Sikh History - Janam Sakhis

Janam Sakhis - Sikh History

Historische Sikh Quellen - Persische und westliche Quellen

Es gibt eine Anzahl von Janam Sakhis und historischen Referenzen, die die Lebensereignisse von Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus schildern. Die älteste Quellenangabe und Aufzeichnung stammt von Bhai Bala Ji 1540.

Die Janam Sakhi von Bhai Bala Ji (1540) zählt zu den populärsten Janam Sakhis. Bhai Bala Ji war ein Weggefährte und Zeitzeuge von Satguru Nanak Dev. Guru Angad Dev, der zweite Sikh Guru, beauftragte Bhai Bala Ji die Janam Sakhi des ersten Sikh Gurus zusammenzustellen; dabei half ihm Bhai Paira Mokha Ji.

Kritiker dieser Janam Sakhi schreiben, dass Bhai Bala Ji in der Puratan Vilayatwali Janam Sakhi, die von dem Engländer Colebrooke (1765-1837), einem Orientalisten, Juristen, Mathematiker und Verwaltungsrat der East India Company gefunden wurde, nicht erwähnt wird. Das ist weder ein Grund noch ein Indiz, die Authentizität der Janam Sakhi von Bhai Bala Ji infrage zu stellen. Die Janam Sakhi, die Colebrooke gefunden hat und mit nach England nahm, gibt kein exaktes Datum an, wann sie verfasst wurde. Die Einordnung der Vilayatwali Janam Sakhi als "Puratan Janam Sakhi" ist daher historisch nicht abgesichert (siehe Vilayatwali Janam Sakhi).

Die Meharban Janam Sakhi wurde von Monohar Dass Meharban (1581-1640), dem Sohn von Prithi Chand, verfasst. Historiker geben das Jahr 1620 für die Veröffentlichung der Meharban Janam Sakhi an. Prithi Chand war der älteste Sohn des vierten Sikh Gurus, Guru Ram Das. Prithi Chand hegte eine lebenslange Feindschaft und Eifersucht gegenüber seinem jüngsten Bruder Guru Arjan Dev, der die Guruschaft von Guru Ram Das übertragen bekam. Prithi Chand verbündete sich mit den Gegnern der Gurufamilie. Sein Sohn Meharban verfasste und änderte Hymnen und Verse der Sikh Gurus ab. Sie ernannten sich selbst "parallel" zu Sikh Gurus. Diese Entwicklung, die sich gegen das Guru Haus richtete, wurde durch Sri Guru Arjan Dev gestoppt, indem Er sicherstellte, dass alle Hymnen der Sikh Gurus im Adi Granth kompiliert wurden und der Adi Guru Granth Sahib im Sri Harmandir Sahib installiert wurde. In Quellen, wie Nanak Chandrodaya und Amritsar Gurpanali, heißt es, dass Meharban das original Geburts-/Erscheinungsdatum von Satguru Nanak Dev von Monat Katak (Okt./Nov.) auf den Monat Sudi (April) 1469 abgeändert hat. Meharban soll auch Kopien von der Janam Sakhi von Bhai Bala Ji erstellt und verändert haben.
Im Jahr 1962 hat das Khalsa College Amritsar die Janam Sakhi von Meharban veröffentlicht.

Führende Sikh Historiker, traditionelle Taksals und Sampardai´s lehnen die Janam Sakhi von Meharban aufgrund der historischen Tatsache, dass Prithi Chand und seine Nachkommenschaft eine lebenslange Feindschaft und Eifersucht gegenüber den Sikh Gurus hegten und sich mit den Gegnern der Sikh Gurus verbündeten, kategorisch ab. Prithi Chand versuchte Guru Hargobind Sahib, den Sohn von Guru Arjand Dev, zu vergiften. Der neunte Sikh Guru Tegh Bahadur sollte von Sheehee Masand erschossen werden. Die Sikh Gurus haben die Sikh Sangat angewiesen, den Umgang mit den "Minas, Masands, Ram Raieeay, Dhir Maleeay, Gangu Shaheeay und Hindaleeay" zu meiden. Bis heute stützen sich, wenn auch nur wenige, Vertreter und Historiker auf die Janam Sakhi von Meharban.

Die sogenannte Puratan Janam Sakhi, bekannt als Vilayatwali Janam Sakhi, wurde von dem Engländer Colebrooke "gefunden" und mit nach England genommen. Es befindet sich eine Kopie in der India Office Library in UK. Diese Janam Sakhi hatte kein Verfassungsdatum auf dem Manuskript. Historiker nehmen an, dass sie ca. 1635 entstanden ist. Über den Verfasser Sewa Das ist in der klassischen Sikh Historie nichts weiter bekannt. Diese Janam Sakhi ist als die Colebrooke Janam Sakhi oder "foreign Janam Sakhi" bekannt. Die Vilayatwali Janam Sakhi wurde vor allem von englischen, deutschen und europäischen Orientalisten, Missionaren und Religionswissenschaftlern als Vorlage zur Beurteilung und Interpretation über die Sikh Religion herangezogen.
Es heißt, das der deutsche christliche Missionar Ernst Trumpp (1828-1885) im Jahr 1872 auf diese Janam Sakhi in der India Office Library in London aufmerksam wurde. Trumpp hat sie u.a. für seine Beurteilungen und Essays über die Sikhs und den Sikh Glauben herangezogen.

Colebrooke's Vater war der einflußreiche Sir George Colebrooke, der Chairman der East India Company. Colebrooke unterhielt eine Anzahl von Beziehungen mit indischen Frauen, aus denen unehliche Kinder hervorgingen. Kritiker dieser Janam Sakhi geben zu bedenken, dass es durchaus möglich ist, dass diese Janam Sakhi im Auftrag der Engländer später modifiziert wurde. Indien und der Punjab standen unter der Führung des Britischen Königreichs.

