Operation Blue Star 1984 - Amritsar Ghallughara (ਅੰਮ੍ਰਿਤਸਰ ਘੱਲੂਘਾਰਾ)

Um den Angriff auf den Sri Harmandir Komplex im Jahr 1984 zu verstehen, ist es wichtig, die historischen Entwicklungen von 1849 bis 1984 zu berücksichtigen. Oft wird in den Medien berichtet, daß die Indische Regierung 200-240 bewaffnete Widerstandskämpfer aus dem Sri Akaal Takht und dem Sri Darbar Sahib töteten, die einen separaten Staat Khalistan forderten. Sant Jarnail Singh Bhindranwale und seine Anhänger forderten zu dem Zeitpunkt keinen separaten Staat, sondern die Umsetzung der Anandpur Resolution, die Gerechtigkeit auf sozio-ökonomischer und politischer Ebene für Sikhs garantieren sollte, als auch die Wahrung der Sikh Identität.

Als Vergeltung auf den Angriff des Sri Harmandir Komplex im Juni 1984 durch die Indische Armee, wird die Regierungschefin Indira Gandhi von ihren zwei Sikh Leibwächtern, Beant Singh und Satwant Singh, am 31. Oktober 1984 erschossen.

  • Was ist 1984 passiert?
  • Welche Faktoren spielten eine Rolle, daß es zu dieser Auseinandersetzung kam?
  • Warum hat die Indische Armee den Sri Harmandir Sahib Komplex an einem Hauptfeiertag der Sikhs, dem Martyrium des fünften Sikh Gurus, Guru Arjan Dev, angegriffen, um eine Zentralfigur zu beseitigen, die überall im Punjab bis dahin frei Reden hielt?
  • Warum haben bereits 18 Monate zuvor Spezialeinheiten der Armee an einer Replika des Sri Harmandir Sahib den Angriff üben lassen (nahe Chakrata Cantonment im Doon Valley)?
  • Ein weiteres Trainings-Camp befand sich in der Sarsawa Gegend und Yamuna, wo Hubschrauber mit schwerem Geschütz umgebaut wurden, wobei sich Jarnail Singh Bhindranwale noch gar nicht im Sri Harmandir Sahib Komplex aufhielt. Am 15. Dezember 1983 verlegt Jarnail Singh Bhindranwale aufgrund der Einladung von Gurcharan Singh Thora, SGPC Präsident seinen Sitz in ein anliegendes Gebäude des Sri Akaal Takht Sahib.
  • Welche Bitten und Forderungen hatten die Sikhs gegenüber der Indischen Regierung?
  • Welche Meldungen wurden weltweit verbreitet?
  • Welche Auswirkungen hatte dieser Angriff auf das Heiligtum der Sikhs und das gemeinsame Miteinander in Indien und in der Welt?
  • Was geschah nach 1984?

Ein historischer Überblick

Vor 1984:
Sikhs besitzen ihr eigenes distinktes Glaubenssystem. 1708 überträgt der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh, die Guruschaft auf den Siri Guru Granth Sahib und ernennt Ihn zum Ewig-lebenden Guru der Sikhs. Seitdem wird der Siri Guru Granth Sahib als die höchste religiöse Autorität im Sikh Glauben verehrt. Die Botschaft des Siri Guru Granth Sahib ist universell, vereinigend und friedensstiftend.

Juni 1984
Das Indische Militär stürmt den Sri Harmandir Sahib Komplex In diesem Angriff werden laut Angaben bis zu 5000+ unschuldige Zivilisten getötet. Die Opferzahlen laut der Indischen Regierung werden in den White Paper mit 493 angegeben. Diese Zahl schließt Zivilisten als auch die 200-240 Widerstandskämpfer, die kurz vor dem Angriff als 'Terroristen' bezeichnet wurden, ein. Das Sikh Museum veröffentlicht, daß das Amritsar Krematorium 3300 Opfer angab. Chand Joshi berichtet von über 5000 Opfern. Augenzeugen und Überlebende sprechen von mehr als 8000 Opfern.
(Quelle: Sikhmuseum.com)

