SIKH Glossar - Enzyklopädie

SIKH Glossar - Enzyklopädie

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
A

Aad:

von Beginn der Zeit an.

Adi Guru Granth:

Auch als Adi Granth und Pothi Sahib bekannt, war die erste kompilierte Schriftensammlung der offenbarten Heiligen Hymnen der Sikh Gurus. Der fünfte Sikh Guru, Guru Arjan Dev, stellte den Adi Guru Granth zusammen. Bhai Gurdas diente Guru Arjan Dev als Schreiber. Der fünfte Sikh Guru inkludierte zu den Hymnen der Sikh Gurus seine eigenen 2218 Hymnen als auch die Verse von den Heiligen Bhagats und Bhatts (Sufis, Hindus und Muslime). Diese Heiligen waren im Einklang mit der Lehre der Sikh Gurus, des Einen universellen Schöpfergottes. Die Verse der Bhagats und Bhatts gehören zu den sogenannten Sachi Banis (siehe Sachi Bani). Sie basieren auf direkter Bewußtseins- und Gotteserfahrung. Sie haben die Einheit mit der höchsten All-Seele des Schöpfers realisiert. Wenn die Individual Seele eins mit dem Schöpfer wird, lösen sich die Konzepte von Dogmen, und Religion vollständig auf. Daher ist der Adi Guru Granth Sahib der manifeste Ausdruck der ewigen universellen Wahrhaftigkeit, dem Wort Gottes/Gurus (Gurbani), dass Unterschiede transzendiert und auf die Ewige, alles zugrundeliegende Einheit hinweist. Der Adi Guru Granth symbolisiert und stärkt zugleich die universelle Brüderlichkeit unter den Menschen. Der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh, fügte dem Adi Guru Granth die Hymnen des neunten Sikh Gurus, Guru Tegh Bahadur, hinzu und vervollständigte damit den Adi Guru Granth. 1708 wurde Er zum "Ewig-lebenden Guru der Sikhs" von Guru Gobind Singh ernannt. Seither wird der Titel "Guru Granth Sahib" verwendet mit dem Zusatz von Siri (Sri), um die Heiligkeit und Respekt hervorzuheben. Der "Siri Guru Granth Sahib" stellt die höchste spirituelle Autorität (Führung) im Sikh Glauben dar.

Aarti:

Im Sikh Glauben ist das Aarti ein Bani (Gebet), welches Satguru Nanak Dev verfasste. Es ist im Siri Guru Granth Sahib zu lesen.

Agan Bhet:

Bestattung; Feuerbestattung.

Achint:

mühelos, ohne Sorgen.

Agyan:

Ignoranz.

Ahankar:

Ego, Ich-Bewusstsein, (siehe Haumai).

Ahimsa:

Die Lehre der Gewaltlosigkeit und des Nichtverletzens.

Ajuni:

ungeboren.

Akaal/Akal:

ewig, unsterblich, zeitlos. Eine Terminologie, um den transzendentalen, ewigen und unsterblichen Schöpfer zu beschreiben (siehe Akaal Purakh).

Akaal Bunga:

Die Heimstätte des Herrn.

Akali:

Verehrer/Anbeter des unsterblichen, zeitlosen Einen Schöpfers. Die Bezeichnung Akali wurde ursprünglich für die "Nihang Singhs", den Verteidigern des Sikh Glaubens, den Sant-Siphai des 18. Jahrhunderts, verwendet.

Akali Dal:

Im Jahr 1919 wurde die politische Partei Akali Dal gegründet. Nach 1925 bezeichnete man die Mitglieder dieser politischen Partei auch als "Akalis". Die Führer der ersten Phase der Akali Dal, waren Personen von hohem moralischen Charakter und eine Quelle der Inspiration für eine gewaltlose, politische Erneuerungsbewegung. Nach der Teilung von 1947 splittete sich die Akali Dal in zwei politische Hauptparteien auf. Eine dieser Akali Dal Partei bildete im Laufe ihrer Entstehung sowohl Synergien mit der Congress Partei als auch mit der BJP (rechter Flügel) und der ultrarechten Hindu-RSS. Die Akali Dal Partei hat sich mittlerweile in weitere neu gegründete Akali Dal Parteien aufgesplittet, wie United Akali Dal u.v.a.

Akaal Purakh:

der unsterbliche, zeitlose, ewige Schöpfer.

Akaal Takht (Takhat):

Thron des unsterblich-zeitlosen, ewigen Schöpfers. Der Sri Akaal Takht ist der höchste Sitz der temporalen Sikh Autorität. Guru Hargobind Sahib, der sechste Sikh Guru, legte den Grundstein für den Akaal Takht im Jahr 1606. Es gibt insgesamt fünf Throne des Sikh Glaubens:
Sri Akaal Takht, Takht Sri Kesgarh Sahib, Takht Sri Patna Sahib, Takht Sri Hazur Sahib, Takht Sri Damdama Sahib.

Akandh Path:

Akhand bedeutet ohne Unterbrechung und Path, die Lesung und Rezitation von Gurbani. Der Akandh Path ist die 48 stündige Lesung des Siri Guru Granth Sahib, die ohne Unterbrechung durchgeführt wird. Während dieser Zeitspanne wechseln sich in der Regel vier Pathis (Leser) ab.

Akhara:

Arena, z.B. die Kampfarena der Wrestler.

Alahniyan:

sind Verse, die gesungen werden, um Lobpreisung auszudrücken und bei Personen, die diese Welt verlassen. Im Siri Guru Granth Sahib werden die Heiligen Hymnen zur Lobpreisung Wahegurus gesungen, um den wundervollen Schöpfer und Erleuchter zu lobpreisen. Ihm allein wird alle Liebe, Ehre, Dank, Hingabe und Sehnsucht ausgedrückt.

Amrit:

unsterblicher Nektar, Unsterblichkeit.
In der Sikh Taufe wird das Taufwasser als Amrit bezeichnet. Während der Herstellung des Taufwassers werden die 5 Morgengebete Japji Sahib, Jaap Sahib, Tav Prasad Savaiye, Chaupai Sahib und Anand Sahib (alle 40 Verse) rezitiert. Das Wort Gottes/Gurus (Gurbani) und Waheguru Naam sind Amrit für den Geist und für die Seele.

Amritdhari:

ist eine Person (w/m), die sich in der Sikh Taufzeremonie Amrit Sanchaar (Khande di Pahul) taufen lässt. Die getauften Sikhs werden als Amritdharis bezeichnet und gehören zum Khalsa Panth, der Gemeinschaft der Reinen und Souveränen. Amritdharis folgen dem Khalsa Rehat und bewahren die Gurmat Lehre, die Grundlagen des Sikh Glaubens (siehe Khalsa Panth).

Amrit Sanchaar:

ist die Traditionelle Taufzeremonie für Sikhs, die an Vaisakhi 1699 von Guru Gobind Singh in Sri Anandpur Sahib initiiert wurde. Für das Taufwasser werden Zuckerstückchen in Wasser mit einem Khanda (doppelseitigen Schwert) zerkleinert. Dabei werden die fünf Gebete, die Panj Bania - Japji Sahib, Jaap Sahib, Tav Prasad Savaiye, Chaupai Sahib und Anand Sahib (alle 40 Verse) von den fünf Geliebten, den Panj Pyare, rezitiert. Die Grundlagen und Richtlinien für die originale Taufzeremonie in den Khalsa Panth hat der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh, 1699 festgelegt. Der Ablauf der Amrit Taufe ist im traditionellen Gurmat Rehat Maryada als auch im Sikh Rehat Maryada (SRM) beschrieben.

Amrit Vela:

bezeichnet die unsterbliche/himmlische Stunde, die ca. 3 Stunden vor Sonnenaufgang beginnt. In der Regel umfasst Amrit Vela die Zeitspanne von Mitternacht bis 5 Uhr morgens. Amrit Vela wird als die ideale Zeit beschrieben, um die Waheguru Naam Meditation, die Mool Mantar Meditation und die Panj Bania, die fünf Morgengebete, auszuüben. Amrit Vela wird auch als die Zeit interpretiert, um das Bewußtsein aus der Dunkelheit, Ignoranz, Bindung und Überschattung herauszuholen.

One who calls himself a Sikh of the Guru, the True Guru, should rise in the early morning hours and meditate on the Lord's Name (SGGS, Ang 305).

Anand Karaj:

glückselige Vereinigung. "Anand Karaj" ist die Traditionelle Sikh Heirat zwischen zwei Sikhs, die auf einer vier Strophen Lavan basiert, die von Guru Ram Das komponiert wurde. Der vierte Sikh Guru, Guru Ram Das, hat mit Einführung der Anand Karaj die Grundlagen und Richtlinien für die Traditionelle Sikh Heirat für die Sikh Gemeinde festgelegt. Während der Sikh Heirat Anand Karaj umschreitet das Paar den Siri Guru Granth Sahib. Das Umschreiten des Siri Guru Granth Sahib ist ein Zeichen von Liebe, Respekt, Hingabe, Demut und Bekenntnis gegenüber dem Ewigen Guru. Die Traditionelle Sikh Heirat ist ein Versprechen, den Ewigen Shabad Guru zum Zentrum seines Lebens zu machen; den Geist, Körper und Seele dem Ewigen Guru, Gott zu übergeben, ihm zu dienen, der Gurbani, den Anweisungen und der Gurmat Lehre der Sikh Gurus zu folgen. Es beinhaltet ebenso die Bitte des Paares, Segen, Schutz und Führung für das gemeinsame Leben vom Ewigen Guru zu erhalten. Der Siri Guru Granth Sahib ist die höchste Autorität im Sikh Glauben. Das göttliche Licht von Wahrheit, Wissen, Weisheit, Selbst-Erkenntnis manifest und offenbart in der Gurbani, festigt diese Gemeinschaft. Im Sikh Glauben wird das Umschreiten des Siri Guru Granth Sahib als Parkarma bezeichnet. Bei einer Sikh Heirat vermählen sich beide Seelen mit Guru/Gott - mit der allmächtigen transzendentalen Schöpferseele, mit dem reinen Bewußtsein.

Those feet that do Parkarma of Guru Sahib Ji are priceless.
(Kabitt Savaiye, Bhai Gurdas)
Beloved Husband, if you take my hand, I shall never forsake you. (SGGS, Ang 322)
They alone are called husband and wife who have one light in two bodies. (SGGS, Ang 788)
There is one Husband Lord, and all are His brides. (SGGS, Ang 933)

*Anmerkung - Interreligiöse Heirat Anand Karaj? Oft wird nachgefragt, ob ein Sikh und ein Nicht-Sikh eine "Anand Karaj" in einem Sikh Gurudwara durchführen können. Die Traditionelle Sikh Heirat Anand Karaj ist laut den Anweisungen der Sikh Gurus, dem Gurmat Rehat Maryada und dem Sikh Rehat Maryada ausschliesslich nur zwischen zwei Sikhs zu vollziehen.
Ähnlich wie bei einer kirchlichen Trauung bei den Christen müssen sich vorher beide Ehepartner zum christlichen Glauben bekennen, um in der Kirche getraut zu werden. Eine ähnliche Regelung gibt es bei den Muslimen, den Hindus, der jüdischen Gemeinde etc.
Diejenigen, die einen Nicht-Sikh standesamtlich heiraten, haben jederzeit die Möglichkeit im Gurudwara ein Ardaas (Bitt-und Fürgebet), ein Akandh Path oder eine Lesung des Sukhmani Sahib für ihre Partnerschaft durchführen zu lassen. Das Gurmat Rehat Maryada, sowie das Sikh Rehat Maryada, als auch die Rehatname beschreiben ausführlich die Grundlagen und Richtlinien für die Traditionelle Sikh Heirat. Die Anand Karaj wurde vom vierten Sikh Guru, Guru Ram Das, festgelegt und jeder, der sich als ein Sikh, Schüler des Gurus bezeichnet, sollte sich nicht über das Wort und die Anweisungen des Gurus hinwegsetzen. Dies ist nicht Gurmat, sondern Manmat. Die Sikh Gurus haben für Ihre Sikhs die Grundlagen im Sikh Glauben festgelegt. Wenn es doch einmal passieren sollte, dass ein Vorstand/Komitee eines Gurudwaras gegen das Rehat Maryada der Traditionellen Sikh Heirat - Anand Karaj - verstösst, sollte das Gurudwara Komitee über die Grundlagen zur Anand Karaj von getauften Sikhs aufgeklärt, als auch Sri Akaal Takht in Amritsar darüber informiert werden. Ein Gurudwara ist kein Privatunternehmen, sondern das Haus des Gurus, wo die Gurmat Lehre der Sikh Gurus zu respektieren ist.

Ang:

Körperteil, Gliedmaße. Die Begrifflichkeit "Ang" wird in der Regel aus Respekt verwendet, wenn es um die Seiten des Siri Guru Granth Sahib geht. Ein Sikh sagt nicht Seite im Siri Guru Granth Sahib, sondern "Ang". Dies ist damit zu erklären, dass die Sikhs den Siri Guru Granth Sahib als ihren höchsten, ewig-lebenden Guru (Führer), als Jaagdi Jot ansehen. Das Wort Gottes wurde von den Sikh Gurus direkt empfangen und ist manifest im Siri Guru Granth Sahib. Dieses Wort ist ewig-gültig, ewig lebend, die zeitlose universelle höchste Wahrheit, die von Beginn an durch alle Zeitalter wahr und existent ist. Der Siri Guru Granth Sahib verkörpert das Licht und den Spirit der zehn Sikh Gurus, die eins mit Akaal Purakh Waheguru waren. Dieses Licht in Form der Botschaft der Gurbani ist unsterblich und ewig existent.