Gurmukh Singh´s Hafizabad Vali Janam Sakhi (1885) ist mit der Vilayatwali Janam Sakhi von Colebrooke fast identisch. Beide Janam Sakhis geben, wie die Janam Sakhi von Meharban, das Erscheinungsdatum von Satguru Nanak Dev im April 1469 an.

Demgegenüber stehen mehr als 22 historische Quellen, die das Katak Datum - Oktober/November 1469 als Erscheinungsdatum von Satguru Nanak Dev angeben. Das Buch von Isher Singh VAISAKH NAHI KATAK - beschäftigt sich ausführlich mit dieser Thematik und gibt aufschlußreiche Einsichten für das Katak Datum. Es ist eine Antwort auf das Werk von Karam Singh KATAK KE VAISAKH, welches im Jahr 1912 veröffentlicht wurde.

Guru Nanak meets the Mughal Emperor Babur - Sikh Mughal Painting Satguru Nanak Dev trifft den Mogul Herrscher Babur

Bhai Gurdas diente insgesamt vier Sikh Gurus. In seinen Vārān offenbart Bhai Gurdas wertvolle und detaillierte Informationen und Beschreibungen über Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus. Dieses Werk ist der Schlüssel, um die Philosophie und Grundlagen der Sikh Lehre und das Wirken der Sikh Gurus zu verstehen. Es öffnet das Verständnis für die Heiligen Hymnen und Verse im Siri Guru Granth Sahib. Bhai Gurdas Werke Vārān und Kabit Savaiye gehören zu den wichtigsten und authentischen Aufzeichnungen über die Sikh Gurus, den Grundlagen und der Philosophie der Gurmat Lehre.

Bhai Mani Singh`s Janam Sakhi. Bhai Mani Singh war Sikh Theologe, Gelehrter, der erste Haupt-Granthi im Sri Harmandir Sahib und ein berühmter Sikh Märtyrer in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh, diktierte Bhai Mani Singh den gesamten Siri Guru Granth Sahib auswendig. Die Janam Sakhi von Bhai Mani Singh basiert u.a. auf dem ersten Var von Bhai Gurdas und der Janam Sakhi von Bhai Bala Ji, sowie Informationen, die Bhai Mani Singh selbst hatte.

Bansawali Nama von Kesar Singh Chhibbar wurde 1769verfasst. In dieser Janam Sakhi hat Bhai Kesar Singh "einen" Verwandtschaftsgrad nicht korrekt wiedergegeben. Das Werk gehört in der Gesamtanalyse dennoch zu einem wichtigen historischen Dokument. Speziell die Rehatname von Bhai Kesar Singh Chhibbar dienen als aufschlussreiche Informationsquellen über den Verhaltenskodex der Sikhs.

Gurbilas Patshahi Dasvin von Bhai Sukha Singh beschreibt das Leben und Wirken von Guru Gobind Singh, dem zehnten Sikh Guru. Der Autor lebte in Sri Anandpur Sahib und befasst sich in dieser Schrift mit Guru Gobind Singh und dem Guru Khalsa Panth.

Mehma Parkash Vartak. Das Manuskript ist im Khalsa College in Amritsar aufbewahrt. Es wurde von Akali Kaur Singh entdeckt. Laut Historikern ist der Autor ein Bawa Kirpal Singh. Der Inhalt von Mehma Parkash Vartak beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken der zehn Sikh Gurus.

Mehma Parkash Kavita von Sarup Das Bhalla wurde im Jahr 1776 verfasst und gibt ebenfalls einen Überblick über das Leben der zehn Sikh Gurus. Sarup Das Bhalla gehörte nach Baba Mohri in der vierten Linie zur Familie des dritten Sikh Gurus, Guru Amar Das. Das Werk wurde in Benares begonnen und in Amritsar fertiggestellt.

Das Werk von Parchlan Sewa Das, einem Zeitzeugen und Verehrer von Guru Gobind Singh, beinhaltet eine Sammlung von Episoden aus dem Leben der Sikh Gurus. Parchi bedeutet "Notiz". Die ersten acht Sakhis beschreiben die ersten acht Sikh Gurus - von Satguru Nanak Dev bis Guru Harkrishan. Die nächsten 4 Sakhis beschäftigen sich mit dem Leben von Guru Tegh Bahadur, dem neunten Sikh Guru. Die folgenden 38 Sakhis sind dem Leben des zehnten Sikh Gurus, Guru Gobind Singh, gewidmet.

Sakhi Pothi. Die Sakhi Pothi geben einen Überblick über die Reisen von Guru Tegh Bahadur, dem neunten Sikh Guru und von Guru Gobind Singh, dem zehnten Sikh Guru, in der Malwa Region, der Cis-Satluj Gegend. Der Autor ist nicht bekannt, aber von der Sprache, die benutzt wurde, gehen Historiker davon aus, dass der Verfasser aus dem Gebiet des Satluj´s stammen musste. Dieses Pothi wurde von Sir Attar Singh ins Englische übersetzt und 1876 publiziert. Es beinhaltet insgesamt 120 Sakhis (Geschichten/Ereignisse) über die Reisen des neunten und zehnten Sikh Gurus.