Chronologie Juni 1984

  • 25. Mai 1984 - Die Indische Armee, mit einem Kontingent zwischen 70.000 - 100.000 Soldaten, wird im Punjab eingesetzt.
  • 1. Juni 1984 - Zehntausende Armeetruppen werden stationiert. Am 1. Juni 1984 wird der Sri Harmandir Sahib Komplex umstellt. Die Border Security Force und die Central Reserve Police Force beginnen auf Befehl der Indischen Armee auf den Sri Darbar Komplex zu schießen, in dem mindestens 8 Menschen ihr Leben verlieren. Dies geschieht ohne Vorwarnung. Das Feuer wird danach wieder eingestellt.
  • 2. Juni 1984 - Kein Feuergefecht, aber die Atmosphäre ist hoch angespannt.
  • 3. Juni 1984 - Feiertag von Sri Guru Arjan Dev, mehr als 10.000 gläubige Sikh Pilger befinden sich im Sri Harmandir Sahib Komplex. Den Pilgern ist es nicht mehr gestattet, den Komplex zu verlassen.
  • 4. Juni 1984 - Die Indische Armee greift am 4.ten Juni 1984 zu Amrit Vela (ca. 4:00 Uhr morgens) den Sri Darbar Sahib Komplex an.
  • 4. bis 7. Juni 1984 - Die folgenden Tage sind gekennzeichnet durch starke Feuergefechte und dem Einsetzen von Panzern seitens der Indischen Armee.
  • 7. Juni 1984 - Die Sikh Referenz Library wird zerstört und nieder gebrannt. Wertvolle Bücher und Manuskripte werden in Säcken wegtransportiert und katalogisiert (siehe Sikh Referenz Library).
  • 10. Juni 1984 - Indische Soldaten kämpfen noch gegen 4 Sikh Militanten, die sich im Keller des Gebäudes aufhalten. Danach ist Operation Blue Star beendet.

November 1984
Nachdem das höchste Heiligtum der Sikhs in Amritsar zerstört wird und tausende unschuldige Zivilisten dabei getötet werden, wird Indira Gandhi von ihren zwei Sikh Leibwächtern, Beant Singh und Satwant Singh erschossen. Mitglieder der Congress Partei organisieren in einem Geheimtreffen eine 3-Tage lang andauernde Tötung von Sikhs. Zeitungs- und Medien Quellen zufolge, waren auch Mitglieder von BJP/RSS an den Pogromen beteiligt. 34 Jahre später, spricht das Oberste Gericht, sechs der Hauptverantwortlichen schuldig und verhängt eine lebenslange Haft.

1849-1947 Das Britisch-Indische Königreich
  • Das Britische Königreich annektiert 1849 das große Sikh Königreich von Maharaja Ranjit Singh.
  • Bis zur Indischen Unabhängigkeit im Jahr 1947 kämpfen die Sikhs mutig für die Entkolonialisierung Indiens.
  • Sikhs, weniger als 2% der indischen Gesamtbevölkerung, stellen über 80% der Soldaten im indischen Freiheitskampf.
  • Mahatma Gandhi und Nehru versprechen den Sikhs innerhalb des föderalen Indiens volle Rechte und Mitspracherecht in Gesetzesentscheidungen.
  • Before India became independent the Hindu leaders of the new nation Nehru and Gandhi promised that Sikhs would be given full rights in India and that no law would be passed without consulting Sikhs.
    "...in future, the Congress shall accept no constitution which does not meet with the satisfaction of the Sikhs"
    (The Lahore session of the Congress Party. December 31, 1929)
    "...the brave Sikhs of Punjab are entitled to special considerations. I see nothing wrong in an area set up in the North of India wherein, the Sikhs can also experience the glow of freedom."
    (Jawahar Lal Nehru, Lahore Bulletin, January 9, 1930)
    "I ask you to accept my word and the Resolution of the Congress that it will not betray a single individual much less a community... If it ever thinks of doing so, it would only hasten to its own doom. Let God be the witness of the bond that binds me and the Congress with you (the Sikhs)... and our Sikh friends have no reason to fear that it would betray them... (M. K. Gandhi, Communal Unity, pg. 165-167) Speech: M.K. Gandhi, Young India, March 19, 1931
  • Der Bundesstaat Punjab wird 1947 von den Engländern geteilt, territorial geht der größere Anteil nach Pakistan, weniger als 50% geht nach Indien. Die Grenzlinie wird von dem Engländer Sir Cyril Radcliffe gezogen und ist seitdem als Radcliffe Line, bekannt.
  • 60% der Sikhs werden zu Flüchtlingen und Heimatlose.
  • Insgesamt werden 14 Mio. Menschen vertrieben.
  • ca. 1 Million Sikhs sterben.

1947-1950 Die Unabhängigkeit Indiens und die neue Verfassung
  • Die neue Konstitution des unabhängigen Indiens.
  • Sikhs, wie auch Buddhisten u.a., werden in der Verfassung als "Hindus" bezeichnet. Die Sikh Heirat, "Anand Karaj", wird staatlich nicht anerkannt.
  • Punjabi darf nicht Punjabs erste Sprache sein.
  • 75% des Wasser und 70% der Einnahmen werden in andere Bundesstaaten transferiert.
  • Vallabh Patel, Congress sagt: Die Sikhs haben das Boot verpasst
    (Quelle: Sirdar Kapur Singh).
  • Sikhs fühlen sich betrogen und lehnen es ab, die Konstitution zu unterzeichnen.