Anand Sahib:

ist das Bani (Gebet) für Glückseligkeit, welches vom dritten Sikh Guru, Guru Amar Das, verfasst wurde. Das Anand Sahib ist eines der fünf Morgengebete des täglichen Nitnem für getaufte Sikhs. Gemäss der originalen Amrit Taufe in den Khalsa Panth von 1699 werden alle 40 Verse rezitiert. Das Anand Sahib wird ebenfalls in der Traditionellen Sikh Heirat - Anand Karaj - nach den vier Strophen Lavan rezitiert, da es die glückselige Vereinigung beschreibt.

Anti-Gurmat:

Handlungen, Aktivitäten, absichtliche Verfälschungen und Missinterpretationen, die sich gegen die Gurmat Lehre der Sikh Gurus richten und die Legislatur der Sikh Gurus und des Siri Guru Granth Sahib infragestellen, ignorieren oder sich darüber hinwegsetzen. Anti Gurmat richtet sich gegen die fundamentalen Grundlagen im Sikh Glauben. Es gibt eine Reihe von Sekten und Abspaltungen, die aus politisch-religiös motivierten Gründen Anti Gurmat verfolgen, um den Sikh Glauben anzugreifen, zu schwächen und weiter zu spalten.

Ardaas/Ardas:

das Wort leitet sich aus dem persischen Arzdasht ab. Das Ardaas ist ein Für- und Bittgebet der Sikhs, das an den allmächtigen Schöpfer Waheguru gerichtet wird, um seine Gnade und Segen zu erbitten. Das Ardaas ist eine Petition an Gott. Es beinhaltet Waheguru (Gott), die zehn Sikh Gurus, die fünf Geliebten, die vier Söhne von Guru Gobind Singh, Heilige und Sikh Märtyrer, die fünf Takhts der Sikh Religion etc. Das Ardaas wird zum Abschluss nach den Sikh Gebeten durchgeführt, sowie bei allen Sikh Zeremonien, in der Heiligen Versammlung im Gottesdienst und bei allen wichtigen (persönlichen) Unternehmungen vorgetragen. Die ersten neun Zeilen stammen aus dem Sri Dasam Granth von Guru Gobind Singh. Dieser Text kann nicht verändert werden (siehe Sikh Gebete).

Asa di Var:

ist ein Bani (Gebet), dass Satguru Nanak Dev in 24 Kantonen verfasste. Asa bedeutet die Hoffnung und Var die Stunde. Es ist das Gebet in der Stunde der Hoffnung. Das Asa di Var wird sehr melodiös vorgetragen. In der Schlacht von Chamkaur beauftragte der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh, seine Sikhs das Asa di Var zu Amrit Vela durchzuführen.

Astpadi:

Ein Gebet ist in Pauri oder Astpadi unterteilt. Sie bezeichnet man als Verse, Hymnen und Kapitel. Es handelt sich hierbei um Kompositionen im Siri Guru Granth Sahib, die aus "acht Versen" bestehen.

Ath-Sath-Ghaat:

Ein Platz innerhalb des Sri Darbar Sahib, bekannt als der Ort der 68 Pilgerstätten.

Atma:

Seele.

B

Baba (Ji):

Vater, Großvater, eine Anrede für den Granthi in einem Sikh Gurudwara, für ältere wissende Respektpersonen und für den Leiter und Führer einer spirituellen Sampardaye, Jatha, Orden. Ein Baba Ji sollte Liebe, Hingabe, Mitgefühl, Wissen, Tugend, Wahrheit und Rechtschaffenheit in sich vereinen.

Bakhshish:

Barmherzigkeit, Gnade, Güte, Segen.

Bani:

Wort, Heilige Hymne, Gebet (siehe Gurbani). Guru Amar Das, der dritte Sikh Guru, lehrte die Bedeutung von a. SACHI BANI: Dies sind die Heiligen Hymnen, die von Wahrheit und den direkten spirituellen Gott-Erfahrungen und Offenbarungen inspiriert sind. Sie sind authentisch und wahr. Alle Hymnen im Siri Guru Granth Sahib werden als "Bani" bezeichnet. Diese Heilige Hymnen sind manifest im Siri Guru Granth Sahib. Die Hymnen der Sikh Gurus werden als Mehlaa I, II, III, IV, etc. klassifiziert. Die Sikh Gurus, eins mit dem göttlichen Bewußtsein, benutzten die "Unterschrift von Nanak". Eins im göttlichen Licht und Spirit mit Satguru Nanak Dev offenbarten sie das Wort Gottes/Gurus. Die Hymnen, die von den Hindu Heiligen kommen, sind als Bhakta Bani (Bhagta Bani) bekannt. Die Hymnen, die von den Sufi Heiligen stammen, werden als Sheikh (Pir) Bani bezeichnet. Die Verse, die von den Bhatts (Barden) hinzugefügt wurden, sind als Doom Bani bekannt. Alle im Kollektiv werden als "Gurbani" bezeichnet, da sie Teil des Siri Guru Granth Sahib sind. Dies Heiligen Bhagats und Bhatts wurden als Zeichen, der universellen Brüderlichkeit und aufgrund ihrer eigenen Gotterfahrungen in den Siri Guru Granth Sahib mit aufgenommen. Sie haben die Einheit mit Gott realisiert und waren im Einklang mit der Lehre der Sikh Gurus.
Guru Amar Das erklärt im weiteren, was b. KACHI BANI sind: Kachi bedeutet unreif, falsch, apokryph. Hier handelt es sich um Verse, die zwar einen poetischen Ausdruck haben, aber auf Imitationen, Nichtauthentizität, falschen oder hypokratischen Themen sowie auf Kulten basieren. Kachi Banis sind von Sagen, Legenden und prophetischen Voraussagen maßgeblich beeinflusst. Kachi Banis haben kein Fundament auf Wahrheit und Authentizität. Sie basieren nicht auf einer wahren, direkten Gotterfahrung und Realisierung.

Baoli:

gesegneter Wasserbrunnen zur öffentlichen Benutzung für alle Menschen. Im Sikh Glauben basiert das Prinzip eines Baolis auf der Grundlage der Nicht-Diskriminierung und um die Menschen zu segnen. Jedem Menschen wird der Zugang zu dem gesegneten Wasserbrunnen ermöglicht. Der dritte Sikh Guru, Guru Amar Das, ließ den berühmten Baoli in Goindwal erbauen. Baoli Sahib wurde zum ersten Sikh Pilger Zentrum für Sikhs. Guru Arjan Dev liess in Lahore einen Baoli erbauen etc.

Bhagat:

Heiliger. Im Siri Guru Granth Sahib befinden sich die Hymnen und Verse von insgesamt 15 Bhagats. Sie waren Sufi Heilige, Hindus und Muslime. Sie stammten aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten und Glaubensgemeinschaften. Die Bhagats wurden als Zeichen der universellen Brüderlichkeit in den Siri Guru Granth Sahib mit aufgenommen. Sie waren im Einklang mit der Lehre der Sikh Gurus und haben die Einheit in ihrem Bewußtsein mit Gott realisiert.

Bhagti/Bhakti:

Hingabe, Anbetung, Meditation. Im Sikh Glauben wird Bhagti als die spirituelle Kraft, Stärke, Liebe, Hingabe, Meditation, Gebet, Shabad Kirtan zur Lobpreisung des Einen universellen Schöpfergottes - Ik Oankar allein verstanden, beschrieben und ausgedrückt.
Im Hinduismus ist Bhakti z.B. einer von drei Hauptwegen - Marags zur Erlösung der Seele.
1. Bhakti Marag, beschreibt die Hingabe und Verehrung für die drei Haupt Hindu Götter, sowie für die zahlreichen anderen Hindu Götter, Naturgottheiten, Planeten in Form von Ritualen, Yagyas, Singen, Tanzen und Dienen.
2. Jnana Marag ist der Weg des spirituellen Wissens und
3. Karma Marag ist als der Weg der Handlung und Aktivität bekannt.
Im Sikhismus bezieht sich wahre Bhagti nur auf die Liebe zu Gott/Guru, auf den Einen ewigen, zeitlosen Schöpfer, der alles kreiiert, erhält und wieder auflöst. Der Sikh ist der Schüler und Diener von Waheguru - von Ik Oankar, dem Einen universellen allmächtigen Schöpferherrn.

Bhai:

Bhai wird als Anrede für Bruder benutzt. Die Terminologie wird auch für Sikhs benutzt, die spirituelles Wissen entwickelt haben, in Form von "Bhai Sahib". Die Sufi Heiligen in der Sikh Geschichte wurden als "Bhai" adressiert. Die Einführung von "Sant" (Saint) wurde erst später verwendet.

Bhai Gurdas:

war ein berühmter Gursikh und Brahmgiani. Er diente insgesamt 4 Sikh Gurus und wurde mit verantwortungsvollen Aufgaben betraut, unter der persönlichen Aufsicht und Anleitung des fünften Sikh Gurus, Guru Arjan Dev, den Adi Guru Granth - später als Siri Guru Granth Sahib bekannt, niederzuschreiben. Bhai Gurdas berühmte Schriften sind Vārān und Kabitt Savaiye. Diese Schriften zählen zu den wichtigsten Dokumenten des Sikh Glaubens. Sie sind der Schlüssel, um die Sikh Gurus, die Grundlage und Philosophie der Sikhi, den Gurmukh Weg zu verstehen. Guru Hargobind Sahib, der sechste Sikh Guru, kremierte persönlich den Körper von Bhai Gurdas.

Bhatts (Bards):

Neben den Bhagats (Heiligen) wurden auch die Hymnen von den Bhatts (Bhards) in den Siri Guru Granth Sahib mit aufgenommen. Die junge Geschichtsschreibung der beauftragten SGPC Gelehrten veröffentlicht dazu 11 Bhatts. Die Anzahl der Bhatts, die im Siri Guru Granth Sahib inkludiert sind, belaufen sich jedoch auf 17 (siehe Siri Guru Granth Sahib).

Bikrami:

ist der ursprüngliche Kalender der Sikhs, der sich nach den Monddaten, nach dem Mondkalender richtete.

Bir Asan:

spezielle Sitzposition während der Amrit Sanchaar Taufzeremonie in den Khalsa Panth.

Bhog:

Dieser Begriff hat zwei Bedeutungen.
a. Beim Akandh Path, der 48 stündigen Lesung des Siri Guru Granth Sahib bedeutet Bhog der Abschluss, die Beendigung der gesamten Lesung.
b. In Bezug auf Essen bedeutet Bhog, das Essen für Guru Maharaj darzureichen.

Brahmgiani:

ist eine Person, die Wissen über Gott und seine Schöpfungsmechanismen im eigenen Bewusstsein realisiert hat.

Bole Sonihal - Sat Siri Akaal:

Ein lauter Sikh Ausruf des Sieges (siehe Jaikara). Der erste Teil "Bole Sonihal" bedeutet:Jeder, der dies ausspricht, möge Bliss, Glück, Freude erlangen. Der zweite Teil "Sat Siri Akaal" bedeutet: Der zeitlose, ewige Schöpfer, dessen Existenz für immer wahr ist.

Buddh/Buddhi:

Weisheit, Intelligenz, Intellekt.

C

Chardi Kala:

bedeutet, eine optimistische Lebenseinstellung beizubehalten, die unabhängig von negativen Einflüssen und Umständen ist. Chardi Kala beschreibt das unerschütterliche Vertrauen in die Gnade und Segen Gottes/Gurus und in die ultimative Gerechtigkeit Gottes zu haben. Was auch immer passiert, die Gerechtigkeit und die Wahrheit Gottes wird siegen. Chardi Kala lehrt: Gib niemals der Verzweifelung, noch dem Terror der Unterdrückung nach. Kala ist ein Sechzehntel des Mondes. Der Mond ist aus sechzehn Teilen zusammengesetzt. Wenn der Mond aufgeht, erscheint er mit dem Licht aus sechzehn Teilen und zeigt sich in seiner vollen Pracht. Dieses Symbol des Mondes gibt Hoffnung und Vertrauen, dass unter allen Wolken das Licht durchscheint und sich bis zu seiner vollen Pracht vollständig gegen die Wolken durchsetzen wird. Im Sikh Glauben werden alle Schwierigkeiten, Probleme und ein schwieriges Karma als temporär angesehen, wie die Wolken, die, bis das Licht durchscheint, keine Chance der Überschattung und Dunkelheit mehr haben können.

Chaur Sahib:

ist ein zeremonieller Fächer/Wedel, das Symbol von Souveränität. Im Sikh Glauben wird der Chaur Sahib aus Respekt über den Siri Guru Granth Sahib geschwungen. Er wurde in früheren Zeiten über den Kopf des Königs oder Kaisers als Zeichen von Resepkt, Royalität und Souveränität verwendet. Der Siri Guru Granth Sahib ist der Ewig-lebende Guru der Sikhs, der König der Könige, der das ewige wahre, transzendentale allmächtige Wort Gottes verkörpert und offenbart.

Charan Amrit

beschreibt die Sikh Taufe in der Zeitspanne von Satguru Nanak Dev bis zu Guru Tegh Bahadur, dem neunten Sikh Guru. Die Lotusfüsse des Gurus wurden mit Wasser gewaschen, oder sie berührten das Wasser mit ihren Füßen, währenddessen, wurde "Gurbani" rezitiert. Dieses Wasser wurde anschliessend vom Aspiraten getrunken. Damit wurde er/sie als Sikh eingesegnet und in das Haus des Gurus aufgenommen. Diese Charan Amrit Zeremonie wurde von der Amrit Sanchaar Taufe, die der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh, an Vaisakhi 1699 etablierte, abgelöst.

Charan Kamal:

Die Lotusfüsse des Gurus.