Sri Guru Nanak Parkash
Die Janam Sakhi über Satguru Nanak Dev wurde 1823 von Bhai Kavi Santokh Singh veröffentlicht und enthält insgesamt 130 Kapitel. Das Werk basiert u.a. auf der Janam Sakhi von Bhai Bala Ji und beschreibt das Leben von Satguru Nanak Dev. Sri Guru Nanak Parkash gibt traditionell den Monat Katak Okt./Nov. 1469 für das Erscheinen von Satguru Nanak Dev auf Erden an. Dieses Werk gehört zu den grundlegenden und populärsten Werken der Sikh Historie und wird mit dem Sri Gur Partap Suraj Granth weltweit in den Gurudwaras rezitiert.

Sri Gur Partap Suraj Granth ist das historische und traditionelle Quellenverzeichnis der Sikh Historie. Dieses monumentale Werk wurde von Bhai Kavi Santokh Singh in Braj Vers unter der Patronage von Bhai Udhe Singh, dem Sikh Führer des Kaithal Staates verfasst und im Jahr 1843 fertig gestellt und publiziert. Das Werk ist auch als Suraj Parkash bekannt. Es beschäftigt sich mit dem Leben des zweiten Sikh Gurus, Guru Angad Dev, bis zum zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh. Der Sri Gur Partap Suraj Granth nimmt einen besonders wichtigen Stellenwert in der Sikh Historie ein.

Zeitgenössische und nahe zeitgenössische Quellen sind wichtige Hinterlassenschaften und Referenzquellen, um das Leben der Sikh Gurus und die Gurmat Lehre, die Sie lehrten, im historischen als auch spirituellen Kontext zu verstehen und zu reflektieren.

Dazu zählen die bekannten Rehatname, wie Rahit Nama von Bhai Nand Lal. Die Rehatname von Bhai Daya Singh, einem der originalen Panj Pyare von Guru Gobind Singh, der an Vaisakhi 1699 zu den fünf Geliebten des Gurus gehörte, sowie Bhai Prahlad Singh. Prahlad Singh war ein wichtiger Gelehrter am Hofe von Guru Gobind Singh. Er schrieb zur Entstehung des Khalsa Panth folgendes:

The Khalsa Panth was manifested by the Word of the Timeless One (Akaal Purakh). All Sikhs are bidden to accept the Granth as their Guru henceforth. As I have installed it as such in the world, pay your obeisance to it alone. (Rahitnama Bhai Prahlad Singh)

Bhai Nand Lal, einer der bekanntesten Hofpoeten von Guru Gobind Singh schrieb in seinem persischen Buch Arz-ul Alfaz über Satguru Nanak Dev Nanak ist Sein Name und Wahrheit ist Seine Religion. In seinem Werk Jot Bigas, schreibt Bhai Nand Lal:

Sri Guru Nanak Dev came into the world as an image of God, Who created him out of the Light of His Benevolence... He Himself called him the guide of the two worlds... a source of Salvation to mankind and a mercy to the sinners... God Himself decorated his high Throne and made him worthy of every excellence.
Nanak is also the same, and Angad also; the virtuous and glorious Amar Das is also the same... The same is also Guru Tegh Bahadur from Whose light Guru Gobind Singh has come. Guru Gobind Singh is the same as Sri Guru Nanak Dev. All His words are like gems and rubies.

Sri Gursobha von Kavi Chandan Sain Sainapat. Sainapat war ebenfalls ein Gelehrter am Hofe von Guru Gobind Singh. Seine Schriften zählen als wichtige historische Nachweise. Sainapat beschäftigt sich u.a. mit den letzten 8 Lebensjahren von Guru Gobind Singh.

Eine weitere aufschluẞreiche Quelle über das Leben des zehnten Sikh Gurus ist das Werk Gurbilas Pathshahi Chhevin. Der Verfasser ist Kavi Sohan - das Werk wurde im Jahr 1718 fertig gestellt.

Bhai Koer Singh Ji gehörte zur Familie von Baba Budha Ji, der insgesamt 6 Sikh Gurus diente. Bhai Koer Singh verfasste den Gurbilas Patshahi Dasvin. Es gibt eine weitere Quelle mit "demselben Titel" Gurbilas Patshahi Dasvin, die von Bhai Sukha Singh stammt. Bhai Sukha Singh wurde in Sri Anandpur Sahib geboren und ging später nach Patna (Bihar). Bhai Sukha Singh dokumentierte viele wichtige Ereignisse. Ein Auszug über die Worte von Guru Gobind Singh:

Read the Holy utterances of the ten Gurus as enshrined in the Holy Granth,
so that it may lead you to the realm of peace...
Do not consider me seperate from it, I shall always be by your side...
Meditate on God´s Name, day and night,
so that you may be blessed with peace and joy.
(Gurbilas Patshahi Dasvin, Bhai Sukha Singh, canto 29, st. 27&31)

Giani Gian Singh schrieb den bekannten Panth Parkash. Dieser wurde in Braj Vers verfasst. Giani Gian Singh unternahm viele Recherchen und Reisen, um den Panth Parkash zu verfassen. Dieses Werk beschäftigt sich mit dem Leben von Satguru Nanak Dev bis zur Annektion des Sikh Königreichs. Die ersten Versionen sind ohne Veränderungen, später wurde der Panth Parkash in der dritten Edition von einer "englischen Druckerei" mit "neuen" Modifikationen vorgefunden. In den ersten beiden Versionen von Giani Gian Singh stand nichts darüber geschrieben, dass Mian Mir den Grundstein des Sri Harmandir Sahib legte, wohl aber in der "dritten Lahore Version". Laut den historischen Überlieferungen im Sri Gur Partap Suraj Granth, hat Guru Arjan Dev selbst den ersten Grundstein für den Sri Harmandir Sahib gelegt.