1950-1966 Punjabi Suba Movement
  • Die Umstände haben sich geändert betont Nehru 1954, al er auf die Versprechungen, die er abgab, angesprochen wird.
  • Indische Staaten werden aufgrund ihrer Sprache re-organisiert. Der Bundesstaat Punjab wird dabei nicht berücksichtigt.
  • Massen von Sikhs demonstrieren friedlich für sozial-politische Gerechtigkeit.
  • 26.000 friedvolle Sikhs werden 1960 dabei festgenommen.
  • 1966 kreiert die Regierung einen Punjabi sprechenden Staat, jedoch nur aus ein drittel der ursprünglichen Größe des Punjab.
  • Die Zentralregierung verneint dem Punjab sein eigenes Kapital und zunächst die Kontrolle über die Wirtschaftspolitik.

1966-1984 Die Anandpur Resolution & Dharam Yudh Morcha
1984-1987 Die politische Struktur im Punjab
  • 1971 demonstrieren mehr als 250.000 Sikhs friedlich für angemessene sozio-ökonomische Grundlagen der Anandpur Resolution
  • Die Regierung verneint den Sikhs gleiche Rechte.
  • Die Propaganda beginnt, Sikhs als Separatisten zu bezeichnen.
  • 1975 rufen Sikhs zur Demonstration auf, um gegen die Auflösung des Parlaments zu protestieren. Indira Gandhi wird vom Indischen Gericht wegen Wahlbetrugs verurteilt und muß für 1 Woche ins Gefängnis. Indira Gandhi hebt die Verfassung auf, um weiter an der Macht zu bleiben.
  • Sikhs demonstrieren friedvoll gegen dieses Vorgehen. Tausende werden daraufhin in Gefängnissen inhaftiert.
  • 1978 werden 13 friedvoll demonstrierende Sikhs getötet, während die Polizei unbeteiligt daneben steht und die Aggressoren der Nirankari Sekte (Anti Gurmat/Anti Sikh Liga) walten lässt. Infos dazu unter Das Amritsar Massaker 1978 - .
  • Lala Jagat Narain, Editor in Chief der Hind Samachar Zeitung wird aufgrund seiner Anti-Sikh Propaganda, die er in seiner Zeitung veröffentlicht, am 9. September 1981 ermordet. Sant Jarnail Singh Bhindranwale wird zunächst verdächtigt, in diesem Mord involviert zu sein. Er wird daraufhin festgenommen, da aber keine Beweise gegen ihn vorliegen, wird er wieder freigelassen. Der Täter Ranjit Singh, wie sich später herausstellte, gehörte nicht zu Sant Jarnail Singh Bhindranwale, sondern zur Akhand Kirtani Jatha (AKJ). Ranjit Singh mußte für diese Tat 13 Jahre ins Gefängnis.

  • 1982 starten die Sikhs die "Dharam Yudh Morcha", eine Bewegung, die sich friedvoll für sozial-politische Gerechtigkeit und für die Wahrung der Sikh Identität einsetzt, um die Anandpur Resolution umzusetzen.
  • Diese Massenbewegung wird von verschiedenen Sikh Führern, wie Harchand Singh Longowal und Sant Jarnail Singh Bhindranwale geleitet. Sant Jarnail Singh Bhindranwale wird zunehmend als Separatist dargestellt.Die Gruppe von Harchand Singh Longowal setzte sich aus Anhängern Longowals, Badals und Naxaliten Kommunisten zusammen.
    (Quelle: Was Bhindranwale A Congress Creation? Baldev Singh)
  • Am 28. März 1983 veröffentlicht das British House of Lords in einer Resolution, daß Sikhs eine Nation sind.
  • Ein Wendepunkt stellt die Ermordung von Surinder Singh Sodhi am 14. April 1984 dar. Surinder Singh Sodhi war ein enger Vertrauter von Sant Jarnail Singh Bhindranwale. Er sollte beseitigt werden. Gurcharan Singh, ein Naxalit Kommunist und der Sekretär von Harchand Singh Longowal war maßgeblich in dem Auftragsmord von Surinder Singh Sodhi involviert. Es wurden dem Schmuggler Surinder Shinda und seiner Frau Baljit Kaur eine Summe von Rs. 50 Lakh angeboten, um Sant Jarnail Singh Bhindranwale zu töten und 25 Lakh Rupees wurde ihnen für den Mord an Surinder Singh Sodhi angeboten. Shinda führt den Auftrag durch und erschießt Surinder Singh Sodhi in einem Teeladen, wo Shindas Frau ihn mit dem Vorwand hinbestellte, daß sie dringend mit ihm sprechen wollte, weil sie Hilfe benötigt.
    *Surinder Singh Sodhi stammte vom Nihang Panth Tarna Dal und schloß sich Sant Jarnail Singh Bhindranwale an.
  • Am 25. April 1983 wird DIG Avtar Singh Atwal, als er aus dem Sri Harmandir Sahib kommt, erschossen. DIG Avtar Singh Atwal hatte zuvor zwei Männer beauftragt, Sant Jarnail Singh Bhindranwale zu kidnappen, und ihn töten zu lassen. Die Männer wurden identifiziert.
  • Jarnail Singh was not charged with crimes or terrorist activities nor did he have an outstanding arrest warrant from which he was hiding or attempting to abscond. India Today reported in December 1983 that a senior officer in Chandigarh confessed:
    "It's really shocking that we have so little against him while we keep blaming him for all sorts of things."
  • Die Ereignisse bis Juni 1984 überschlagen sich.
  • Am 24. Juli 1985 unterzeichnen Rajiv Gandhi und Harchand Singh Longowal eine Vereinbarung betreffend aller "Punjab und Sikh Angelegenheiten".
    Am 25. September 1985 bekommen die Akalis 74 MLA´s und gewinnen die Wahl. Surjit Singh Barnala wird am 29. September 1985 Ministerpräsident des Punjab. Rajiv Gandhi gratuliert der Akali Dal und dem neuen Ministerpräsidenten Barnala (SAD) an diesem Tag und sagt:

    It is our victory.
  • Nur zwei Jahre später, am 11. Mai 1987, wird die Akali Dal Regierung unter Surjit Singh Barnala von Rajiv Gandhi wieder aufgehoben, gemäß Artikel 356 der indischen Verfassung.

JUNI 1984

Am 1. Juni 1984 beginnt die Indische Armee ihren militärischen Angriff auf den Sri Darbar Sahib Komplex, um die 200-240 Widerstandskämpfer zu beseitigen, die sich im Sri Akaal Takht und im Sri Darbar Sahib Komplex aufhalten. Dabei werden 5000+ unschuldige Zivilisten getötet.
(Quelle: Sikhmuseum.com)

Die Regierung: Ein Sikh Staat stand kurz vor der Deklaration.

Die Situation: Ein großer Streik von Korn-Lieferungen aus dem Punjab war für den 3. Juni 1984 als landesweiter Zivil Protest für die Anandpur Resolution geplant, die sich für sozial-politische Gerechtigkeit und für die Wahrung der Sikh Identität einsetzte. Es sollten an diesem Tag weder Grunderwerbs-, Wasser- noch Stromrechnungen bezahlt werden.

Die Regierung: Es war kurzfristig und nicht geplant.

Die Situation: Der Angriff wurde bereits im Jahr 1982 vorbereitet, als die Armee ein Duplikat des Sri Harmandir Sahib herstellte und Militär-Übungen daran ausführte. Im Februar 1984 werden englische Einheiten involviert, um die Beratung für den Angriff zu übernehmen.
Der Ausnahmezustand wird deklariert. Ausländische Presse wird des Landes verwiesen. Eine bundesweite Mediensperre wird verhängt.

Die Regierung: Die Besetzung durch "Terroristen" im Sri Darbar Sahib bedeutete, daß die Indische Armee notwendig war. Das Wort "Terrorist" wurde explizit vor dem Angriff benutzt und danach von der Presse, jedoch nicht in den Tagen, Wochen und Monaten zuvor.

Die Situation: Der Angriff wurde bereits im Jahr 1982 vorbereitet. Sant Jarnail Singh Bhindranwale wird 1983 in den Tempel Komplex von SGPC Präsident Gurcharan Singh Thora eingeladen. Zuvor hält sich Bhindranwale im Guru Nanak Niwas Guesthouse auf und zieht erst ab dem 15. Dezember 1983 in den Sri Harmandir Sahib Komplex in ein angrenzendes Gebäude des Sri Akaal Takht. Am 20. Dezember 1983 gibt Sukhdev Singh von Babbar Khalsa eine Pressekonferenz und bestätigt, das Babbar Khalsa die 35 Nirankaris von der Anti Gurmat Sekte getötet hat und nicht die Anhänger von Bhindranwale. Babbar Khalsa spaltete sich wiederum in zwei Gruppen auf, in Sukhdev Singh Babbar versus Talwinder Singh Babbar.

Die Congress Partei hatte Zail Singh versus Darbara Singh.
Die Akali Dal hatte Parkash Badal versus Gurcharan Singh Thora.
Harchand Singh Longowal & Parkash Badal versus Jarnail Singh Bhindranwale.