Char Khani:

Die vier Lebensquellen der Schöpfung:

  • 1. Andaj, Leben geboren aus dem Ei.
  • 2. Jeraj, Leben geboren aus dem Mutterleib, Placenta, Geburtskanal.
  • 3. Setaj, Leben geboren aus (körperlichen) Absonderungen wie Schweiss, Hitze (Mikroben, Bakterien.)
  • 4. Utbhuj, Leben geboren von der Erde, Vegetation, Pflanzen etc.

Chaupade:

Verse im Siri Guru Granth Sahib, die aus "vier Zeilen" bestehen.

Chaurasi Lakh Joon:

Im Siri Guru Granth hat diese Terminologie eine metaphorische Bedeutung. Der Begriff wird benutzt, um die 8,4 Mio. verschiedenen Existenzformen und ihre Stadien zu beschreiben. Im Siri Guru Granth Sahib wird der Prozess der Reinkarnation, die die Seele auf ihrem Evolutionsweg durchläuft, um die wertvolle menschliche Geburt zu erlangen, erklärt.

Chhant:

Lyrische Komposition, bestehend aus "vier bis sechs Zeilen".

Choti Dastar:

ist ein kleiner Turban, der unterhalb des Haupt-Dastar (Turban) getragen wird. Er wird auch als "Keski" bezeichnet.

D

Damdama:

ist der Ort, an dem sich Guru Gobind Singh nach der Schlacht von Muktsar aufhielt. Damdama Sahib bedeutet ein "Halteort" oder ein "Ort des Atems/Ruhens."

Damdami Taksal:

Sikh Institution. Damdami Taksal ist der höchste Sitz des Lernes, auch als Guru ki Kanshi - die Schule des Lernens, bekannt. Die Gründung dieses Lehrinstituts geht auf den zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh, zurück, der Baba Deep Singh beauftragte, den Sikhs die korrekte Aussprache und Bedeutung von Gurbani zu lehren. Baba Deep Singh war der erste Jathedar (Führer) von Damdami Taksal. Das Hauptquartier befindet sich in der Ortschaft Metha.

Darbar Sahib:

bezieht sich auf die Gebetshaupthalle innerhalb eines Sikh Gurudwaras sowie auf das zentrale und berühmte Heiligtum der Sikhs, den Sri Harmandir Sahib in Amritsar, der auch als "Darbar Sahib" bekannt ist. Übersetzt heisst Darbar Sahib - der göttliche Hof des Herrn. Es ist der Ort, an dem der Ewige Guru, der Siri Guru Granth Sahib, in einer prominenten und zentralen Position auf einem Thron tagsüber bis zum Abendgebet platziert wird. Über dem Thron des Ewigen Gurus ist eine Überdachung installiert.

Darshan:

Segen. Die gesegnete Vision des Gurus.

Dasam Granth:

Der Sri Dasam Granth ist eine Anthologie von Sikh Hymnen, die der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh, verfasste. Die Banis (Gebete) Sri Jaap Sahib, Sri Tavprasad Savaiye und das Sri Chaupai Sahib (Benti Chaupai), die zu den täglichen fünf Morgengebeten der getauften Sikhs gehören, stammen aus dem Sri Dasam Granth oder das Chandi di Var, welches die Nihang Singhs täglich rezitieren. Die ersten neun Zeilen des Ardaas sind aus dem Sri Dasam Granth. Hervorzuheben ist die Autobiographie von Guru Gobind Singh, die Beschreibung von historischen und spirituellen Führern, das Khalsa Mahima, Akal Ustat, Gian Prabodh, die Erklärung und die Namen von Waffen, das berühmte Siegesschreiben Zafarnāma uvm. Der Sri Dasam Granth beinhaltet sowohl spirituell-religiöses, wie die Banis von Guru Gobind Singh, als auch poetisch-philosophische, historische und sozial-kulturelle Zeugnisse.

Dastar:

In Gurmukhi wird der Turban "Dastar" genannt und ist auf dem Begriff: Dast-e-Yar zurückzuführen: "die schützende Hand Gottes stets auf dem Kopf zu haben". Der Dastar steht für Ehre, Nobilität, Souveränität, Selbstrespekt, Spiritualität, Frömmigkeit und Mut. Der Dastar erinnert an alle Sikh Gurus, im besonderen an den zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh, der den Sikhs damit ihre Einzigartigkeit und Dignität in ihrem äusseren Erscheinungsbild verliehen hat. Der Dastar (Turban) wird getragen, um das Dasam Duar, das zehnte Tor, ein spirituelles Energiezentrum an der Kopfoberseite, als auch das lange ungeschnittene Haar, zu schützen. Der Dastar gehört nicht zu den fünf Glaubensymbolen der Sikhi. Die 5 K's sind: Kes (ungeschnittenes Haar - beinhaltet das gesamte Körperhaar), Kangha (Holzkamm), Kara (Armreif), Kachera (spezielle Unterwäsche), Kirpan (kleiner Dolch). Guru Gobind Singh gab die Anweisung, dass alle getauften männlichen Sikhs (m) stets einen Dastar zu tragen haben. Weibliche getaufte Sikhs tragen optional einen Dastar, bedecken aber ebenfalls, wie die getauften Sikh Männer ihr Haar/Kopf in Form eines Dastar, Tuch und/oder Chunni. Auch nicht getaufte Sikhs tragen einen Turban. Der Dastar (Turban) gehört zu einem unverzichtbaren Zeichen der Sikh Identität.

Daswandh:

Tithe. Der zehnte Teil des Einkommens eines Sikhs sollte für spirituelle, religiöse und sozial-gesellschaftliche Zwecke gespendet werden.

Daya:

Mitgefühl.

Deg/Degh:

Kochtopf aus dem für alle die Nahrung von Gott kommt.

Dera:

wird als ein temporärer oder dauerhafter Aufenthaltsort einer spirituell-religiösen Sikh Gruppe oder eines Sants (Heiligen) verwendet.

Dhadhi/Dhaddi:

Traditionelle Balladen Sänger/in, die das Instrument "Dhadh", eine Handtrommel, als Begleitung für ihren Gesang und Vortrag benutzen. Im Siri Guru Granth Sahib wird die Bezeichnung in ihrer Bedeutung erwähnt, den Ewigen Schöpferherrn zu besingen. In der Sikh Tradition haben die Dhadis zur Zeit von Guru Hargobind Sahib (1596-1638) ihren Höhepunkt an Popularität gewonnen. Der sechste Nanak engagierte prominente Dhadis, wie Abdullah und Natha, die heroische Balladen bei Sikh Festivitäten und Zusammenkünften vortrugen.

Dharam/Dharma:

Die Begrifflichkeit des Dharam im Sikh Glauben beschreibt: Rechtschaffenheit, Wahrhaftigkeit, spiritueller Glaube, Gerechtigkeit, moral-ethisch spirituelles Gesetz. Die soziale und ethische Verpflichtung im persönlichen als auch im gesellschaftlichen Bereich. Doktrin und spirituelle Praxis, die zur Befreiung der Seele führt.

Dharam Khand:

beschreibt eines der fünf Reiche (Ebenen). Im Sri Japji Sahib von Satguru Nanak Dev werden alle fünf Reiche - Panj Khand - aufgeführt. Dharam Khand wird als das Reich für rechtschaffene Handlungen beschrieben.

Dharamraj:

ist Gottes Diener, der über das Schicksal des Einzelnen für die nächste Welt entscheidet. Dies geschieht auf der Grundlage, welche Handlungen eine Person in ihrem Leben vollzogen hat. Im Sri Japji Sahib von Satguru Nanak Dev wird Dharamraj als der Diener/Richter Gottes bezeichnet und Chitra und Gupta als die Instanzen erwähnt, die all' diese Handlungen im Unterbewußtsein aufzeichnen. Diese Taten, ob positiv oder negativ, bleiben bei der Seele und werden dort gespeichert. Wenn die Seele ein neues Körperkleid annimmt, beginnt das Gesetz von Ursache und Wirkung - Karma - zu wirken. Das Karma übernimmt ein regulierendes, ausgleichendes Prinzip im Evolutionsprozess der Seele. Die Sikh Gurus betonen stets, soviel wie möglich Gutes zu tun und ein wahrheitsgemässes, rechtschaffenes auf Gott ausgerichtetes Leben zu führen. Dies verhindert die Akkumilierung von neuem negativem Karma. Jeder Gedanke, jede Tat und jede Handlung haben eine Auswirkung auf das eigene Selbst und auf die Umwelt. Diese karmischen Auswirkungen werden in sicht- und fühlbaren Resultaten im Leben wahrgenommen.

Dharamsal:

ist der Ort/Platz, der von der höchsten Wahrheit und Rechtschaffenheit bewohnt wird. Wo immer Satguru Nanak Dev erschien, entstand ein Dharamsal.

Dharamyudh Morcha:

Dharamyudh bedeutet ursprünglich die Schlacht für Rechtschaffenheit. Dharamyudh Morcha ist eine friedvolle Bewegung, die sich für soziale, ökonomische, politische und religiöse Gleichberechtigung einsetzte. Diese friedvollen Proteste sind in der über 500 jährigen Geschichte der Sikhs immer wieder zahlreich angewandt worden.

Dhur Ki Bani:

Das göttliche Wort des Gurus, welches direkt von Gott kam.

Diwan:

ist die Zusammenkunft für das gemeinsame Beten, Meditieren und Singen zur Lobpreisung Gottes, als auch für spirituelle Diskurse. In grossen historischen Gebetsstätten, wo Diwan abgehalten wird, ist dies als Diwan Hall bekannt.

E
F

Fateh:

Sieg. In der Begrüssung Waheguru ji ka Khalsa - Waheguru ji ki Fateh, wird ausgedrückt, dass der Sieg Waheguru (Gott) gehört.

Fakir:

ist ein Muslim Mann Gottes. Ursprüngliche Bedeutung: Jemand der ohne weltliche Besitztümer/Anhaftung ist.

G

Gadar:

Verräter, nicht loyal, hinterhältig, rücksichtlos. Verräter des Guru Hauses. Ähnlich wie der Judas im Christentum, Shakuni in der Mahabharatha (Hinduismus) etc. Der Gadar jedoch ist ohne Reue, ein echter Verräter, der das "planning and plotting of evil" gegen andere liebt und stolz auf seine Cleverness ist.

Gaddi Rah:

In der Sikh Theologie wird diese Begrifflichkeit benutzt, um den Sikh Weg, den die Sikh Gurus lehrten und vorlebten, zu beschreiben. Ursprüngliche Bedeutung, ein Weg, der von Wagenrädern markiert wurde.

Gatra:

Haltegurt für den Kirpan (Dolch). Der Kirpan ist eines der fünf Glaubenssymbole, die getaufte Sikhs (Amritdharis) tragen. Der Gatra wird diagonal über die rechte Schulter platziert, sodass er linksseitig am Körper getragen wird.

Giani:

Gelehrter, eine wissende und weise Person.

Granth:

ursprüngliche Bedeutung Buch.

Granthi:

Vorleser und Hüter des Siri Guru Granth Sahib in den Gurudwaras. Der Granthi ist für den täglichen Ablauf in einem Sikh Gurudwara verantwortlich. Der Granthi führt die tägliche Rezitation der Gebete durch und leitet den sonntäglichen Gottesdienst - die Saadh Sangat. Der Granthi erklärt u.a. das Hukamnama, historisches zu den Sikh Feiertagen und gibt spirituelle Diskurse für die Sikh Gemeinde. Im Idealfall unterrichtet der Granthi die Kinder und Jugendlichen in Gurmukhi und in Shabad Kirtan. Oft wird der Granthi mit einem Priester gleichgesetzt. Im Sikh Glauben gibt es kein offizielles Priesteramt. Jeder Sikh, der Gurmukhi lesen und die Sikh Gebete vortragen kann, hat die Möglichkeit, den Gottesdienst aktiv mitzugestalten.

Gurbani:

das heilige Wort Gottes/Gurus, welches die Sikh Gurus und Bhagats in Ihrem göttlich verankerten Bewußtsein direkt von Gott empfangen haben. Gurbani ist im Siri Guru Granth Sahib offenbart und manifest.

Gurudwara/Gurdwara:

Der Toreingang zu Guru/Gott. Der Gurudwara ist die Gebetsstätte der Sikhs, wo der Ewig-lebende Guru, der Siri Guru Granth Sahib, die höchste spirituelle Autorität im Sikh Glauben, installiert ist. Vor jedem Gurudwara befindet sich die berühmte "Nishan Flagge" der Sikhs. Besucher jeder Herkunft und Glaubensrichtung sind jederzeit in einem Sikh Gurudwara Herzlich Willkommen, um am Gottesdienst und dem Guru Ka Langar, dem freien vegetarischen Gemeinschaftsessen, teilzunehmen. Bei einem Gurudwara Besuch ist zu beachten, dass keine Intoxikationen mit sich geführt werden. Bevor die Haupthalle, der Darbar Sahib, betreten wird, hat der Besucher am Eingang die Schuhe auszuziehen. Die Hände (optional die Füße) zu waschen. Während des Besuchs ist der Kopf mit einem Tuch oder Dastar die ganze Zeit zu bedecken.
Gurudwaras im Westen werden von Vorständen (Komitees) gebildet und als ein Verein geleitet. Laut Sri Akaal Takht Sahib, dem höchsten temporalen Sitz der Sikh Autorität, sollte das Komitee aus fünf getauften Sikhs (Amritdharis) bestehen. Im Westen wird diese Anweisung nicht umgesetzt. Hier wird in der Regel 1 getaufter Sikh dazugenommen. Die Gurudwaras im Westen unterliegen der eigenen kommunalen Verwaltung. Jedoch hat sich jeder Sikh Gurudwara an das Rehat Maryada für die Gurudwaras und an die Grundlagen der Gurmat Lehre zu halten. Sri Akaal Takht Sahib, der höchste Sitz der temporalen Sikh Autorität, kann bei Verstößen intervenieren und exkommunizieren.