Twarikh Guru Khalsa von Giani Gian Singh wurde in Punjabi geschrieben und in Urdu übersetzt. Urdu war die Gerichtssprache im Britischen Punjab.

Der Pracheen Panth Parkash von Rattan Singh Bhangoo (Bhangu) auch häufig kurz als "Panth Parkash" abgekürzt, ist nicht mit dem von Giani Gian Singh zu verwechseln. Es war Rattan Singh Bhangoo, der herausfand, das Engländer wie Captain Murray u.a. den persischen Geschichtsschreiber Butey Shah beauftragten, die Geschichte der Sikhs und dem Khalsa Panth zu verfassen. Es war die East India Company unter der Führung von Lord Ochterlon, die diese Art von Geschichtsschreibung über die Sikhs finanzierte. Captain Murray war der Repräsentant der East India Company in Ludhiana. Im Jahr 1877 hatten die Engländer u.a. den Plan, den Sri Harmandir Sahib zu einer christlichen Kirche umzufunktionieren und diese als Hauptdiozöse für den christlichen Glauben auf dem indischen Subkontinent zu machen. Dieser Plan wurde jedoch durch ein Ereignis und dem Sangat von Amritsar nicht realisiert. Bhai Rattan Singh Bhangoo verfasste, nachdem er wusste, dass der Muselmann Butey Shah mit der Geschichtsschreibung über die Sikhs von den Engländern beauftragt wurde, den "Pracheen Panth Parkash". Diese Schrift wurde zu einer bedeutenden Quelle der Sikh Historie, die viele wichtige Informationen zur Entstehung des Khalsa Panth, der Botschaft des Gurus und der Gurmat Lehre liefert.

Eine weitere wichtige Informationsquelle stellt die Korrespondenz durch Briefe dar. Die Briefe von Mata Sunder Kaur, der Ehefrau von Guru Gobind Singh, sind zahlreich präserviert und geben einen tiefen Einblick in das Leben und Wirken der Gursikhs und dem Khalsa Panth. Sie erwähnen wichtige politische, soziale und religiöse Ereignisse. In einem Brief an Bhai Rupa Singh (sein Vorfahre war der berühmte Bhai Chet Singh) schreibt Mata Sunder Kaur:

...Waheguru´s Khalsa must always be alert, and be possessed of discriminatory wisdom. The Khalsa must believe in none other than the Timeless One (Akaal Purakh). There have been only Ten Gurus in human form, to believe in another eleventh, twelth human Guru is a sin. Every other sin can be forgiven by repeating the Guru´s Name, but the sin of believing in human form will never be pardoned. The faces turned away from the Guru are faces perverted. Khalsa Ji, you must believe in none other except the Timeless One. Go to the Ten Gurus in search of the Word....the Guru resides in the Shabad, God has merged His Own Self in the Guru through whom He has revealed His Word, for, through it, one experiences God.
(Quelle: Brief Mata Sunder Kaur)

Gurmat Sudhakar ist von Bhai Khan Singh Nabha. Es beinhaltet wichtige Hinweise und Zeugnisse über den Sri Dasam Granth, den Werken von Bhai Gurdas, der Janam Sakhi von Satguru Nanak Dev, Gurbilas, Sri Guru Nanak Parkash, Suraj Parkash, Panth Parkash, Sau Sakhi, Guru Ratan Mala, den Rehatname etc. Bhai Khan Singh Naba hat mit dem Mahan Kosh die erste umfangreiche Sikh Enzyklopädie erstellt.

Der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh, gab die Anweisung, dass die Geschichte der Sikhs von einem "Sikh des Gurus" erzählt und niedergeschrieben werden sollte.

Persische Quellen während der Zeit der Sikh Gurus

I. Dabistan-i-Mazahib Die Schule des religiösen Lernens und die Schule des Benehmen veröffentlichte 1787 ein Manuskript über verschiedene Glaubensgemeinschaften und Religionen. Diese Schrift wurde von Sir William Jones, dem Gründer der Asiatischen Gesellschaft von Kalkutta (Asiatic Society of Calcutta), veröffentlicht. Der Verfasser beschreibt in dieser Schrift u.a. die Magians, Hindus, Nazarener und Muslime sowie weitere Glaubensgemeinschaften. Seine Beschreibungen basieren auf einer möglichst unparteiischen Rezension. Um über die Sikhs zu schreiben, kontaktierte der Autor Guru Hargobind Sahib, den sechsten Sikh Guru, in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Auszug aus Dabistan:

Guru Hargobind Sahib fresko Sri Guru Hargobind Sahib - Fresko im Sri Akaal Takht
Sri Guru Hargobind in his letter to the chronicler refers to himself by the title of Nanak, who is the spiritual head of this faith. He (chronicler) saw him at Kiratpur in the year one thousand fifty three (Hijri Kalender) 1643-1644.

Dabistan stellt wichtige Informationen über die frühe Sikh Geschichte und das Leben der Sikh Gurus zu Verfügung. Im besonderen verfügt Dabistan über "zeitgenössische Informationen, Daten und Fakten" über den sechsten Sikh Guru, Guru Hargobind Sahib, als auch über den siebten Sikh Guru, Guru Har Rai.

Die Einheit Gottes hat eine signifikante Bedeutung im Sikh Glauben. Der Autor schreibt hierzu:

In short the disciples of Nanak condemn idol worship. Their belief is that all their Gurus are Nanak as had been said. They do not recite mantras of the Hindus. They do not venerate their temples or idols nor do they esteem their avataars. They have no regard for Sanskrit, which according to Hindus is the language of the angels (gods). During the time of the Mahal (Gurus), the number of Sikhs increased till in the reigns of Sri Guru Arjan Dev, they became numerous and there are not many cities in the inhabited countries where some Sikhs are not to be found.