The Complex has been in the control of the Akalis (SGPC) Gurcharan Singh Thora´s control over the complex (Sri Harmandir Sahib Komplex) was so complete and perfect that no militant or otherwise unwanted person could stay inside without his permission and knowledge for one night. In fact it was G.S. Thora who had invited and allowed Bhindranwale to stay inside the Guru Nanak Niwas and the Akal Takht to score over his rival SAD, Parkash Badal. And when at the height of tension in Punjab, Central Goverment offered Chief Ministership to Thora in collaboration with Congress or outside support. Bhindranwale refused to co-operate in this matter and Thora in frustration agreed for Army Action (Operation Blue Star). Harchand Singh Longowal, Parkash Badal, Surjit Singh Barnala, Balwant Singh etc. were already in agreement for such an action to do away Bhindranwale.
(Quelle: Was Bhindranwale a Congress Creation? Baldev Singh)

Für die Akali Dal wird Jarnail Singh Bhindranwale zunehmend eine ernstzunehmende Konkurrenz.
Sant Kartar Singh, (Jathedar, Damdami Taksal) wollte Reformen und Repräsentanten in die SGPC nach Amritsar und in die DGPC, New Delhi durch Wahl schicken, um a.)
die Grundlagen der Sikh Religion zu bewahren.
b.) Rechtschaffenes Handeln im Sikh Panth zu unterstützen und
c.) vor Anti-Sikh Einflüssen zu schützen.
Bevor Sant Kartar Singh dies tun konnte, verstarb er an den Folgen eines Autounfalls. Vor seinem Ableben ernannte er Sant Jarnail Singh Bhindranwale zum nächsten Jathedar von Damdami Taksal.

Obwohl man jederzeit freien Zugriff auf Sant Jarnail Singh Bhindranwale hatte und er sich frei bewegte und Reden im Punjab abhielt, wurden keine Haftbefehle noch Terrorgesetze gegen ihn ausgestellt. Die Armee belagerte den gesamten Sri Harmandir Sahib Komplex. Tausende von Pilger werden in den Sri Darbar Sahib Komplex reingelassen.

Unverständlich dabei bleibt, warum diese Pilger den Sri Darbar Sahib Komplex nicht mehr verlassen durften?

Die Armee attackierte ohne Vorwarnung und Verhandlung, nach indischem Gesetz illegal. General Brar sagte, er hätte der Armee diesen Befehl gegeben. Zeitzeugen und Überlebende von 1984 bestreiten dies.

In his memoirs (Memoirs of Giani Zail Singh, Har-Anand Publications, New Delhi, 1996) the President of India confirms that no warnings were given;
“I pointed out to her [Mrs Indira Gandhi] that military action was taken on a day when the Temple complex was full of pilgrims – men, women and children – assembled to observe the martyrdom of Guru Arjan Dev, most of whom perished in the cross firing… I told her that if notice had been given to these pilgrims over radio and television and loudspeakers, a majority of them would have come out… I had asked the government whether they had issued a warning on the loudspeakers to the people inside the complex to come out, to which they replied in the affirmative. Later, I came to know that no such warning had been issued and the operation had been suddenly launched.”

Die Regierung: Es ging um die Befreiung des Sri Harmandir Sahib.

Die Situation: Erste Quellen sprechen von 42-45 gleichzeitig angegriffenen Sikh Gurudwaras. Weitere Untersuchungen und Nachforschungen ergeben, daß 125 Gurudwaras simultan zum Sri Darbar Sahib Komplex angegriffen wurden. Eine Vielzahl von Sikhs werden in diesen Gurudwaras getötet. Dörfler und Sikh Soldaten, die zur Hilfe kommen, werden ohne Vorwarnung von bewaffneten Helikoptern erschossen.

Die Regierung: Es waren nur wenige Opfer zu verzeichnen - 493 Tote. Diese Zahl schließt laut der Indischen Regierung Zivilisten und die Widerstandskämpfer mit ein.

Die Situation: 5000+ gläubige Pilger als auch die 200-240 Widerstandskämpfer werden bei diesem Angriff getötet. Die Armee attackierte den Sri Darbar Sahib an einem der wichtigsten Sikh Feiertage in der Nacht vom 3.ten auf den 4.ten Juni 1984 zu Amrit Vela (ca. 4 Uhr). Es halten sich zu dem Zeitpunkt über 10.000 Pilger im Sri Darbar Sahib Komplex auf. Diese Vorgehensweise der Indischen Armee verursachte eine maximale Anzahl von zivilen Opfern.

Die Regierung: Die Armee Soldaten behandelten Gefangene und den Sri Darbar Sahib mit Sorgfalt und höchstem Respekt.

We went inside with humility in our hearts and prayers on our lips.
(Mrs. Gandhi last battle, S. 158 Mark Tully, Satish Jacob)

Während dieser Tage war ein hoher Alkoholkonsum seitens der Indischen Armee zu verzeichnen.

