und an kulturellen und religiösen Veranstaltungen teilzunehmen, sind die Aufgaben der Nihang Sampardaye Baba Bidhi Chand. Der Nihang Panth hat die Verantwortung, die Heiligkeit und den Respekt des Siri Guru Granth Sahib, Sri Dasam Granth Sahib und die der Sikh Schriften zu bewahren. Der Nihang Panth Baba Bidhi Chand Ji ist selbstverwaltend.

Baba Bidhi Chand Ji Katha (Punjabi)
Giani Nihang Baba Banta Singh Ji - Gurudwara Sri Bangla Sahib

Baba Bidhi Chand war ein ebenso großartiger Krieger als Prediger in der Zeit von Guru Hargobind Sahib, dem sechsten Sikh Guru. Er kam aus dem Dorf Chhina nahe Sursingh, 34 Kilometer südlich von Amritsar. In seiner Jugend fiel er in schlechte Gesellschaft und wurde zu einem Räuber. Ein gläubiger Gursikh, Bhai Ardali, aus dem Dorf Chola, führte Bidhi Chand zu Guru Arjan Dev, den fünften Sikh Guru. Der Anblick von Guru Arjan Dev transformierte Baba Bidhi Chand augenblicklich. Er schämte sich für seine Taten und bat um Verzeihung. Baba Bidhi Chand erfuhr in diesem Moment, was die Sikh Lehre des Gurus auf spiritueller als auch auf weltlicher Ebene in ihrer Tiefe bedeutete.

Der fünfte Sikh Guru, Guru Arjan Dev, liebte Baba Bidhi Chand für seine Hingabe so sehr, daß Er ihn als einen der fünf Singhs ernannte, die der Guru auswählte, um Ihn 1605 nach Lahore zu begleiten. Baba Bidhi Chand war Zeuge, wie Guru Arjan Dev gefoltert wurde und wie ruhig Er alles bis zum Ende ertrug. Bevor Guru Arjan Dev diese Welt verließ, gab er die Anweisung, dass Sein Sohn, Guru Hargobind, eine Verteidigungsarmee aufbauen soll, um die Menschen vor Unterdrückung und Zwangskonvertierung zu beschützen. Guru Hargobind Sahib hatte die Aufgabe, Rechtschaffenheit, menschliche Würde und die Glaubensfreiheit aller wiederherzustellen. Nachdem der fünfte Sikh Guru die Welt verließ, kümmerte sich Baba Bidhi Chand um alle Angelegenheiten in der Guru Familie.

The life of Baba Bidhi Chand Ji Katha (englisch)
Bhai Kuljit Singh

Baba Bidhi Chand verfolgte die Entstehung des historischen Systems von Miri und Piri, das von Guru Hargobind Sahib etabliert wurde. Guru Hargobind Sahib trug fortan zwei Schwerter. Das erste Schwert symbolisiert Miri, die politisch-weltliche Führung. Das zweite Schwert Piri, steht für die spirituelle Kraft und Führung. Guru Hargobind Sahib verkündete, daß diese beiden Domänen sich einander nicht ausschließen, sondern interkonnektiv, unterstützend und essentiell für die integrative Entwicklung zum Schutz der Menschen für die Zukunft notwendig sei. Baba Bidhi Chand wurde als Ausbilder militärischer Übungen beauftragt, die Guru Hargobind Sahib organisierte, um Seinen Sikhs Techniken in der Militär und Kampfkunst zu vermitteln. Guru Hargobind Sahib ernannte Baba Bidhi Chand als General und Befehlshaber. Als General und Sant-Sipahi war Baba Bidhi Chand in den Schlachten, die Guru Hargobind gegen die Mogulherrscher kämpfte, unschlagbar und siegreich. Die Schwerter von Guru Hargobind Sahib und Baba Bidhi Chand aus diesen Schlachten sind bis heute noch zu besichtigen. Sie werden zum Tegh Darshan eingesetzt.

Als Guru Tegh Bahadur, der jüngste Sohn von Guru Hargobind, heranwuchs, wurde er für die militärische Ausbildung in die Obhut von Baba Bidhi Chand gegeben. Baba Bidhi Chand lehrte Guru Tegh Bahadur den Schwertkampf. Bidhi Chand erhielt von Guru Hargobind Sahib große Auszeichnungen für seine Entschlossenheit, für seinen Mut und Hingabe, als auch für seine exzellenten Führungsqualitäten. Baba Bidhi Chand war ebenfalls ein ausgezeichneter Sikh Gelehrter und Prediger des Sikh Glaubens.