II. Akbar Namla ist die Geschichte über den Herrscher Akbar, verfasst von Abdul Fazal (1551-1602). Abdul Fazal ist der offizielle Geschichtsschreiber des Mogulherrschers Akbar gewesen. Der Autor verfasste u.a. Ain-i-Akbari und Akbar Namla, seine Werke zählen zu den historisch bedeutenden Quellen. Abdul Fazal war ein Zeitgenosse von Guru Arjan Dev, dem fünften Sikh Guru. Der Autor beschreibt in Akbar Namla, dass der Mogulkaiser Akbar Guru Arjan Dev in Goindwal besuchte.

On the thirteenth of the month of Azar (24. November 1598). His Majesty crossed the river Beas near Goindwal and the victorious army crossed by the bridge. On that day, the sanctuary of Sri Guru Arjan Dev as freshly illuminated by the Imperial Presence. Through generations past, he - Sri Guru Arjan Dev was a religious leader and he had abundant discipleship. Since his desire was actuated by sincerity, it was accepted.

Die älteste Kopie dieser historischen Aufzeichnung befindet sich in der Orient Khuda Bakash Bibliothek Bankipore, Patna.

III. Tuzak-I-Jehangiri ist eine Quellenaufzeichnung aus der Sicht des Mogulherrscher Jehangir über das Martyrium von Guru Arjan Dev, dem fünften Sikh Guru.

IV. Khulasat-ut-Twarikh 1696 Sujan Rai Bhandari (1658-1707) ist in feinstem Persisch verfasst und beschäftigt sich mit der Geschichte der Raja Könige und Sultane und ihrer Absorption in das Mogul Reich, beginnend mit dem Epik König Yudhisthar. Der Autor beschreibt ebenfalls den neu entstandenen Sikh Glauben und stellt wertvolle Informationen über Sikhs und die Sikh Gurus zu Verfügung. Während er die historischen Ereignisse der Lahore Provinz beschreibt, gibt er einen Einblick über das Leben der Sikhs und ihrem Guru.

Guru Nanak Dev, Bhai Mardana,
                                     Bhai Bala Ji Satguru Nanak Dev mit Bhai Mardana und Bhai Bala Ji
Tür Sri Nankana Sahib
After travelling in all directions of the world he - Sri Guru Nanak Dev, reached Batala on the bank of the river Ravi. The fame and his godliness and effectual speech spread far and wide. Numerous people from various countries came and became his disciples. One of his comanpanions were Mardana, the musician who used to sing the verses of his divine master in charming manner and bring the people in the circle of faith.
Sri Guru Nanak was the chosen man of the world... During his time, he was the leader of the caravan on the Path of Truth, a torch-bearer on the way of real religion (or unquestioning obedience to the Lord), a manifestor of the splendour of Divine Light and a spectator of the dawn of Divine mysteries. In his verses in the subcontinental vernacular, he has inculcated in explicit language and with brilliant similes, the reality of God, His omnipotence and absolute Unity.
Most of the disciples and devotees of Baba Nanak are men of real attainments, of God fearing saintliness, advanced in meditation and of accepted prayer in the Court of the Lord. The worship of these people consists of the study of the hymns of their Guru which they read in soft and sweet singing tones, and sing in concert to heart-melting and charming tones. Having removed all hatred from their hearts and lifting the curtain of doubt, darkness and narrowness from their minds, they look upon their relatives and others alike. Friends and foes are equal to them, and they are very faithful to their friends, and with foes they live without any quarrel with them. The faith that they have in their Guru is very rarely to be found in any other group of people.

Der Autor gibt ebenfalls Referenzen über den Besuch Akbar´s, als der Mogulherrscher Guru Arjan Dev besuchte.

On his departure from there, he crossed the river Beas and visited the residence of Sri Guru Arjan Dev, a successor of Baba Nanak who was well known for his knowledge and realisation of God. His majesty was very much pleased to meet him Sri Guru Arjan Dev and to hear from his mouth the vernacular compositions of Baba Nanak regarding the knowlegde of God.

V. Muntkhab-ul-Lubab 1722 von Kafi Khan. Der Autor fasst die Geschichte der Mogulen in diesem Buch zusammen, beginnend mit Muhammad Shah. Kafi Khan beschreibt u.a. die Zeit der Sikhs unter Banda Bahadur Singh im Detail. Die Sprache des Verfassers, wenn er über die Sikhs schreibt, ist oftmals von Missfallen geprägt.

VI. Ahkam-i-Alamgiri ist eine wichtige Referenzquelle über das Leben und die Politik von Aurangzeb, dem Mogulherrscher. Es ist ein signifikantes Dokument für das Studium und befasst sich mit der letzten Phase des Sikh Gurus Guru Gobind Singh. Dieses Dokument wurde von Inayatullah Khan, Sohn von Shakarullah Khan Kashmiri, verfasst. Auszug aus Ahkam-i-Alamgiri:

Report was received. It was concerning Gobind the Nanak worshipper, coming down twelve kos from Sirhind and sending of reinforcement of seven hundred horsemen with arsenal to besiege the Guru in the haveli of Chamkaur, and killing of his two sons and his other companions...