By a notification of the government of Punjab which clearly states that Department of Excise and Taxation allowed the provision of large quantity of liquor i.e. 700.000 quart bottles of rum, 30.000 quart bottles of Whiskey, 60.000 quart bottles of brandy and 160000 bottles of beer, all free of excise duty. The notification specifically said that the alcohol was for the consumption by the Armed Forced Personnel, deployed in Operation Blue Star. (Quelle: Ibid., p.203, Giani Kirpal Singh´s Eyewitness Account of Operation Blue Star, Impris/xv).

Die Soldaten rauchten und warfen ihre Zigarettenkippen im Sri Darbar Sahib weg.

Die Regierung: Die Sikhs und die Sikh Religion waren nicht das Ziel.

Die Situation: Die Armee brannte nur wenig später nach dem Angriff die zentrale Sikh Referenz Bibliothek nieder. Dies geschah nach dem 6. Juni 1984 - leicht brennbares wird zu Asche. Nach dem Angriff bringt die Indische Armee für Pressefotos neue Waffen in den Komplex.

Unschätzbare historische Bücher, Manuskripte und Artefakte der Sikh Historie werden von der Indischen Armee in Säcken wegtransportiert, leicht brennbares wird in der Bibliothek verbrannt. Der Rest wird mitgenommen und katalogisiert - weiterführende Informationen dazu können Sie unter Sikh Reference Library beim DISR nachlesen.
Quelle: Giani K. Singh Eyewitness Account, Punjab Goverment - Department of Excise and Taxation, United Sikhs, Basics of Sikhi, Sikhmuseum.com, SF Page, Discover Sikhism, diverse Sikh Council, Kommissionsberichte, Indian High Court decision etc.

Operation Blue Star wies folgende Komponenten auf: Operation Metal, die auf den Sri Harmandir Sahib Komplex konzentriert war, Operation Shop, die die ländlichen Gegenden nach Verdächtigen absuchte, gefolgt von Operation Woodrose, die speziell im Punjab auf getaufte Sikhs (Amritdharis) abzielte, die die fünf Glaubensartikel der Sikh Religion trugen. Hohe Todeszahlen wiesen Moga, Muktasar, Faridkot, Patiala, Ropar and Chowk Mehta auf. Im Gurdwara Dukh Niwaran Sahib in Patiala, werden allein 257 unschuldige gläubige Sikhs erschossen. Die Zahlen der betroffenen Gurudwaras laut Dabinderjit Singh ging von den zunächst bekannten 42-45 Gurudwaras auf 125 hoch. Weitere Quellen sprechen bis zu 200 Gurudwaras.
(Siehe Bericht: The truth behind the Amritsar massacre)

Kalter Krieg - Weltpolitik und Punjab

Am 11. Juni 1984 veröffentlicht die Sowjetunion in ihrer staatlichen Zeitung Pravda, daß die CIA (Central Intelligence Agency) der USA, die politische Struktur in Indien destabilisiert.
Am 3. Juli 1984 berichtet 'The Soviet Daily, Pravda', daß westliche Geheimdienste und Pakistan für den gegenwärtigen Turmoil im Punjab verantwortlich seien.

They are instrumental in stirring secessionist sentiments in the Indian states. Were it not the activities of the CIA, Western Secret services and Pakistan, tension around Punjab could not have arrived at the present level.

Andere Quellen erwähnen, daß es die Sowjetunion war, die den Kommunismus im Punjab finanziell unterstützte und aufbaute und eine Anzahl von Kommunisten in Indien infiltrierte.

Maj. Mitrokin of the KGB writes that ten Indian newspaper, one press agency were on the Sovjet payroll. In 1972/73 the KGB claimed to have planted more than 3500 articles in newspaper.

Abschließend:
Eine Anzahl von Daten und Fakten wurden zu 1984 veröffentlicht. Die Zentralregierung publizierte am 10. Juli 1984 die White Paper. Einige Fakten in den White Paper wurden korrekt aufgeführt, viele der Fakten nicht.
Überlebende, verschiedene Sikh Organisationen, Menschenrechtsaktivisten, Autoren, Juristen und Politiker haben maßgeblich dazu beigetragen, die Geschehnisse von 1984 aufzuarbeiten.

Zahlen zu 'Operation Blue Star' vom Sikh Museum

Indian Government White Paper - Kategorie “Zivilisten/Terroristen" zusammen. 493
AP, Reuter and New York Times (June 11, 1984) gesamt 1,000
Autor Mark Tully's 2,093
Amritsar crematorium 3,300
Chand Joshi 5,000
Augenzeugen und Überlebende 8,000

Wie viele Kämpfer wurden getötet?