Gurgaddi:

Thron der Guruschaft. Jeder der zehn Sikh Gurus hatte den Thron des Gurus inne. Die Guruschaft wurde von Sikh Guru auf Sikh Guru übertragen. 1708 wurde die Guruschaft von Guru Gobind Singh auf den Siri Guru Granth Sahib in Nanded (Maharashtra) übertragen. Seither stellt der Ewige Shabad Guru den höchsten Führer im Sikh Glauben dar.

Gur Mantar/Gurmantra:

Satguru Nanak Dev empfing das Gur Mantar "Waheguru" in Sach Khand, der Ebene der höchsten Wahrhaftigkeit, dem Ewigen Reich Gottes. Akaal Purakh Waheguru segnete Satguru Nanak Dev mit Waheguru Naam. Das Gur Mantar ist "Waheguru". Waheguru wird ebenfalls als der "Eine Name Gottes", als das "Eine Mantra Gottes" in den Sikh Schriften von den Sikh Gurus beschrieben, auf den zu jeder Zeit meditiert werden soll, um das Ego auszulöschen, um die Einheit mit dem Schöpfer herzustellen und sie zu realisieren. Satguru Nanak Dev segnete die Menschheit mit dem Gur Mantar Waheguru - mit NAAM. Wo immer der Satguru erschien, lehrte Er, sich an Gott zu erinnern, sich mit dem Einen ewigen wundervollen Schöpfer direkt durch Waheguru Naam Rezitation/Meditation zu verbinden. Auf die göttliche Substanz, auf die Realität Gottes zu meditieren, bildet eine der Hauptgrundlagen im Sikh Glauben. In der originalen Amrit Taufe von 1699 werden die getauften Sikhs von den fünf Geliebten, den Panj Pyare, mit dem "Gur Mantar Waheguru" gesegnet. Die getauften Sikhs meditieren täglich mit dem Gur Mantar Waheguru.

Gurmat:

Wissen und Lehre des Gurus. Die Doktrin der Sikh Lehre und Philosophie im Sikh Glauben. Gurmat beschreibt die Elemente und Grundlagen des Sikh Glaubens, der Sikh Lehre und ihrer Philosophie. Basierend auf Gottes/Gurus Wort, manifest im Siri Guru Granth Sahib, offenbarten die Sikh Gurus die ewige höchste Wahrheit und Transzendenz Gottes, die Mechanismen, Anweisungen und Methoden zur Vereinigung mit der kosmischen All Seele der Schöpfung. Die Gurmat Lehre der Sikh Gurus, bildet die fundamentale Basis des Sikh Glaubens.

Gurmatta:

Die Absicht, Entschlossenheit oder der Wille des Gurus, ausgedrückt in einer formellen Entscheidung, die von einer repräsentativen Versammlung von getauften Sikhs getroffen wird; eine Entscheidung der Sarbat Khalsa. Gurmatta ist die kollektive Entscheidung des Khalsa Panth in der Gegenwart des "Siri Guru Granth Sahib".
Gurmatta setzt sich aus Gur(u) = Guru Granth Sahib, der Ewig-lebende Führer der Sikhs und Matta = Entschlossenheit, Resolution, zusammen.
Die Konvention der Gurmatta wurde besonders seit dem 18. Jahrhundert populär, um die Einigkeit des Khalsa Panth in den verschiedenen Angelegenheiten zu bestimmen. Die Sikhs versammelten sich an Vaisakhi und an wichtigen Sikh Feiertagen vor dem Sri Akaal Takht in Amritsar. Bei diesen Versammlungen fällte der Sikh Panth in der Gegenwart des "Siri Guru Granth Sahib" alle wichtigen Entscheidungen in einer Direktdemokratie gemeinsam. 1805 hat Maharaja Ranjit Singh die Konvention der Sarbat Khalsa, kollektive Entscheidungen zu fällen, eingestellt. Gurmatta wurde jedoch wieder vom Sikh Panth eingeführt. Gurmatta kann nur durch eine ordnungsgemäß konstituierte Versammlung verschiedener Organisationen des Sikh Panth geschehen, wie die Sarbat Khalsa.

Gurmukh:

bedeutet ursprünglich mit dem "Gesicht zum Guru" gerichtet. Gurmukh (w/m) ist eine Person, die ihr Leben nach der Gurmat Lehre der Sikh Gurus ausrichtet und nur dem Einen ewigen Wahren Guru - Gott - folgt, dient und anbetet. Die Handlungen und Aktivitäten eines Gurmukhs sind von der Gurmat Lehre der Sikh Gurus gekennzeichnet. Das Bewußtsein eines Gurmukhs ist stets auf Guru/Gott gerichtet. Wahrhaftig und rechtschaffen zu sein, ist ein Anspruch den der Gurmukh an sich selbst stellt. Er inspiriert die Menschen, die positiven Werte zu leben und Gottes Namen, Gottes Mantra Waheguru zu chanten, darauf zu meditieren. Das Wichtigste für einen Gurmukh in seinem Leben ist Guru/Gott. Durch die Liebe Hingabe und Gnade, die Gott dem Gurmukh schenkt, verbindet sich der Gurmukh stets mit Naam - der göttlichen Existenz und Realität, mit dem Namen Gottes. Bemüht und strebend sich zu transformieren, hat der Gurmukh das Vertrauen, die Methode, die Liebe und das Wissen der Sikh Gurus in sich verankert (siehe Sachiara).

Gurmukhi:

ist das Alphabet und die Schreibschrift, die von Satguru Nanak Dev entwickelt wurde. In der Komposition Raag Asa, Mehla 1 in Patti Likhi einer Bani Komposition im Siri Guru Granth Sahib, werden alle Buchstaben des Gurmukhi Alphabets unter Satguru Nanak Dev aufgeführt (SGGS, Ang 432, Zeile 8 - Ang 434, Zeile 11).
Guru Angad Dev, der zweite Sikh Guru, hat Gurmukhi erlernt und der breiten Bevölkerung das Gurmukhi zugängig gemacht.

Gurpurab:

sind wichtige Feiertage im Sikh Glauben, die sich auf das Erscheinen (Geburt) der Sikh Gurus und das Martyrium beziehen.

Gurshabad:

Das göttliche Wort des Gurus, die Heiligen Hymnen - der Siri Guru Granth Sahib.

Gursikh:

Sikh des Gurus. Die Terminologie des Gursikh beinhaltet sowohl den weiblichen als auch männlichen Sikh. Ein Gursikh ist ein Sikh, der nach der Gurmat Lehre des Gurus lebt und dem Wahren Guru folgt. Ein Gursikh betet nur den Einen wundervollen omnipotenten Schöpfer an. Der Gursikh dient nur dem Wahren Guru. Sein Bewußtsein ist mit Guru/Gott verbunden. Die Taten und Handlungen eines Gursikhs sind in Harmonie mit der Lehre der Sikh Gurus. Gursikhs schneiden niemals ihre Haare und Bärte. Sie verzichten auf alle Intoxikationen. Ein Gursikh verneigt sich niemals vor jemand anderen, sondern nur vor dem Heiligen Siri Guru Granth Sahib, der das göttliche Wort und das ewige Licht Gottes/Gurus offenbart. Gursikhs sind getauft und halten das Rehat Maryada (Verhaltenskodex) und die Gurmat Lehre der Sikh Gurus aufrecht.

Gutka:

Gutka Sahib ist ein kleineres Gebetsbuch, dass die täglichen Sikh Gebete, die Nitnem Banis, beinhaltet.

Guru:

Gu bedeutet Dunkelheit, Unwissenheit, Ignoranz - Ru bedeutet Licht. Guru ist der spirituelle Erleuchter, der die Seele aus der Dunkelheit, Unwissenheit und Ignoranz befreit und das Bewußtsein mit dem göttlichen Licht von Wahrheit, Wissen und Erkenntnis (Selbst-Erkenntnis), segnet. Die Begriffe Guru und Gott werden im Sikh Glauben synonym verwendet. Die Sikh Gurus waren eins mit Akaal Purakh Waheguru. Alle Sikh Gurus haben gelehrt, nur den Einen universellen Schöpfergott - den Wahren Guru - anzubeten, Ihm und Seiner Schöpfung bestmöglich zu dienen. Die Begrifflichkeit des Gurus hat weitere Konnotionen, wie "spiritueller Lehrer, Führer und Mentor".

Gurudev:

der göttliche Guru, der spirituelle Vater, Meister und Lehrer.

Guru Ka Langar:

ist die Freiküche der Sikhs, das gemeinschaftliche Essen, welches Satguru Nanak Dev institutionalisierte. Das Guru Ka Langar ist offen und frei für jeden Besucher/In. Das Essen in einem Sikh Gurudwara ist rein vegetarisch. Die größte Freiküche der Welt befindet sich im Sri Harmandir Sahib Komplex in Amritsar. Dort wird täglich 50.000 bis 100.000 Besuchern freies Essen serviert.
In der Persischen Tradition gab es das "Langar-Khana", das den Armen freies Essen und Unterkunft gewährte. Die "Sufi Khanqas" hatten eine Gemeinschaftsküche, die offen für alle war. Satguru Nanak Dev machte das Langar zu einer permanenten freien Einrichtung. Von der Zeit des ersten Sikh Gurus bis zum heutigen Tage ist das Guru Ka Langar ein fester Bestandteil des Sikh Glaubens. Das Guru Ka Langar transzendiert alle weltlichen Unterschiede und verbindet die Seelen miteinander. Es erinnert daran, dass wir alle Menschen sind, die aus einer Quelle stammen. Daher sollten wir uns respektvoll, hilfsbereit und friedvoll begegnen und verhalten.

H

Har:

Gott.

Harmandir Sahib:

bedeutet ursprünglich die Wohnstätte Gottes. Gewöhnlich verweist es auf den Sri Harmandir Sahib (Goldener Tempel) in Amritsar im Bundesstaat Punjab, im Nordwesten Indiens.

Haumai/Homai:

Ego, Ich-Gefühl, Ich-Bezogenheit.

Hazooree:

Gegenwart des Gurus.

Hukamnama:

Ein Hukamnama verweist auf eine Heilige Hymne des Siri Guru Granth Sahib und wird täglich für den betreffenden Tag ausgewählt. Das Hukamnama - auch Mukhwak genannt, ist eine Aufforderung und Anweisung an die Sikhs, dem Wort Gottes aus der Heiligen Schrift, dem ewigen spirituellen Führer der Sikhs, dem Siri Guru Granth Sahib, für den betreffenden Tag zu folgen und darüber zu kontemplieren. Das Wort Hukamnama ist eine Zusammensetzung aus zwei Wörtern. Hukam bedeutet Auftrag oder Anweisung und Nama bedeutet Aussage. Das tägliche Hukamnama aus dem Sri Harmandir Sahib in Amritsar wird täglich von den Sikhs weltweit gelesen und gehört. Jeder Gurudwara nimmt täglich zu Amrit Vela ein Hukamnama aus dem Siri Guru Granth Sahib. Dieses Hukamnama wird auf eine Tafel für die Sikh Gemeinde geschrieben. Die Bedeutung des Hukamnama wird zusätzlich darunter erklärt.

I

Ishnaan:

bedeutet ein Bad nehmen, sich waschen, reinigen auf physischer Ebene. Die Gurbani, das Wort Gottes, die Waheguru Naam Meditation und die Sikh Gebete sind das Ishnaan, um den Geist zu reinigen.

J

Jaikara:

Jaikara wurde als ein Kriegsruf benutzt. Es ist der laute Ausruf des Sieges. Bole Sonihal - Sat Siri Akaal ist ein Jaikara. Dieser wird im Gurudwara und bei allen Sikh Festen und Feierlichkeiten eingesetzt (Siehe Bole Sonihal).

Japji Sahib:

ist das erste Gebet im Siri Guru Granth Sahib von Satguru Nanak Dev. Es wird rezitiert, um Wissen über Gott und seine Schöpfungsmechanismen zu erlangen. Das Sri Japji Sahib gehört zu den fünf Morgengebeten eines Sikhs.

Jaap Sahib:

ist das zweite Gebet von den fünf Morgengebeten. Es wurde vom zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh, verfasst und stammt aus dem Sri Dasam Granth, der Schrift des zehnten Gurus.

Jathedar:

Führer und Leiter von einem Takht (Sitz von Autorität), wie z.B. dem Sri Akaal Takht. Die Nihang Panths haben ihre Leiter/Führer, sowie auch die verschiedenen Sikh Jatha (Sikh Gruppen).

Ji:

Ji wird benutzt, um Respekt und Ehrerbietung auszudrücken. Ji wir auch als liebevolle Anrede benutzt.

Jit:

Sieg.

Joothe:

unrein (Geist).

Jot:

Licht.

Joti Jot:

Joti Jot erinnert jeweils an den Tag, an dem die Sikh Gurus ihr Körperkleid auf Erden verliessen und in Sach Khand, in das Reich der höchsten Wahrhaftigkeit, in die Wohnstätte Gottes, eingingen. Das Licht des Gurus verschmelzt mit dem ewigen Licht Gottes - Joti Jot.

K

Kachera:

Jeder getaufte Sikh trägt die fünf Kakaar, die fünf Glaubensartikel des Sikh Glaubens. Die Kachera ist eine fast knielange Shorts (Unterhose), die von getauften Sikh Frauen und Sikh Männern gleichermassen getragen wird. Sie symbolisiert Treue in der Ehe, Kontrolle der Lust (Kaam) und steht für Selbstrespekt. Die Kachera hatte in früheren Zeiten einen sehr praktischen Nutzen, da sie größtmögliche Bewegungsfreiheit unter der Bana (Sikh Kleidung) auf dem Schlachtfeld garantierte.