VII. Zafarnama Das berühmte Zafarnama ist das moralische Siegesschreiben des zehnten Sikh Gurus, Guru Gobind Singh, an den Mogulherrscher Aurangzeb. Bhai Daya Singh, einer der fünf Panj Pyare von 1699, übergab im Auftrag des Gurus den Brief an Aurangzeb in Deccan. Nach der Schlacht von Anandpur Sahib und Chamkaur Sahib kam Guru Gobind Singh zu einem Platz namens "Dayalpur" in Nabha im heutigen Patiala. Dieser Platz gehörte zur Kanagar Ortschaft, die im Zafarnama erwähnt wird. An der Stelle, wo der zehnte Sikh Guru das Zafarnama verfasste, wurde ein Gurudwara auf Anweisung von Bhai Mani Singh erbaut. Dieser ist bekannt als Gurudwara Zafarnama Sahib. Der ehemalige Nabha Staat hat diesem Gurudwara großzügig Land geschenkt.

Das Zafarnama setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Dastan und Hikayat. Guru Gobind Singh beschreibt in diesem Schreiben das Verhalten von Aurangzeb, die Schlacht von Chamkaur, was es bedeutet, sein Wort gegenüber Gott zu brechen, so wie es Aurangzeb tat. Der zehnte Sikh Guru betont in diesem Schreiben, dass Gott die höchste ewige Wahrheit und Rechtschaffenheit repräsentiert.

Westliche Quellen

Es gibt eine Anzahl westlicher Quellen, die von Orientalisten, christlichen Missionaren, Militärberichterstattern und beauftragten Schreibern der britischen Ostindischen Gesellschaft Essays, Manuskripte und Bücher über den Sikh Glauben, die Kultur und Geschichte der Sikhs, schrieben. Zu ihnen gehören u.a. James Brown, J.D. Cunningham, der deutsche christliche Missionar Ernst Trumpp, Max Arthur Macauliffe, George Foster, Malcom, McGregor, Dunceen Greenless u.v.a.

Retroperspektiv ist zu beachten, dass die ersten Aufzeichnungen über die Sikh Religion in die Zeit der territorialen Kolonialisierung, die auf wirtschaftlich-imperialistische Ziele und die damit einhergehende Christianisierung auf den indischen Subkontinent abzielte, fällt. Nachdem die Mogulen die Herrschaft über den Indischen Subkontinent erlangt hatten und den Islam verbreiteten, wurde diese Herrschaft durch die Sikhs beendet. Nachdem das unabhängige Sikh Königreich (1799-1849) unter Maharaj Ranjit Singh an die Briten verloren ging, herrschte das Britische Königreich seitdem auch im Nordwesten Indiens.

James Brown
James Brown war einer der ersten, der eine These über den Sikh Glauben als Westler im Jahr 1779 verfasste.

J.D. Cunningham (1812-1851)
Cunningham's History of the Sikhs wurde 1849 veröffentlicht. Der Engländer Cunningham verfasste dieses Werk als einen ersten westlichen Versuch über den Sikh Glauben zu berichten. Cunningham schreibt darin sehr offen über den ersten Anglo-Sikh Krieg, die Stärke der Sikh Armee und über die nachfolgenden Verhandlungen mit den Sikhs. Es war kein Geheimnis, dass die Briten mit diesem Punkt der Berichterstattung nicht sehr zufrieden waren. Gouverneur General Hardinge und Gouverneur General Marquis of Dalhousie merkten an, dass diese Veröffentlichung einem Verbrechen gleich kommt.
Cunningham war sich dessen bewußt und schrieb daraufhin:

It has been remarked by some public critics and private friends that the author leans unduly towards the Sikhs and that an officer of the Indian army should appear to say he sees aught unwise or objectionable in the acts of the East India Company and its delegates is at the least strange.

Während seine Aufzeichnungen und Beschreibungen zum ersten Anglo-Sikh Krieg überzeugten, finden sich im Werk Cunninghams vereinzelt kleinere inkorrekte Übersetzungen.
Cunningham bemühte sich in seinen Recherchen und Beschreibungen. Er hatte Zugriff auf wichtige offizielle Geheim Dokumente und war u.a. anwesend beim Treffen zwischen Maharaj Ranjit Singh und Lord Auckland. Cunningham lebte 8 Jahre mit den Sikhs zusammen und konnte somit ihren Glauben und ihren Charakter studieren. In einigen Punkten arbeitet Cunningham die Botschaft und Essenz der Gurmat Lehre der Sikh Gurus besonders gut heraus. Nachdem das Britische Königreich mit Nachdruck Cunningham dazu drängte, nicht zu Pro-Sikh zu sein und nachträglich seine Arbeit zu modifizieren, findet der Leser in Cunningham's Buch auf Seite 51, dass Guru Hargobind Sahib, der sechste Sikh Guru, ein Anhänger von Emperor Jehangir gewesen sei.
"Hargobind became a follower of Emperor Jehangir..., On the death of Jehangir in 1628 CE Hargobind continued in the employ of the Mohammedan Goverment."
Guru Hargobind Sahib befand sich in vier Verteidigungskriegen mit den Mogulen. Wie kann Er, der Sikh Guru, ein Anhänger und Angestellter in der Mogul Regierung gewesen sein?
Auf Seite 57 beschreibt der Autor Guru Tegh Bahadur und dessen Sikh Anhänger, die er mit anderen historischen Quellen nicht belegt.
Zur Quote von Bachitar Natak schreibt Cunningham: "Sir dia, Sirr na dia'as" - "He had given his head, but not his secret". Cunningham machte aus Sirar - Sirr, ein Geheimnis. In der ursprünglichen Bedeutung des Zitats ist Sirar gemeint, die "Entschlossenheit und Festigkeit des Gurus". Cunningham zählt zweifellos zu den ersten bedeutenden Referenzquellen über die Sikh Religion.