Government White Paper Veröffentlichung 200, davon 35 Körper in Akal Takht
A.I.S.S.F. All India Sikh Student Federation 100 Kämpfer (von den 200)
S.S. Bhagowalia, V.P. Association for Democratic Rights 140/150
Gesamtzahl der Widerstandskämpfer ca. 200-240

Indian Government White Paper

Eigene Soldaten, die getötet wurden 83
Eigene Truppen verwundet 249
Zivilisten/Terroristen 493
Widerstandskämpfer und andere die verletzt wurden 86
Festnahmen der indischen Armee 1,592 - darunter auch Kinder

Die Sikh Reference Library war zunächst nicht Teil von Operation Blue Star, dennoch wurden alle Bücher, wertvolle Hukamname der Sikh Gurus, seltene Manuskripte und Gegenstände laut ehemaligen CBI Chef, in 165 Säcke konfisziert und weggebracht. Danach wurde die Bibliothek mit leicht brennbarem, wie Zeitungsartikel, Manuskripte etc., in Brand gesetzt. Das Höchste Gericht entschied, daß die Indische Regierung zur Rückgabe des Bibliothek Inventars verpflichtet sei. Dies ist nur mit einem kleinen Anteil des Inventars geschehen, bis heute ist der Verbleib des übrigen Bibliothek Bestandes ungeklärt.
(Video in Punjabi mit englischen Untertitel).

Lt. General SK Sinha über Operation Blue Star 1984

Lt. General SK Sinha lehnte es ab, den Sri Harmandir Sahib Komplex 1984 anzugreifen (in engl. Sprache).

Bhai Jagraj Singh von Basics of Sikhi UK - im Interview mit Arise TV Sky UK

Bhai Jagraj Singh über die Ereignisse von 1984 (in engl. Sprache).

Augenzeugenberichte 1984

Bibi Preetam Kaur
Truth of 1984 - Wahrheit über 1984

A Witness Among the Bodies
Surviving Bluestar - Augenzeuge überlebte Bluestar

Brief von Bhagat Puran Singh
Rückgabe des "Padam Sree Award"

Letter by BHAGAT PURAN SINGH to the then President of India, returning the "Padam Shree" award conferred upon him as a reaction to the inhumane treatment of innocent people by the Indian Army during the attack on Sri Darbar Sahib, Amritsar.
"I am compelled to observe that the army has displayed bankruptcy of character and has acted with hearts full of enmity and in a manner indicating that it wanted to wipe out the Sikhs".

To,
The President of India, Rashtrpati Bhavan, Delhi.

Subject: Return of the award of Padam Shree against the in-human army action at Sri Darbar Sahib Sri Amritsar.

Shriman ji,

Sending the armed forces into Sri Darbar Sahib for military action has already produced countless painful results. As a result of this army action the Sikh world has been deeply hurt. You have seen how painful has been the effect of this army action on the Darshani Deodhi and the building of Sri Akal Takhat. Army has perpetrated acts, which you could not have known. Up to September 9, 1984, I have been investigating what I have heard from the people. I have exercised much restraint and have not rushed to conclusions. I will relate some of the happenings (that I have investigated).

1. Army-men arrested a scripture reader of Sri Darbar Sahib along with his family. The entire family was not given either food or water for the whole day. Rifle butts were administered on the scripture readers hands the whole day. Another scripture reader of the shrine was given the same treatment until his hands were swollen.

2. The sangat in Darbar Sahib complex consisting of women, men and children has been fired upon (and killed) as the mosquitoes are wiped out with poisonous spray.

3. The pilgrims who had been arrested in Sri Darbar Sahib and Teja Singh Samundari Hall around 12 noon on Tuesday were given water by the Sikh army-men after thirty hours on Wednesday. The children eyes were popping out with thirst and their mothers tried to moist their lips with sweat. When some women asked for water for the children the army-men told them that the children would grow up and kill the army-men so why should they be given water? On Tuesday the small quantity of water that was given to the children had cigarettes thrown into it. They were told that this is the prasad of their Guru. Army-men smoked cigarettes in Teja Singh Samundari Hall and kept on blowing the smoke at the Sikhs. The treatment meted out to the Sikhs in the name of army action has deeply hurt the feelings of the Sikh world. Hands of the young pilgrims, arrested from Darbar Sahib, were tied with their turbans, their hair were untied and used to cover their eyes with. They were forced to kneel down on the hot marble floor and to walk around on their knees. Hands of the boys were tied behind them and they were shot through their foreheads.

On the first of June 1984 the CRPF had commenced firing on Sri Darbar Sahib Amritsar. On the first of June before the arrival of the army, the CRPF had killed a scripture reader in attendance upon Guru Granth Sahib and the volume itself was shot at. After it was all over, the Sikh Reference Library and the Sikh Museum were set on fire out of enmity and in pursuance of predetermined action. On June 3, 1984, two Sikhs wearing yellow turbans and kirpans got off at Batala bus stand. They were asked by the army-men to take off their turbans. On their refusal to do so they were both shot dead. Another Nihang was shot at and killed near Gumtala jail because he had refused to surrender his kirpan. One Sikh in proper Sikh dress was standing on the roof of his house in an area of Amritsar called Kittas. Army-men killed him because he was wearing a yellow turban.