Kakaar:

sind die fünf Glaubensartikel, die von Guru Gobind Singh 1699 für die Sikh Taufe Amrit Sanchaar/Khande di Pahul in den Khalsa Panth festgesetzt wurden:

  • Kes - Das ungeschnittene Haar - bezieht sich auf die Haare des ganzen Körpers.
  • Kangha - Ein Holzkamm, der im Haar getragen wird.
  • Kara - Ein Armreifen aus Eisen, der am Handgelenk getragen wird.
  • Kirpan - Ein kleiner Dolch, der in einem Gatra getragen wird.
  • Kachera - Eine spezielle Unterhose.

Kamarkasa:

Hüftband.

Kaur:

Prinzessin, grammatikalisch korrekt Prinz. Den Nachnamen Kaur erhalten alle getauften weiblichen Sikhs. Die Tochter, eine "echte Kaur" von Mata Sahib Kaur und Guru Gobind Singh, wird man im Moment der Amrit Taufe - Khande di Pahul. Mit der Traditionellen Amrit Sanchaar Taufe gehören die getauften Sikhs dem Khalsa Panth an. Viele weibliche Sikhs tragen bereits von Geburt an den Namen Kaur, aber haben die Amrit Taufzeremonie noch nicht vollzogen. Den Zeitpunkt, wann sich ein Sikh zum Sikh des Gurus taufen lässt, entscheidet sie/er selbst.

Karah Parshad:

Gesegnete Süßspeise, die im Gurudwara, beim Besuch, im täglichen Gottesdienst, bei allen Sikh Zeremonien und Lesungen verteilt wird. Karah Parshad wird aus Mehl, Wasser, Zucker und Ghee (gereinigtes Butterreinfett) hergestellt. Einige Gurudwaras fügen auch Gewürze wie Kardamom hinzu. Während der Herstellung sollte das "Sri Japji Sahib von Satguru Nanak Dev" rezitiert werden sowie "Waheguru Naam".

Katha:

Vortrag über die Inhalte und Bedeutung der Sikh Schriften und Sikh Historie. Interpretationen und Erklärungen der Heiligen Hymnen aus dem Siri Guru Granth Sahib oder anderen Sikh Schriften, wie dem Sri Dasam Granth, Varan, den Sikh Gurus, Gursikhs, historischen Sikh Ereignissen etc.

Kathakaar:

ist die Person, die diesen Vortrag (Katha) im Gurudwara hält.

Khalsa/Khalsa Panth:

Khalsa bedeutet rein und souverän. Alle getauften Sikhs sind Amritdharis und gehören zum Khalsa Panth. Der Khalsa Panth wurde auf Willen von Akaal Purakh Waheguru durch den zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh, an Vaisakhi 1699 auf Erden manifestiert. Es ist die Bruderschaft der Reinen und Souveränen, die das grundlegende Wertesystem des Sikh Glaubens bewahren und beschützen.

Khalsa Dal:

oder Dal Khalsa ist die Armee von initiierten Sikhs, die während des 18. Jahrhunderts in den Verteidigungskriegen für die Sikh Nation, für die Aufrechterhaltung des Sikh Glaubens, kämpften.

Khalistan:

ursprüngliche Bedeutung: das Land der Reinen oder das Land, wo Khalsa Souveränität bringt. Einige Sikhs und Parteien streben einen unabhängigen Staat an bzw. ersuchen mehr Automie im Punjab zu erhalten. Während der Unabhängigkeitsverhandlungen im Jahr 1946, als die Teilung Indiens diskutiert wurde, war es Sardar Baldev Singh, der das Wort "Khalistan" benutzte, um den Bereich zu beschreiben, wo Sikhs mehrheitlich leben können. Sardar Baldev Singh hat sich für Kompromissbereitschaft entschieden und wurde danach der erste Defence Minister von Indien (Verteidiungsminister). Die Terminologie Khalistan wurde dann in den späten 1970er Jahren wieder aktuell, als die Agitation für mehr Autonomie begann. Nach 1984 wurde der Anspruch auf einen unabhängigen Staat bzw. mehr Autonomie anzustreben nicht aufgegeben und wird heute von verschiedenen Sikh Gruppen und Parteien friedvoll verfolgt.

Khanda:

Doppelseitiges Schwert.

Khanda Batta Amrit:

Amrit Tauf Wasser, welches durch Gurbani und dem doppelseitigen Schwert, dem Khanda, gesegnet wird. Dieser ambrosiale Nektar, wird aus einer Eisen Schale (Batta) bei der Einweihung in den Khalsa Panth getrunken.

Khande di Pahul:

Amrit Taufe in den Khalsa Panth (siehe Amrit Sanchaar).

Kirpan:

ein kleiner Dolch, der von allen getauften Sikhs in einem Gatra (Halter, Haltegurt) getragen wird. Nach dem Gurmat Rehat Maryada sollte der Kirpan in einem Gatra über die rechte Schulter diagonal platziert werden, sodass der Gatra linksseitig am Körper getragen wird. Der Kirpan symbolisiert die Pflicht eines Sikhs, sich für Notleidende, Schwache und Unterdrückte einzusetzen. Der Kirpan ist ein Symbol von Geduld, Gnade, Mut, Tapferkeit und Barmherzigkeit. Der Kirpan steht synonym für die Zerstörung von Unwissenheit, Ignoranz, Unrecht und Unterdrückung. Getaufte Sikhs tragen zu jeder Zeit eine kurze Form des Kirpan (ca.15-22 cm) an ihrem Körper. Seine Benutzung ist nur zum Schutze anderer und im Notfall für die Selbstverteidigung erlaubt - niemals aber zum Angriff. Der Kirpan ist in einem Gatra zu tragen und sollte möglichst nicht vom Körper getrennt werden (Ausnahmen: Sicherheitskontrollen, Flug etc.).

Kirtan (Shabad Kirtan):

das Singen und Musizieren der Heiligen Hymnen, die in Raags unterteilt sind. Der Shabad Kirtan wird in Begleitung von Instrumenten vorgetragen. Shabad Kirtan ist eine der Hauptgrundlagen im Sikh Glauben.

Kirtan Sohila:

ist das Nachtgebet bei den Sikhs. Es wird kurz vor dem Schlafengehen rezitiert. Das Kirtan Sohila ist Bestandteil der täglichen Nitnem Banis, der Sikh Gebete. Es wird ebenfalls bei der Abschieds/Todeszeremonie eines Sikhs rezitiert.

L

Lakh:

Einhunderttausend - 100.000.

Langar:

das freie Gemeinschaftsessen in einem Gurudwara (siehe Guru ka Langar).

M

Maala:

ist eine Gebetskette, die entweder aus Holz oder einem anderen Material, wie Sarbloh/Eisen oder Halbedelstein besteht. Die Kugeln/Perlen sind an einer Schnur gebunden. Die Gebetskette dient dazu, um z.B. die Anzahl des Gur Mantar Waheguru zu zählen. Die Anzahl der Perlen/Kugeln an einer Gebetskette variiert von Glaube zu Glaube. Der Gebrauch einer Maala ist eine individuelle Entscheidung.

Mahant:

waren diejenigen Personen, die die Kontrolle der Sikh Gurudwaras vor dem Gurudwara Act von 1925 inne hatten. Die Masands wurden von den Briten unterstützt und als legale Eigentümer der Sikh Gurudwaras eingesetzt, bzw. betrachtet. Ihr korruptes und eigennütziges Management führte zur Auflehnung der Sikh Massen. Durch friedvolle Agitationen schafften es die Sikhs, die Kontrolle der Sikh Gurudwaras zurück zu gewinnen. Mit Einführung des Gurudwara Act von 1925 wurden die Gurudwaras dem Shiromani Gurdwara Parbandhak Committee (SGPC) zum Management unterstellt, um Anti Sikh Praktiken und Anti Gurmat Aktivitäten zu unterbinden, sowie das Managment der Mahants abzulösen. Die SGPC stand damals unter politischer Führung und dem Einfluß der Briten. Durch die Agitationen der Sikhs mussten die Gurudwaras, die von den Mahants verwaltet wurden, zurückgegeben werden. Die SGPC kam erneut unter direkte politische Leitung der SAD. Heute ist sie als Verwaltungsorgan tätig.

Mahapurakh:

eine große entwickelte (realisierte) Seele. Eine Heilige Person.

Maharaj:

Großer König.

Mani Singh (Bhai):

Bhai Mani Singh wurde zur Zeit von Guru Har Rai geboren. Er gehörte einer Familie von gelernten Rajput Kriegern an. Sie waren bekannt für ihre zahlreichen Opfer während Jahangir's Herrschaft. Bhai Mani Singh's Großvater verstarb in der ersten Verteidigungschlacht, die Guru Hargobind Sahib, der sechste Sikh Guru, erfolgreich gegen die Mogulen führte. Von seinen zehn Brüdern legten neun ihr Leben für die Verteidigung und Aufrechterhaltung des Sikh Glaubens nieder. Bhai Dayala, der älteste Bruder von Bhai Mani Singh, war ein treuer Gursikh des neunten Sikh Gurus, Guru Tegh Bahadur. Bhai Dayala erlag Martyrium mit Guru Tegh Bahadur. Der treue Gursikh von Guru Tegh Bahadur wurde in einem mit Wasser gefüllten, kochend heissen Topf gesetzt, unter dem sich Feuer befand, so wurde er von Mogulen zu Tode gefoltert. Alle seine Söhne kämpften erfolgreich für Guru Gobind Singh. Bhai Mani Singh Ji stieg zur höchsten Position im Diwan von Guru Gobind Singh auf. Er wurde u.a. zusammen mit 25 weiteren Singhs zum Sri Harmandir Sahib gesandt, um die Kontrolle über das Heiligtum der Sikhs von dem wegbrechenden Kult der Minas zu übernehmen. Die Minas waren Opponenten der Sikh Gurus und dem Guru Haus. Sie waren für ihre Korruption und Unehrlichkeit bekannt. Bhai Mani Singh wurde der Haupt-Granthi des Sri Harmandir Sahib. Durch seine diplomatische und hervorragende Führung konnte er die Sikh Sangat und den Sri Harmandir Sahib beschützen. Auf Anordnung von Guru Gobind Singh etablierte Bhai Mani Singh den theologischen Samaj Taksal in Amritsar, bekannt als Taksal Bhai Mani Singh. Aus diesem Taksal und dem Taksal von Damdami gingen die besten Gianis und Sikh Gelehrte in der traditionellen Gurmat Lehre hervor. In Damdama Sahib diktierte Guru Gobind Singh Bhai Mani Singh den gesamten Guru Granth Sahib zur Niederschrift auswendig. So wie Bhai Gurdas der Schreiber von Guru Arjan Dev war, bekam Bhai Mani Singh die ehrenvolle Aufgabe, der Schreiber für Guru Gobind Singh zu sein. Bhai Mani Singh war u.a. der Autor der Janam Sakhi - Gian Ratnavali und von Sikhan di Bhagatmala, basierend auf einem Var von Bhai Gurdas.

Manjis:

Sri Guru Amar Das etablierte 22 Manjis - 22 spirituelle Sitze des Sikh Glaubens. Diese wurden später vom zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh, aufgelöst, da die Führerschaft korrupt wurde und sich vom Guru Haus abtrennte.

Manji Sahib:

ist der Platz, auf dem der Siri Guru Granth Sahib platziert ist. Thron des Gurus.

Manmat

Das Wort Manmat setzt sich aus Man dem "Geist" und Mat "Verständnis von" zusammen. Eine Manmat orientierte Person folgt und lebt aus dem Ich-Bewusstsein heraus, sie folgt selbstbezogen den eigenen Bedürfnissen und Wünschen und ist nicht an dem Wohlergehen der Gemeinschaft interessiert und stellt das eigene Ego - Haumai - an erste Stelle und über allem. In ihren Taten und Handlungen wird sie vom Ich, vom Ego, von den Bedürfnissen des Geistes geleitet. Ein Manmat orientierter Mensch (siehe Manmukh) lehnt das göttliche Wissen, das Wort und die transzendentale ewig-gültige Botschaft Gottes/Gurus ab. Das Gegenteil von Manmat ist "Gurmat". Die Gurmat orientierte Person folgt Guru/Gott. Sie lebt im Einklang mit der Lehre des Gurus und weiß aus dem eigenen Bewußtsein heraus, dass alles aus der allmächtigen Schöpfungsquelle, aus dem Einen universellen Schöpfergott hervorgeht und dass das begrenzte Ich-Bewußtsein nur eine Kreation der Maya ist, die von Gott selbst erschaffen wurde.

Der Intellekt des Geistes ist unwahr, unecht, gefälscht, nur Gott, der Herr ist wahr. (SGGS, Ang 222)

Manmukh:

bedeutet ursprünglich das Gesicht zum Ich - zum Geist gewandt, und nicht zu Gott, zu Guru. Ein Manmukh wird von seinem Geist, vom Ich/Ego - Ahankar/Haumai geleitet und folgt den Anweisungen des Geistes, seinen Bedürfnissen, Trieben und Wünschen. Ein Manmukh lehnt den Rat, die Weisheit und die Allmacht Gottes/Gurus ab. Für ihn ist die materielle mondäne Welt - die wahre Welt. Ein Manmukh ignoriert den ewig-existierenden Schöpfer und Seine ewigen Naturgesetze oder er benutzt "Religion und Glaube" nur dazu, den Anspruch des Superior Gedankens geltend zu machen, das Monopol auf Gott inne zu haben. Manmukh orientierte Personen stellen sich in ihrem Ego stets über die anderen. Sie kritisieren, diskreditieren und kämpfen mit unehrenhaften Mitteln. Ein Manmukh ist immer bemüht darum, die Dualität und Abneigung im Bewußtsein zu fördern, zu kultivieren und nennt dies dann "Glaube". Auch wenn er Nächstenliebe predigt, ist dies keine Realität. Der Manmukh ist selbstorientiert und verhaftet am relativen Bereich des Lebens, der Maya. Er ist das Gegenteil vom Gurmukh, der Gottes/Guru orientierten Person, die an die Liebe, Allmacht, Größe, Schönheit und Gnade Gottes/Gurus glaubt. Der Gurmukh richtet sein Leben nach der ewig-existenten Wahrheit, der Realität Gottes, dem Ursprung allen Seins (siehe Gurmukh).