Besides his History of the Sikhs (1849), his “Notes on Moorcroft’s Travels in Ladakh, and on Gerard’s Account of Kunawar (J.A.S.B., V, 13 pt 10) a brilliant account of 80 pages, and Notes on the Antiquites of Bhopal (J.A.S.B. August 1847) 740-62 P are Essays which a genius with a deep knowledge and passion for history and archeology alone could write.

Max Arthur Macauliffe (1841-1919)
Max Arthur Macauliffe wurde in Irland geboren und durchlief eine qualifizierte Bildung. Er stand seit 1862 im Dienst der Indian Civil Service. Macauliffe kam 1864 in den Punjab und blieb dort bis zu seiner Rente 1893 im Indian Civil Service angestellt. 1909 veröffentlichte er The Sikh Religion in sechs Bänden. Dieses Werk zählt zu den ersten historisch relevanten Referenzmaterialien über den Sikh Glauben. Max Arthur Macauliffe wurde in seiner Arbeit bei Übersetzungen von Gurbani u.a. von Pratap Singh, einem Sikh Akademiker, Gelehrten Giani und Kalligraphist, unterstützt. Bhai Kahn Singh, Giani Dit Singh, Bhai Hazara Singh, Bhai Sardul Singh und der respektvolle Bhai Vir Singh haben Max Arthur Macauliffe in Teilen beraten und unterstützt, um Falschübersetzungen und Fehlinterpretationen möglichst zu vermeiden, die der deutsche christliche Missionar Ernst Trumpp (1828-1885) zuvor machte.
Die Arbeit von Max Arthur Macauliffe zählt mit Cunninghams Werk sicher zu den ersten westlichen bedeutenden Quellennachweisen über die Sikh Religion. Durch Max Arthur Macauliffe wurde der Sikh Weg des Lebens von Satguru Nanak Dev im Westen bekannt. In seinem Vorwort schreibt M.A. Macauliffe:

I bring from the East what is practically an unknown religion. The Sikhs are distinguished throughout the world as military people, but there is little known even to professional scholars regarding their religion.

Max Arthur Macauliffe fasst die moralischen und politischen Vorzüge des Sikh Glaubens wie folgt zusammen:

It prohibits idolatry, hypocrisy, caste exclusiveness, the concremation of women, the use of wine and other intoxicants, tobacco smoking, infanticide, slander, pilgrimage to sacred rivers and tanks of the Hindus; and it inculcates loyalty, gratitude for all favors received, philanthropy, justice, impartiality, truth, honesty, and all the moral and domestic virtues known to the noblest citizen of any country. The illustrious author of the Vie de Jesus asks whether great originality will again arise or the world be content to follow the paths opened by the daring creators of ancient ages. Now there is here a religion totally unaffected by Semitic or Christian influences. Based on the concept of the unity of God, it rejected Hindu formularies opposed to the theological beliefs of Sri Guru Nanak Dev's age and country. As we shall see hereafter, it would be difficult to point to a religion of greater originality or to a more comprehensive ethical system.

Dr. Ernst Trumpp (1828-1885), ein deutscher christlicher Missionar und Forscher wurde vom India Office der Britischen Regierung beauftragt, den Siri Guru Granth Sahib, den Ewigen Guru, die Heilige Schrift der Sikhs, zu übersetzen. Trumpp verfügte über eine sehr gute Expertise in Sanskrit und Sindhi. Er hatte ein elementares Grundlagenwissen von diversen indischen Sprachen und Dialekten. Über Punjabi und den Dialekten, die in Gurbani benutzt werden, hatte Dr. Ernst Trumpp jedoch kein ausreichendes Wissen. Aufgrund seines allgemeinen menschlichen Benehmens und seinem Verhalten gegenüber dem Ewigen Guru der Sikhs, dem Siri Guru Granth Sahib, lehnten die lokalen Sikh Gianis die Zusammenarbeit mit dem deutschen Missionar ab.
Sie verließen Ernst Trumpp, als er in der Gegenwart des "Siri Guru Granth Sahib" anfing zu rauchen. Trumpp führte seine Übersetzungen und Interpretationen ohne weitere Unterstützung seitens der Sikhs fort. Er schloß die Übersetzungsarbeit am Siri Guru Granth Sahib nicht ab.

Dr. Ernst Trumpp, then, found no alternative except to engage two Sanskrit knowing Brahmins to assist him.
(Quelle: Dr. Trilochan Singh, “Ernst Trumpp and William Hew McLeod as Scholars of Sikh History Religion and Culture”)

Das Ergebnis war dementsprechend mangelhaft. Die Arbeit von Ernst Trumpp wurde vom Sikh Panth stark abgelehnt. Der Sikh Panth nannte es "outrageous and malicious".

In order to cover up his own shortcomings and inability to translate the whole Adi Granth which he was committed to do, he passed damning remarks about the contents of Adi Granth.