Guru Hargobind Sahib schickte ihn von Kiratpur zu den östlichen Provinzen, um die Menschen über den Sikh-Glauben Guru Nanak Dev´s zu unterrichten. Guru Hargobind Sahib lobte die Dienste von Baba Bidhi Chand und bezeichnete ihn als einen seltenen Juwelen. Baba Bidhi Chand erhielt alle Segnungen von Guru Hargobind Sahib. Als Baba Bidhi Chand die Füße seines Meisters berührte, umarmte ihn Guru Hargobind Sahib inniglich und lobte ihn vor der versammelten Sikh Gemeinde. Der Guru brachte Seine ganze Liebe und Stolz gegenüber Baba Bidhi Chand Ji zum Ausdruck:

ਬਧੀ ਚੰਦ ਛੀਨਾ ਗੁਰੂ ਕਾ ਸੀਨਾ।
Bidhi Chand Chhina, Guru Ka Seena
Bidhi Chand Chhina makes Guru’s chest swell with pride. You are forever my heart beat.

Als seine Zeit kam, um diese Erde zu verlassen, ging Baba Bidhi Chand nach Deonagar. Dort traf er seinen muslimischen Freund, Pir Sunder Shah. Bei ihrer ersten Begegnung wünschte sich Sunder Shah, wenn seine Zeit gekommen ist, diese Welt zu verlassen, dies gemeinsam mit Baba Bidhi Chand zu tun. So saßen beide in tiefer Meditation zusammen und verliessen ihre Körper am 14. August 1640. Sunder Shah's muslimische Anhänger beerdigten ihren Meister nach muslimischen Riten. Baba Bidhi Chand wurde in Übereinstimmung mit den Sikh Bräuchen verbrannt. Ihm zu Ehren wurde an dem Ort ein Schrein errichtet. Einige Zeit später brachte Bhai Lal Chand, der Sohn von Baba Bidhi Chand, ein bisschen Erde aus Deonagar nach Sursingh mit, um dort ein Denkmal für Baba Bidhi Chand zu errichten.

Das erste mal seit über 400 Jahren besuchte der 12. Jathedar vom Baba Bidhi Chand Dal Panth Grossbritannien. Bei seinem Besuch im Vereinigten Königreich wurde Mahapurakh Sant Baba Avtar Singh Sursingh Wale vom englischen Militär eingeladen.

Sant Baba Avtar Singh besuchte viele Gurudwaras und Sikh Familien in England, wo er Gurmat Parchar gab und die Wichtigkeit der Amrit Taufe (Khande di Pahul) hervorhob. Er zeigte die historischen Schwerter von Guru Hargobind Sahib sowie von Baba Bidhi Chand Ji als Tegh Darshan. Die drei Wochen seines Besuchs wurden live vom Sikhchannel UK begleitet.

Baba Bidhi Chand Dal Panth Führer in chronologischer Reihenfolge:
Die Schwerter von Sri Guru Hargobind
und Baba Bidhi Chand Ji (Sikh2Inspire, UK)

Anmerkung:*
Auf Sikhiwiki.org wird ein Artikel über Baba Bidhi Chand veröffentlicht, der Baba Lal Chand als den "Neffen" von Baba Bidhi Chand erklärt. Der 12. Jathedar Mahapurakh Baba Avtar Singh, der Nihang Sampardaye Baba Bidhi Chand, hat ausdrücklich bestätigt, dass Baba Lal Chand, der Sohn von Baba Bidhi Chand war. Die Führerschaft dieser Nihang Sampardaye wird seit Baba Bidhi Chand Ji innerhalb der Familie vererbt. Die Führer von der Nihang Panth Sampardaye Bidhi Chand kennen ihren eigenen familiären Stammbaum sehr genau.

Please note*: On Sikhiwiki.org there is an article published about Baba Bidhi Chand, where Baba Lal Chand is mentioned and declared as his "nephew". The 12th Jathedar Mahapurakh Baba Avtar Singh of the Nihang Sampardaye Baba Bidhi Chand Dal Panth has clearly confirmed that Baba Lal Chand was the Son of Baba Bidhi Chand Ji. The leaders of the Nihang Panth Sampardaye Baba Bidhi Chand know their own family tree better than anyone else.