Maryada:

Tradition, religiöse, spirituelle Praxis. Verhaltenskodex auf sozio-ethischer und spiritueller Ebene.
Das Maryada beschreibt den Verhaltenskodex der Sikhs, bekannt als Rehat Maryada. Das Wort Maryada hat seinen Ursprung aus dem Sanskrit. Marya bedeutet, die zwei Ufer eines Flusses. Wenn das Wasser innerhalb der zwei Ufer fliesst, ist es ein Fluß, der für die Natur, die Tierwelt und für die Menschen von Nutzen ist. Wenn dieser Fluß jedoch aus seinem Gleichgewicht gerät und über die Uferböschungen läuft oder diese durchbricht, kommt es zur einer Überschwemmung, die Schaden und Verwüstung verursacht. In ähnlicher Weise, sollte das Leben eines Sikhs innerhalb der Parameter von Maryada, dem Verhaltenskodex auf sozialer und spiritueller Ebene, in Balance und Ordnung fliessen. Maryada hat ebenfalls eine weitere Konnotion: Die Erinnerung an den Tod.

Masands:

arabisch Masnad - ursprüngliche Bedeutung souveräne Führung/Sitz. Masands wurden vom dritten Sikh Guru, Guru Amar Das, in der Sikh Lehre unterrichtet und als regionale Reräsentanten des Sikh Glaubens eingesetzt. Die dritte Generation der Masands, als auch die vierte und fünfte Generation wurden korrupt und zu einer ernsthaften Gefahr, da sie nicht mehr der Lehre von Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus folgten. Sie begannen, das Haus des Gurus zu bekämpfen.

Mata (Ji):

Mutter. Im Sikh Panth werden die Mütter stets mit Mata (Ji) adressiert. Mata Khivi, Mata Gujri Kaur, Mata Sunder Kaur etc.

Mata Sahib Kaur:

wurde von Guru Gobind Singh zur Ewigen Mutter des Khalsa Panth ernannt. Mata Sahib Kaur wurde in Rohas - heutiges Pakistan - geboren. Sie wurde die dritte Ehefrau von Guru Gobind Singh, dem zehnten Sikh Guru. Die erste Ehefrau von Guru Gobind Singh war Mata Ajit Kaur, die zweite Ehefrau war Mata Sunder Kaur. Sie waren die Mütter der Chaar Sahibzade, den vier Söhnen von Guru Gobind Singh. Guru Gobind Singh erfüllte den Wunsch der Sikh Sangat, Mata Sahib Kaur zu heiraten. Der zehnte Sikh Guru erklärte, dass diese Vereinigung mit Mata Sahib Kaur ausschliesslich auf spiritueller Ebene sein wird. Nach der Amrit Taufzeremonie in den Khalsa Panth ist Mata Sahib Kaur für die getauften Sikhs die spirituelle Mutter und Guru Gobind Singh der spirituelle Vater.

Matha Tek:

Verneigung mit der Stirn vor dem Siri Guru Granth Sahib.

Maya:

ist der temporäre relative vergängliche Bereich der Existenz. Sie wird als Scheinwelt, Illusion und Unwirklichkeit bezeichnet. Wohingegen Gott die absolute unsterbliche ewig existierende höchste Wahrheit ist, war und für immer bleiben wird. Gott hat die Maya (Scheinwelt/Illusion) erschaffen, aus ihr gehen die 3 Qualitäten (Gunas): Tamas, Rajas und Sattwa hervor. Sie wirken als materielle Natur durch den gesamten Schöpfungsmechanismus hindurch.
"Rajas, die Qualität von Energie und Aktivität, Tamas, die Qualität von Dunkelheit und Trägheit, und Satva, die Qualität von Reinheit und Licht, werden alle als die Kreation der Maya beschrieben, Deine Illusion. Die Person, die den vierten Bewusstseinszustand verwirklicht - sie allein erlangt den höchsten Zustand. (SGGS, Ang 1123)
Die Eigenschaften der Maya und die fünf Diebe (siehe Panj Chor) binden und überschatten jeden Menschen. Gott selbst hat die Maya, die materielle Natur und das Spiel der Kräfte, erschaffen. Die Eigenschaften der Maya: Asat = ist nicht wahr. Jarh = tote Entität, vergänglich, nicht beständig. Dukh = Leid, Sorgen, Schmerz

Miri-Piri:

das integrale System von weltlicher/temporärer Führung und spiritueller Führung; eingeführt vom sechsten Sikh Guru, Guru Hargobind Sahib. Der sechste Sikh Guru trug fortan zwei Schwerter, die den komplementären und untrennbaren Charakter des Sikh Glaubens von Miri/Piri repräsentieren.

Mool Mantar:

Eröffnungsvers im Siri Guru Granth Sahib. Das Mool Mantar ist das Wurzel Mantra, das Basis Mantra im Sikh Glauben. Gemäss der traditionellen Gurmat Lehre geht das Mool Mantar von IK OANKAR bis NANAK HOSEE BHEE SACH. Jeder getaufte Sikh (w/m) erhält in der originalen Amrit Taufe seit 1699 das Mool Mantar von Ik Oankar bis Nanak hosee bhee sach. Der getaufte Amritdhari Sikh (Khalsa) meditiert täglich mit dem Mool Mantar. Die SGPC und die beauftragten Gelehrten haben das Mool Mantar von "Ik Oankar bis Gurprasad" definiert. Einige der neuentstandenen Sikh Gruppen des 20. Jahrhunderts rezitieren seitdem bis Gurprasad. In der Traditionellen Amrit Taufe seit Vaisakhi 1699, die unter direkter Leitung von Guru Gobind Singh stattfand, wird das Mool Mantar von Ik Oankar bis Nanak hosee bhee sach dem getauften Sikh gelehrt. Seitdem lehren und segnen die Panj Piare in der originalen Amrit Taufe das Mool Mantar unverändert von Ik Oankar bis Nanak hosee bee sach.

Morchas:

Widerstand, Konfrontation, Demonstration von unbewaffneten Sikh Gruppen. Diese Art von Widerstand und Demonstrationen dienten zum Beispiel dazu, die Kontrolle der Gurudwaras, die von korrupten Elementen verwaltet wurden, zurück zu gewinnen. Morchas sind auch als friedvolle Anti-Regierungs Agitationen bekannt, die sich gegen soziale, ökonomische, religiöse und politische Ungleichheit und Benachteiligung gegenüber den Sikhs richteten.

Mukhwaak/Mukhwak:

eine weitere Bezeichnung für das tägliche Hukamnama (siehe Hukamnama).

Mukti:

Befreiung, Erlösung. Es ist das Ende der Transmigration für die Seele. Mit dem Einswerden Gottes verschmelzt die Individual Seele mit der kosmischen All Seele. In diesem Moment der Vereinigung wird die Seele aus dem Zyklus von Kommen und Gehen befreit.

N

Naam:

Naam ist das Fundament und die Basis des gesamten Universums, der gesamten Schöpfung. Naam beschreibt das dynamische, kreative Prinzip, die Grundlage göttlicher Substanz, die Realität und Existenz Gottes. Naam ist die höchste göttliche Kraft, kreiierend, erhaltend, auflösend. Naam wirkt durch das gesamte Universum. Naam wird ebenfalls als der "Eine Name des Herrn", als das "Mantra Gottes" von den Sikh Gurus im Siri Guru Granth Sahib, in den Sikh Gebeten und Schriften beschrieben. Im Reinen Shabad Guru ist immer wieder zahlreich die liebevolle Aufforderung und Anweisung zu lesen:
Meditiere auf Naam, den Namen des Herrn (Gott).
Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus haben das Gur Mantar "Waheguru" offenbart. Sikhs bitten Gott darum, mit NAAM (Waheguru Naam) gesegnet zu werden.

Naam Japo/Naam Simran:

ist eine der wichtigen Hauptgrundlagen im Sikh Glauben. Es ist die Rezitation und Meditation auf die Existenz und Realität Gottes, auf Naam, mit dem "Gur Mantar Waheguru". Waheguru ist die Terminologie für Gott in der Sikh Religion.

Nagara:

Die Nagara ist eine übergrosse Kettle Trommel, die von Königen benutzt wurde als ein Symbol von Autorität. In der Sikh Tradition wurde die Nagara vom sechsten Sikh Guru, Guru Hargobind Sahib, eingeführt. Sie wird bei allen wichtigen Feierlichkeiten eingesetzt. Die Nagara wird häufig in Verbindung mit den Nihang Singhs und dem Khalsa Panth gebracht.

Nanakpanthis:

war eine frühe Bezeichnung für Satguru Nanak Dev's Anhänger.

Nirankar:

Formlos. Die Bezeichnung "Nirankar" bezieht sich auf den formlosen Schöpfer.

Nirankari:

Verehrer des Einen formlosen Schöpfers

Nirankaris:

Verehrer und Anbeter des formlosen Schöpfers. Es gab eine Nirankari Gruppe, die sich im Einklang mit der Gurmat Lehre und dem Ewigen Shabad Guru befand. Diese Nirankaris praktizierten viel Shabad Kirtan.
Von dieser Nirankari Gruppe spalteten sich Personen ab, die dort durch Fehlverhalten auffielen. Diese zweite Gruppe wurde als die "Nirankari Sekte" bekannt, die sich gegen die Lehre der Sikh Gurus stellte und die Gurmat Lehre abänderte und den Siri Guru Granth Sahib nicht als höchsten Führer der Sikhs anerkannten. Diese Nirankari Sekte wurde von Buta Singh gegründet. Sein Nachfolger wurde Avtar Singh und dessen Sohn Gurbachan Singh. Gurbachan Singh wurde der Führer dieser Nirankari Sekte. Er war dafür bekannt, die Sikh Gurus und den Ewigen Shabad Guru, den Siri Guru Granth Sahib, zu beleidigen, was auch seine Anhänger taten. Gurbachan Singh und seine Nirankari Sekte genossen damals den Schutz und die Unterstützung der Punjab- als auch der Zentralregierung. Um gegen diese Beleidigungen und Entwürdigungen, die sich gegen die Sikh Lehre, gegen die Sikh Gurus und Ihrem Ewigen Guru, dem Siri Guru Granth Sahib, richteten, wurde eine friedvolle Gegendemonstration gegen die Nirankaris abgehalten, bei der 13 friedvolle Sikhs von den Nirankaris getötet und zahlreiche Gursikhs verletzt wurden. Dieses Ereignis ist als "Amritsar Massaker von 1978" bekannt und hat die Situation im Punjab für immer verändert.

Nirgun:

Die Schöpferseele im Nirgun Aspekt ist nicht sichtbar, unmanifest, abstrakt, formlos, ohne Attribute, dennoch alldurchdringend - der ewige, zeitlose, transzendentale Aspekt der göttlichen Wahrhaftigkeit, Realität und Existenz Gottes. Der Schöpfer wird im Nirgun Aspekt mit folgenden Terminologien beschrieben:

  • WAHEGURU
    Wahe bedeutet: wundervoller Schöpfer/Erleuchter, der jenseits aller Erklärungen ist, in Worte nicht zu fassen, höchste Glückseligkeit, Bliss und Freude.
    Guru setzt sich aus Gu und Ru zusammen. Gu bedeutet Dunkelheit, Ignoranz, Unwissenheit. Ru zerstört diese Dunkelheit und schenkt das göttliche Licht von Wahrheit, Wissen und Erkenntnis.
  • AKAAL PURAKH: der ewige, zeitlose Eine Schöpfer, der niemals stirbt, jenseits von Zeit und Raum ist.
  • SATGURU: der wahre Aspekt und Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit. Der Satguru ist ohne Dualität. Satguru Nanak Dev ist die manifeste Sargun Form von Akaal Purakh Waheguru auf Erden - Ik roop hai.
  • SAT NAM: Sein Name ist Wahrheit.

Nirgun Sampardaye:

Eine Sant Tradition aus dem Norden Indiens.

Nirmal Panth:

beschreibt die Gemeinschaft der Makellosen (Unbefleckten), die dem Weg und Glauben von Satguru Nanak Dev folgen. Bhai Gurdas beschreibt den Nirmal Panth von Satguru Nanak Dev ausführlich in seinen Varan.

Nitnem:

umfasst die täglichen Sikh Gebete. Für getaufte Sikhs besteht das Nitnem insgesamt aus 7 Gebeten: Japji Sahib, Jaap Sahib, Tav Prasad Savaiye, Chaupai Sahib, Anand Sahib (40 Verse), Rehras Sahib und Kirtan Sohila. Eine Meditation mit dem Mool Mantar (Ik Oankar bis Nanak hosee bhee sach) und eine Waheguru Naam Meditation. Für ungetaufte Sikhs wird im Sikh Rehat Maryada ein Mindestmaß von 3 täglichen Morgengebeten, Abend- und Nachtgebet, sowie die Waheguru Naam Meditation empfohlen.

O
P

Paath/Path:

Die Rezitation und Lesung von Gurbani.

Paathi/Pathi:

Eine Person, die Gurbani rezitiert/liest.

Patshaah/Patshah:

Großer König.