On the third of July a black turbaned and kirpan-wearing young Sikh of about 25 years of age was walking past the Kitchlew traffic island. The army arrived, handcuffed and arrested him although nothing incriminating was found on his person. When army-men went to arrest the President of the Shiromani Gurdwara Prabandhak Committee Sardar Gurcharan Singh Tohra from Teja Singh Samundari Hall, one of them was smoking a cigarette. When Sardar Tohra asked him not to smoke (in the holy precincts), his reply was, shut up old-man or I will shoot you dead. Tohra said "I am the President of this place" upon which the army-men became quiet.

Temple servants of Sri Darbar Sahib Muktsar, were made to lie face downwards in the circumambulatory path around the sacred tank and beaten mercilessly. As a result of this one of them died. All those boys who had taken amrit were pulled out of their homes in the villages and were beaten severely. I am compelled to observe that the army has displayed bankruptcy of character and has acted with hearts full of enmity and in a manner indicating that it wanted to wipe out the Sikhs. Young-men from villages have been troubled much after the army action. Apart from the truth depicted above, I have received information about such shameful incidents, to mention which is to violate the cultural norms. After hearing of and seeing such happenings, I reject and return to you the award of Padam Shree conferred upon me.

Puran Singh

Sant Jarnail Singh Bhindranwale

Sant Jarnail Singh Bhindranwale wird 1947 in Rode, Punjab geboren. Nachdem Sant Kartar Singh Bhindranwale an den Folgen eines Autounfalls stirbt, ernennt er zuvor Jarnail Singh Bhindranwale zum neuen Jathedar von Damdami Taksal. Damdami Taksal gilt als der höchste Sitz (Schule) des Lernens für Santhiya, Gurbani und für die Grundlagen des Sikh Glaubens. Damdami Taksal wurde auf Anweisung von Guru Gobind Singh, dem zehnten Sikh Guru gegründet. Baba Deep Singh wurde zum ersten Jathedar ernannt, um die korrekte Aussprache und Bedeutung von Gurbani zu lehren und die Grundlagen des Sikh Glaubens zu bewahren und weiterzugeben.
Sant Jarnail Singh Bhindranwale appellierte auf Intoxikationen wie Alkohol, Zigaretten und Drogen zu verzichten und die Amrit Taufe zu vollziehen. Er setzte sich für die Anandpur Resolution ein, die gleiche Rechte für die Sikh Bevölkerung beinhaltete. Seine Persönlichkeit und Wirken wird unterschiedlich aufgefasst und interpretiert.

Sant Jarnail Singh Bhindranwale wurde durch seine Beteiligung an Operation Blue Star, wo er und seine Männer während der Verteidigung des Sri Harmandir Sahib Komplex am 6. Juni 1984 ihr Leben opferten. Jarnail Singh Bhindranwale erhielt den Titel 'Sant' und wurde im Zentralen Sikh Museum zu Amritsar mit Genehmigung der Punjab und Zentralregierung von der SGPC ausgestellt. .

Das Buch "Struggle for Justice", beinhaltet behutsam übersetzte Video und Audio-Aufnahmen aus dem Punjabi von Dr. Ranbir Singh Sandhu.

Der Sant sprach nur auf Punjabi und authentisches Material in Englisch war so gut wie nicht existent. Dieses Buch stellt den Höhepunkt einer 15-jährigen minutiösen Forschung dar, wodurch uns der Autor die seltene Gelegenheit gibt, Sant Jarnail Singh Bhindranwale selbst zu begegnen und ihn durch seine eigenen Worte kennenzulernen.

Zitate von Sant Jarnail Singh Bhindranwale
My mission is to administer Amrit, to explain the meanings of Gurbani and to teach Gurbani to those around me; ... and to tell people, that a Hindu should be a firm Hindu, a Muslim should be a firm Muslim, and a Sikh should be a firm Sikh.
If we speak to someone with hatred and try to assert our superiority, it will create hatred in the minds of everyone. So long as we have the spirit of love, so long as we have the support of Satguru Hargobind Sahib, the Master of Miri and Piri, is there any Power on earth that can subdue us?
Nashey Chaddo, Amrit Chhako, Gursikh Bano
Give up addictions, Take Amrit, Become good Sikhs.
I am not opposed to Khalistan, nor am I for it, I seek only equal rights for Sikhs.

Sant Jarnail Singh Bhindranwale

Leben, Mission und Martyrium von Sant Jarnail Singh Bhindranwale
(PDF in Englisch von Dr. Ranbir Singh Sandhu)

Britische Beteiligung an 1984

Phil Miller about British Involvment in 1984
TRUTH Independent Researcher