Patshaahi/Patshahi:

Mehrzahl von Könige - beschreibt die Sikh Gurus.
Die Bedeutung von Patshaahi drückt Souveränität auf allen Ebenen aus. "Patshaahi Dasvin" z.b. ist der zehnte König, der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh.

Palki:

ist ein Palanquin, in dem der Siri Guru Granth Sahib feierlich installiert ist. Es ist der Thron des Gurus mit Überdachung.

Pandal:

ist ein temporärer Aufbau, der für öffentliche Veranstaltungen und Versammlung dient.

Panj Ishnaan:

Panj = fünf, isnaana = Waschung. Es ist das Waschen des Gesichts, beider Hände und beider Füsse, den fünf Körperteilen.

Panj Pyare:

Die fünf Geliebten. Die Panj Pyare folgten dem Ruf des zehnten Sikh Gurus, Guru Gobind Singh, an Vaisakhi 1699, um sich in der ersten Amrit Sanchaar Taufzeremonie in den Khalsa Panth in Sri Anandpur Sahib taufen zu lassen. An diesem Tag wurde der Khalsa Panth auf Willen Gottes kreiert. Sie waren die ersten fünf getauften Sikhs, die dem Ruf von Guru Gobind Singh folgten. Nach der Amrit Sanchaar/Khande di Pahul erhielten Sie den Nachnamen "Singh". Die fünf Geliebten waren: Bhai Daya Singh, Bhai Dharam Singh, Bhai Himmat Singh, Bhai Mohkam Singh und Bhai Sahib Singh. Seit Vaisakhi 1699 führen die Panj Pyare die originale Taufzeremonie in den Khalsa Panth durch. Sie repräsentieren den Nukleus des Guru Khalsa Panth und die Legislatur von Guru Gobind Singh. Guru ist die Khalsa und die Khalsa ist der Guru.

Panj Takht (Takhat):

Die fünf höchsten Sitze des Sikh Glaubens: Sri Akaal Takht, Sri Patna Sahib, Sir Kesgarh Sahib, Sri Damdama Sahib, Sach Khand Sri Hazoor Sahib.

Panth:

ursprünglich Weg, wie Marag oder Rah. Alle drei Begrifflichkeiten sind im Siri Guru Granth Sahib zu finden. Das Wort Panth wurde zunächst benutzt, um einen spirituellen und religiösen Orden und Weg zu beschreiben, wie Nath Panth, Kabir Panth. Im Bereich des Sikhismus wurde das Wort Panth für den Nirmal Panth von Satguru Nanak Dev eingesetzt, die Gemeinschaft der Unbefleckten (Makelosen), die diesem Weg folgen. Ebenfalls wird Panth für den Sikh Panth und Gurmukh Panth während der Zeit der ersten neun Sikh Gurus benutzt. Der Khalsa Panth wurde durch den zehnten Sikh Guru initiiert und beschreibt die Bruderschaft der Reinen und den Sikh Panth, die die spirituelle und politische Autorität der fünf Sikh Takhts und den Siri Guru Granth Sahib aktzeptieren. Der Sikh Panth beschreibt die gesamte Sikh Gemeinde, die dem Sikh Glauben angehört und dem Sikh Weg des Lebens - Sikhi - folgt. Die Begrifflichkeit von Panth wird auch für die Sikh Nation eingesetzt.

Panthic:

Eine Person, die sich den Grundsätzen der Gurmat Lehre und dem Khalsa Panth widmet. Es beschreibt die Grundlagen des Panths.

Panj Singh Sahiban:

Diese fünf Panj Singh Sahibs bilden den ökumenischen Rat von Sri Akaal Takht, um die prestinale Reinheit der Ideale des Guru Khalsa Panth zu schützen und die Sikh Gemeinschaft in wichtigen Fragen und Angelegenheiten im Einklang und den Interessen der Gemeinde zu führen.

Parcharak:

ist ein Sikh, der Vorträge über die Grundlagen der Sikh Lehre und der Sikh Geschichte gibt.

Parkash:

ursprüngliche Bedeutung: Erleuchten, manifest machen. Parkash beschreibt die morgendliche Zeremonie, den Siri Guru Granth Sahib aus dem Ruheraum zu holen und ihn für den Tag zu öffnen. Parkash ist die Öffnungszeremonie des Ewigen Shabad Guru, dem Siri Guru Granth Sahib, um das Hukamnama, die Gebete und Rezitationen für den Tag im Sikh Gurudwara durchzuführen.

Parikarma:

ist der Gehweg (Rundweg), der um die heiligen Sarovars (heiligen Seen) und Gurudwaras angelegt ist.

Parna:

ein loser Schal, der um den Hals getragen wird - meist in der Farbe weiß.

Patase:

gepuffte Zuckerstücke. Sie werden bei der Amrit Taufzeremonie in den Khalsa Panth seit 1699 für die Herstellung des Tauf Wassers benutzt. Sie werden mit dem Khanda, einem doppelseitigen Schwert, in einer Eisenschale (Sarbloh Batta) zerkleinert und aufgelöst.

Patit:

ist eine Person, die vom Sikh Weg und der Gurmat Lehre abfällt. Es gibt vier Taten, die ein Sikh nach dem Gurmat Rehat Maryada und dem Sikh Rehat Maryada nicht tun sollte: a. Haare schneiden, b. Untreue in der Ehe, c. Rauchen und Intoxikationen konsumieren, d. Fleisch essen. Das moderne SRM von 1946 geht auf einen beschränkten Fleischkonsum ein, wohingegen die traditionellen Puratan Maryadas (alten Verhaltenskodexe) und das Gurmat Rehat Maryada den Konsum von Fleisch für getaufte Sikhs grundsätzlich ablehnen. Die große Mehrheit der Sikhs sind Lakto Vegetarier.

Patka:

ist ein kleines Stück Tuch, das den Kopf und das Haar bei Sikh Jungen bedeckt. Die Bindetechnik des Patka ist leicht zu erlernen und ist praktisch im täglich Leben für die Sikh Jungen zu tragen.

Pir/Peer:

Heiliger Muslime. Ein Mann Gottes.

Pehardar:

Wachmann. Der Pehardar steht z.B. während der Amrit Taufzeremonie in den Khalsa Panth vor der Tür.

Phunhé:

Poetische Komposition. Die erste Zeile besteht aus 11 Matras und die zweite aus 10 Matras.

Pothi Sahib:

Das Pothi Sahib ist von der Form her grösser als ein Gutka Sahib (Sikh Gebetsbuch) und kleiner als der Siri Guru Granth Sahib. Das Pothi Sahib beinhaltet die gesamten Heiligen Hymnen, die im Siri Guru Granth Sahib enthalten sind. Ein Gutka (Sikh Gebetsbuch) beinhaltet dagegen nur die täglichen Nitnem Banis - Gebete - und weitere Zusatzgebete.

Puranmashi/Pooranmashi:

Vollmond Nacht. Gemäss den traditionellen Sikh Quellen, wie Bhai Bala Ji, Sri Gurpratap Suraj Granth, Damdami Taksal u.v.a., erschien Satguru Nanak Dev im Monat Katak - Oktober/November 1469 zu Puranmashi (Vollmond) auf Erden. Die SGPC, im 20. Jahrhundert entstanden, hat das Avtar Datum von Satguru Nanak Dev auf den 15. April 1469 angegeben und festgesetzt. Wohingegen alle alten traditionellen Sikh Institutionen dem Katak Datum folgen. Jedes Jahr wird weltweit Satguru Nanak Dev's Erscheinen traditionell im Monat Katak gefeiert und nicht im Monat Vaisakh. (Mehr Info: siehe Erscheinen von Satguru Nanak Dev unter Zehn Sikh Gurus).

Puratan:

Tradition, Traditionell, alt.

Q
R

Raagmala/Ragmala:

bedeutet "The Rosary of Love". Raagmala ist das Abschluss Gebet im Siri Guru Granth Sahib. Die große Mehrheit der Sikhs liest gemäss der Sikh Tradition Raagmala. Es gibt einige wenige Sikh Gruppen, die keine Raagmala lesen.

Raag/Rag:

Das Kirtansingen wird von klassischer Sikh Musik begleitet, die auf RAAG - musikalischen Themen und TAAL - Rhythmusmodellen aufbaut. Die Musikinstrumente, die beim Shabad Kirtan benutzt werden, sind das Harmonium, die Tabla sowie Streichinstrumente, die Dilruba, die Taus und/oder die Sarangi/Saranda und Tanti Saaz. Die Sikh Gurus haben den Siri Guru Granth Sahib in 31 Haupt Raags, 31 gemischte Raags (Mishrat Raags) und 17 unterschiedlichen TAALA definiert und aufgeschrieben. Sie bilden die Grundlage für die musikalischen Kompositionen des Shabad Kirtan. Jede RAAG ist in sich einzigartig und beschreibt eine Gefühlsstimmung. Alle Heiligen Hymnen eines Kapitels sollten möglichst in der spezifisch-vorgegebenen RAAG gesungen und vorgetragen werden, um den Effekt für Geist, Körper und Seele wahrzunehmen. Der Titel der Hymne trägt eine Zahl, die angibt, welcher Sikh Guru die RAAG komponiert hat. Heute wird wieder zunehmend der traditionelle Raag Stil, den die Sikh Gurus lehrten und vorgaben, praktiziert.

Raagi:

ist die Person, die den Kirtan musikalisch und gesanglich vorträgt.

Rehat:

Disziplin, Weg des Lebens.

Rehat Maryada:

Im Sikh Glauben beschreibt das Rehat Maryada den Verhaltenskodex und die Verhaltensrichtlinien für die Sikhs. Sie wurden von den Sikh Gurus vorgegeben und verfasst sowie von prominenten Gursikhs niedergeschrieben.

Rehatnama:

Verhaltenskodex, Richtlinien und Anweisungen u.a. direkt für den Khalsa Panth.

Rehras Sahib:

Abendgebet

Rumala:

ist ein besonders hübsches Tuch bzw. Überdecke, das den Heiligen Siri Guru Granth Sahib bedeckt.

Raj Karega Khalsa:

Die Khalsa möge regieren. Das Konzept von Raj Karega Khalsa beschreibt das Königreich Gottes, welches das reine, ewige, zeitlose All-Bewusstsein von Souveränität und Reinheit widerspiegelt, manifest in der Khalsa. Der Schöpfer selbst ist das Reine Bewußtsein, seine Legislatur von Souveränität und Reinheit wird ewig regieren. Die Khalsa wurde auf den Willen Gottes, als Akaal Purakh Fauj gegründet.

S

Sach/Sat:

wahr und Wahrheit - wird u.a. benutzt, um die Qualität des Schöpfers zu beschreiben, das Gott keine Abstraktion ist, sondern Realität, die ewige höchste Wahrheit, die von Anbeginn bis in alle Ewigkeit existent ist und für immer wahr sein wird.

Sach Khand:

Die Ebene der absoluten Ewigen Wahrheit - das Reich Gottes.

Sach Achar:

ist das Aufrichtige Leben, welches die Sikh Gurus den Menschen lehren.

Sachiara (Gurmukh):

Eine Person, die aufrichtig und wahrheitsgemäss ist. Sie lebt ein auf Guru/Gott ausgerichtetes Leben.

Saadh Sangat:

Die Versammlung der Heiligen. Die Gemeinde der Sikhs im Gurudwara wird als Saadh Sangat bezeichnet, hier wird der allmächtige Schöpfer Waheguru, seine Heiligen Hymnen gelobpreist, besungen und meditiert.

Sahib:

heisst übersetzt Meister. Sahib wird ebenfalls als Zusatz für den Ausdruck der Ehrerbietung verwendet.

Sahibzada:

Sohn von Guru Gobind Singh. Chaar Sahibzade sind die vier Söhne von Guru Gobind Singh, Baba Ajit Singh, Baba Jujhar Singh, Baba Zorawar Singh und Baba Fateh Singh.

Samparda/Sampardaye:

Sikh Lehrinstitution, die sich um das Erlernen und Weitergeben der Gurmat Lehre, Gurbani, Santhiya, Shabad Kirtan, Raag Kirtan, Sikh Ithihaas, Gatka, Amrit Taufe und Sikh Traditionen einsetzt.

Sangat:

Versammlung. Beschreibt die Sikh Gemeinde.

Sangrand:

Der erste Tag des Neumondes gemäss dem Solar (Sonnen) Kalender.

Sant:

Heiliger; Sikh Heiliger.

Sant-Sipahi:

Der Sant verweist auf eine weise und rechtschaffene Person, die Wissen und Erfahrung über Gott und seine Schöpfung besitzt. Ein Sant ist stets mit Guru/Gott durch Waheguru Naam und Gurbani verbunden. Er vergisst nie den Namen Gottes (Waheguru) und lebt in Gottesfurcht und Hingabe. Der Sant handelt im Einklang und nach dem Willen Gottes.
Sipahi bedeutet Krieger, bereit zu sein, sein Leben für einen rechtschaffenen Zweck einzusetzen. Ein Sant-Sipahi setzt sich für Wahrheit, Frieden, Freiheit und Rechtschaffenheit aller ein. Er hat die Aufgabe, die Schwachen und Unterdrückten zu beschützen und das Dharam, die Rechtschaffenheit auf Erden aufrecht zu erhalten und zu bewahren.

Santokh:

bedeutet Zufriedenheit.

Sarab Loh:

Reines Eisen.

Sargun:

Die Schöpferseele ist Nirgun (nicht sichtbar, unmanifest) und Sargun (sichtbar, manifest). Im Sargun Aspekt manifestiert sich das göttliche Licht der kosmsichen All Seele in den zahlreichen Formen, die mit Qualitäten, Eigenschaften und Attributen ausgestattet sind. Sichtbar und immanent in der gesamten manifestierten Schöpfung. In der Gurbani, in den Heiligen Hymnen und Versen des Siri Guru Granth Sahib, sowie in der Verkörperung der zehn Satgurus, die Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit auf Erden sind.

Saroop:

Eine Ausgabe (Edition) des Siri Guru Granth Sahib.

Sarovar:

Ein Heiliger See, heiliges Gewässer vor und neben einem Gurudwara, wo Sikhs und Pilger eintauchen können. Die Sarovars im Sikh Glauben haben eine wichtige und tiefe Bedeutung. Sie wurden von den Sikh Gurus erbaut und gesegnet. Der fünfte Sikh Guru, Guru Arjan Dev, schreibt über den Heiligen Amrit See vor dem Sri Harmandir Sahib (Goldenen Tempel) in Amritsar:

Raamdaas sarovar naatae||
Sabh laathae paap kamaatae||2||

Beim Baden im heiligen See von Guru Ram Das
werden alle Sünden, die eine Person begangen hat, weggewaschen.

Bathing in the sacred pool of Guru Raam Das,
All the sins one has committed are washed away.
(SGGS Ang, 6249

Satguru:

Der wahre Guru. Der Schöpfer ist der wahre Guru (Gott). Akaal Purakh Waheguru, Gott in seiner Nirgun Form (nicht sichtbar, unmanifest), hat sich in Form des Satgurus auf Erden manifestiert (Sargun: sichtbar, manifest). Der Satguru ist der Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit und Realität auf Erden. Akaal Purakh Waheguru und Satguru Nanak Dev sind untrennbar voneinander: Ik Roop Hai.

Sarbat da Bhala:

Wohlergehen, Wohlstand und Frieden für alle Menschen auf der Welt.

Savaiye:

eine Form von Poesie mit spirituellem religiösen Inhalt, Lobrede.

Sehaj Path:

Die vollständige Lesung/Rezitation des Siri Guru Granth Sahib ohne eine zeitliche Begrenzung.

Seva/Sewa:

Selbstloser Dienst, ohne Erwartung von Gegenleistung. Selbstloses Dienen, um Gottes Liebe und Gnade zu erhalten.

Sevadar/Sewardar:

ist die Person, die den selbstlosen Dienst durchführt.

Shabad:

Die Heiligen Hymnen, das göttliche Word, dass die Sikh Gurus und ie Heiligen Bhagats direkt von Gott empfingen und der Menschheit offenbarten. Der Siri Guru Granth Sahib wird auch als der "Shabad Guru" bezeichnet, in ihm ist das Heilige Wort Gottes/Gurus manifest.

Shaheed:

Sikh Märtyrer.

Shakti:

Macht, Kraft, Stärke, Energie, Autorität.

Shastar:

Waffen.

Sidhs

Eine Gruppe von Weisen & Heiligen, die Yoga praktizierten. In Sidh Ghost spricht Satguru Nanak Dev mit den Sidhs (Siddhas) und unterweist diese und schenkt ihnen die spirituelle Erkenntnis, die ihnen noch fehlte.

Sikhi:

Originale Terminologie für den Sikh Glauben. Die Sikh Gurus und Gursikhs benutzen die Begrifflichkeit der Sikhi in den Sikh Schriften. Sikhi ist das Praktizieren der Grundlagen, die auf das Wort Gottes/Gurus - Gurbani und die Lehre der Sikh Gurus, die Gurmat Lehre aufbaut. Sikhi wird als der "Sikh Lebensweg", der "Sikh Way of Life" bezeichnet, der von Satguru Nanak Dev vor über 500 Jahren eingeführt wurde. Die Sikhi hat sich heute zur fünftgrössten Weltreligion mit über 27 Mio. Anhängern entwickelt.

Sikhs:

Schüler und Lerner. Ein Sikh folgt der Lehre und den Anweisungen der zehn Sikh Gurus und betet, dient und folgt nur dem Einen universellen Schöpfer, Akaal Purakh Waheguru.

Shudh:

Korrekt/vollständig.

Shudh Santhiya:

Korrekte und vollständige Aussprache von Gurbani.

Simran:

Meditation (siehe Naam Simran).

Singh:

Löwe. Der Nachname von getaufen Sikh Männern.

Singh Sabha:

Eine spirituelle, religiös ausgerichtete Reformbewegung, die im Jahr 1873 begann, um zunächst auf Mißstände aufmerksam zu machen. Institutionen, wie das Khalsa College und lokale Gurudwaras verdanken der Singh Sabha Bewegung ihre Existenz.

Siropau/Siropa/Saropa:

ursprünglich aus dem persischen stammend, ist der Siropa ein Schal, der als Kennzeichen für Ehre, Respekt, Segen, Tugend und Einsatz in Gegenwart des Siri Guru Granth Sahib einer Einzelperson oder einer Sikh Gruppe verliehen wird.

Sri:

Ehrerbietung für die Heiligkeit. Drückt das Höchste, Oberste und Größte aus.

Sri Dasam Granth:

Eine Anthology von Sikh Hymnen, Gebeten und der Autobiographie des zehnten Sikh Gurus, Guru Gobind Singh. Es ist die Schrift (Buch) des zehnten Gurus, dem zehnten König. Die Gebete Jaap Sahib und Tav Prasad Savaiye, die zu den täglichen Nitnem Banis gehören, die ein Sikh praktiziert, stammen aus dem Sri Dasam Granth, sowie die ersten neun Zeilen vom Ardaas.

Siri Guru Granth Sahib:

Der Siri Guru Granth Sahib stellt die höchste spirituelle Autorität im Sikh Glauben dar. Es ist der Ewig-lebende Guru der Sikhs. Die Sikh Gurus haben das Wort Gottes direkt empfangen und im Siri Guru Granth Sahib offenbart. Der Ewige Shabad Guru lehrt die Methode zur Vereinigung mit der allmächtigen und wundervollen All-Seele des Schöpfers. Der Siri Guru Granth Sahib ist in 31 Haupt Raags, 31 Mishrat Raags und 17 unterschiedliche Taala unterteit. Sie bilden die Grundlage für die musikalischen Kompositionen des Shabad Kirtan. Der Siri Guru Granth Sahib verkörpert Shant und Prem Ras - die Essenz von Frieden und Liebe. Der Siri Guru Granth Sahib hat 1430 Angs (Gliedmaße/Seiten) und 5864 Verse (Quelle: Damdami Taksal).

Sukhaasan/Sukhasan:

ursprüngliche Bedeutung - Position von Bliss, Glückseligkeit und Komfort. Sukhasan beschreibt die Zeremonie, den Siri Guru Granth Sahib am Abend zu schliessen und Ihn für die Nacht in einen separaten Raum zu bringen: Sukhaasan Asthan, in Sach Khand.

T

Taabiyaa/Tabiya:

Guru Granth Sahib's Plattform.

Tankhaah/Tankhah:

Strafe. Das Konzept von Tankhaah basiert auf einer liebevollen Vergebung und beinhaltet in der Regel bestimmte Gebete und mehr Seva (ehrenamtliche, selbstlose Arbeit) durchzuführen. Bei Verstößen gegen die Gurmat Lehre der Sikh Gurus, bei sozialem Fehlverhalten etc. können die fünf Geliebten (Panj Pyare) eine Strafe auferlegen. Besteht die Person jedoch weiterhin auf ihr Fehlverhalten oder auf den Verstoß, kann sie von den fünf Geliebten und dem Sri Akaal Takht, dem höchsten temporalen Sitz der Sikh Autorität, aus dem Sikh Panth ausgeschlossen (exkommuniziert) werden.

Tav Prasad Savaiye:

Dieses Bani (Gebet) gehört zu den fünf Morgengebeten eines getauften Sikhs und stammt aus dem Sri Dasam Granth von Guru Gobind Singh.

Tosakhana:

Aufbewahrungsraum für wertvolle Gegenstände und Artikel.

U

Udasi:

Der Udasi Orden wurde von Baba Sri Chand, dem ältesten Sohn von Satguru Nanak Dev als eine Asketen Sekte gegründet. Während der Zeit des sechsten Sikh Gurus, Guru Hargobind Sahib, wurde dieser Orden für den Sikhismus von Wichtigkeit. Die Udasis spielten eine prominente Rolle, die Sikh Gurudwaras in schwierigen Zeiten zu beschützen. Außerhalb des Punjab etablierten und verwalteten die Udasis die Sikh Gurudwaras. Guru Hargobind Sahib's ältester Sohn, Baba Gurditta, ging in den Udasi Orden. Es gab eine Zeit, wo die Udasis die Loyalität des Guru Hauses mißachteten, indem einige wenige Udasis die Gurudwaras nicht ordnungsgemäss verwalteten. Heute befinden sich der Udasi Orden und die Sikh Gemeinde in einer kommunalen Harmonie, die von Freundschaft und Respekt gekennzeichnet ist.

Ustad:

eine Terminologie, die für einen hochentwickelten Lehrer benutzt wird (z.B. Raag Kirtan).

V

Vaheguru (englische Transliteration):

siehe Waheguru.

Vaisakhi:

An Vaisakhi, 30. März 1699, wurde die Khalsa auf den Willen von Akaal Purakh Wahegurus durch Guru Gobind Singh in Sri Anandpur Sahib manifestiert. Der Takht Sri Kesgarh Sahib, einer der fünf höchsten Sitze des Sikh Glaubens, befindet sich in Sri Anandpur Sahib. Vaisakhi fällt durch die Kalenderumstellung heute auf den 13. April oder auf den 14. April. An diesem Tag wird auch das Erntedankfest im Punjab gefeiert (siehe Baisahki).

Varna Ashram Dharma:

ist das Hinduistische Kastensystem, dass die Menschen in vier Hauptkasten und weitere Unterkasten von Geburt einteilt. Das Hindu-Kastensystem basiert auf Ungleichheit und verweigert den unteren Kasten Chanchengleichheit und damit grundlegende demokratische Rechte und Werte in der Entwicklung von Bildung und Beruf. Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus lehnten dieses Kastensystem ab. Mit Einführung des Khalsa Panth an Vaisakhi 1699 hat Guru Gobind Singh die Menschen aus dem 4 Kastensystem "befreit":

"ਉਪਮਾ ਖ਼ਾਲਸੇ ਜਾਤ ਨ ਕਹੀ
Oupama Khalsae Jath n Kehee
Ein Lob auf die kastenlose Khalsa.
"Von heute an seid ihr von den vier Bindungen der Kasten in der Gesellschaft befreit: Krit, Kul, Dharam und Karam"

Durch die Initiierung in den Khalsa Panth an Vaisakhi 1699 wurde das Kastensystem für alle Menschen, die sich dem Sikh Glauben anschlossen, abgeschafft.

Vidiya:

Bildung, Erziehung, Lehre, Wissen.

W

Waak/Wak:

siehe Hukamnama & Mukhwaak.

Waheguru:

Waheguru ist eine Terminologie für Gott im Sikh Glauben. Waheguru ist der Wundervolle Erleuchter/Schöpfer, in Worte nicht zu fassen, der die Dunkelheit der Unwissenheit und Ignoranz vertreibt und das Bewußtsein mit dem göttlichen Licht von Wahrheit, Wissen und Erkenntnis segnet. Waheguru führt die Menschheit von der Dunkelheit ins Licht Gottes. Waheguru ist Gur Mantar (Gurmantra), mit dem sich die Sikhs an Gott und seine Qualitäten erinnern. Durch Waheguru Rezitation/Meditation verbindet sich die Individual Seele mit der kosmischen All Seele des wundervollen Erleuchters - Waheguru. Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus geben immer wieder die liebevolle Anweisung, sich an den Einen Namen, an das Mantar Gottes, an Waheguru, zu erinnern und darauf zu meditieren und sich mit Gott zu vereinen (siehe Gur Mantar Waheguru).

Waheguru ji ka Khalsa Waheguru ji ki Fateh:

Die Khalsa gehört Waheguru (Gott), der Sieg gehört Waheguru (Gott). Es ist die Sikh Salutation und die Grußformel des Khalsa Panth.

X
Y
Z

Zafarnama:

Das berühmte Zafarnāma war ein Siegesschreiben, das Sri Guru Gobind Singh 1705 an den Mogul Kaiser Aurangzeb nach der Schlacht von Chamkaur schrieb. Der Brief wurde von Guru Gobind Singh in perfektem Persisch verfasst. Das Zafarnama ist Teil des Sri Dasam Granth.

Zulum:

Tyrannei, Folter, Hinrichtung.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Enzyklopädie der Sikh Literatur

Guru Shabad Ratnakar Mahan Kosh ist eine Enzyklopädie der Sikh Literatur, die von Bhai Khan Singh Nabha 1912 begonnen wurde. Dieses Meisterwerk wurde im Jahr 1926 nach 14 Jahren Forschung und aufwendiger Arbeit vom fürstlichen Staat Patiala herausgegeben. Es wurden damals 51.000 Rs. für die Veröffentlichung des Mahan Kosh ausgegeben. Aufgrund der Anzahl von tausenden Seiten wurde das Buch in mehrere Bände aufgeteilt. Mahan Kosh von Bhai Khan Singh Nabha dient immer noch als eines der zuverlässigsten Referenzmaterialien für die Erforschung des Sikh-Glaubens, Ansichten als auch der Punjabi Kultur.

Guru Shabad Ratnakar Mahan Kosh from Bhai Khan Singh Nabha. An encyclopedia of Sikh literature started in 1912 and this masterpiece was accomplished in 1926 after 14 years of research and painstaking effort. Finally published by the princely state of Patiala. The state spent Rs.51,000 on its publishing. Because of the many thousand pages, the book was divided into several volumes. It still serves as one of the most reliable reference material for research on Sikh faith and beliefs and also on the Punjabi culture.

Mahan Kosh Volume 1
Mahan Kosh Volume 2
Mahan Kosh Volume 3