Nach Max Müller (1823-1900), einem deutschen Religions- und Sprachwissenschaftler, Professor an den Universitäten Leipzig, Oxford, Straßbourg, Experten im Sanskrit und im Persischen, war Ernst Trumpp kein vertrauensvoller Übersetzer
"it turns out, that Dr. Trumpp was by no means a trustworthy translator".
(Quelle: D. Singh, Western perspective on the Sikh Religion, Seite 19)

Max Müller veröffentlichte eine 50-bändige Reihe von englischen Übersetzungen asiatisch-religiöser Schriften. Im Auftrag der Englischen Ostindien Kompanie übersetzte er den "Rig Veda". In Indien sind die deutschen Kultur- und Spracheinrichtungen der Goethe Institute auch als Max Mueller Bhavan bekannt. Die Beurteilung von Max Müller über Dr. Ernst Trumpp ist nicht ganz unbedeutend in diesem Kontext, da Trumpp eine Reihe von Essays und Manuskripte über die Sikh Religion veröffentlichte und als christlicher Missionar, der "Lawrence School of Christians" angehörig, einer der ersten war, der die Grundlagen, das Wort Gottes/Gurus, die Gurbani und die Gurmat Lehre der Sikh Gurus in vielen Aspekten mit nicht zutreffenden Thesen und Übersetzungen verdrehte. Daraus resultierte eine Fehldarstellung in der Rezeption des Sikh Glaubens in den frühen Religionswissenschaften.
Die Fußnoten im Kapitel Sketch of the Sikh Gurus zeigen, dass Ernst Trumpp u.a. die folgenden Bücher studierte:

  • Cunningham, “History of the Sikhs”
  • Dabistan
  • Malcolm, "Sketch of the Sikhs"
  • Mc Gregor, “History of the Sikhs” Vol. I
  • Attar Singh’s Travels of Guru Tegh Bahadur and Guru Gobind Singh
  • Briggs: Siyar-ul-Mutakherin Attar Singh: Sakhi Book (Translation of Sau Sakhi)

Trumpp hat sich stark auf die von Shardha Ram Phillauri’s Sikhan de Raj di Vithiya, in welcher die "Arya Samajist bias" auf jeder Seite für den Leser offensichtlich wird, gestützt.

At first Trumpp also tries to identify it (Sikhism) with Vaishnavism and Shaivism, whose doctrines are criticized and rejected in hundreds of verses in the Adi Granth. A Vaishnava is worshipper of Vishnu and a Shaiva is worshipper of Shiva. Sikhs do not worship any of these gods in any form.

The British were curious to know what was there in this Holy Book which inspired the Sikhs with such cultural and moral qualities. An English translation was considered essential. Strangely enough, it was Robert Cust who suggested the name of Dr. Ernst Trumpp, who as Christian Missionary was not likely to be influenced to the extent, that he might, like Cunningham possibly became a devout Sikh. Cust considered Dr. Trumpp qualified for it because he was a Sanskrit Scholar and he had prepared a commendable Grammar of Sindhi and Pashto. Dr. Ernst Trumpp, born in the year 1828 at Wurtemberg, was the son of a carpenter. He was considered to be a simple devout man with considerable knowledge of Sanskrit, Prakrit and classical literature. As a boy he exhibited good talents and a desire for knowledge, which led to the church becoming his profession. He proceeded to Tubinger University, and there studied oriental languages. Circumstances led to his becoming a Missionary of the Church Missionary Society, and was sent to India in 1848. He was stationed at Karachi. Ill-health compelled him to return to Germany in 1858. On his return to India, he was sent to the Mghan frontier to study Pashto language, which he mastered. Dr. Trumpp compiled Grammars of Sindhi and Pashto and also prepared Grammatical Note of Kafari, and Dardui and settled upon the texts sent to him by Robert Needham Cust, the position of Brahmi language. In 1879 the Govt. of British India at the suggestion of Robert Cust, Commissioner of Amritsar requested him to again come to India and translate the Sacred Book of the Sikhs, the Adi Granth. He went about this work exactly as he should not have done. Although his knowledge of Sanskrit and Prakrit was commendable, he was quite ignorant of Punjabi language and its dialects used by Sheikh Farid and the Sikh Gurus. He was equally ignorant about the various dialects of Hindi used by medieval Bhaktas. It would have been easy for him to know and appreciate these languages if he had studied Hem Chandra’s Apabhramsa Grammar, which opens the linguistic portals of Sheikh Farid’s and Guru Nanak’s Punjabi but his intellectual arrogance prevented him from believing that there was any civilized language and literature deserving his attention beyond what he had already mastered in his Sanskrit studies. Obssessed by his Christian missionary bias and extreme imagined inferiority of the religion he was studying, and fully aware that the Imperialistic Government which had employed him did not wish to study or use authentic works of sympathetic historians like J.D. Cunningham, he was with great difficulty able to prepare a crude translation of hardly one-fourth of the Guru Granth. He completed the translation in 1877. In 1884 he became totally blind. In 1885 he died at the age of fifty-seven. For about ten years the scholars committed to Imperialistic policies went on praising Dr. Trumpp for proving that the languages used in Guru Granth were vulgar and the Holy Book was shallow compared to the Christian Bible, but then a strong reaction set against him and the work was rejected by Sikhs of all shades and serious European scholars of Sikh religion, history and culture. Even now there are genuine and serious European scholars who are studying and writing on Sikhism within the limits of their understanding of original sources, which still remain untranslated by and large, but there is also no dearth of agnostic, materialistic and communal writers or of small missionary groups who still keep on distorting and misrepresenting Sikh history and religion, which will also meet the same fate as the work of Dr. Ernst Trumpp has met. In the history of every religion we come across scholars who study a religion, which is not their own with such profound reverence and insight that their work receives not only admiration but the votaries of the religion are tempted to say “even our scholars have not produced such remarkable work”. Such a scholar was Cunningham. On the other hand there are hostile scholars who devote all their talent and skill to condemn the religion they study, not concealing the sinister motives behind this attitude. Such a scholar was Dr. Ernst Trumpp.
(Quelle: Dr. Trilochan Singh, “Ernst Trumpp and William Hew McLeod as Scholars of Sikh History Religion and Culture”)

Louis Henry Jordan schreibt in seinem Buch "Comparative Religion":

Dr. Trumpp beyond all question was but megerly equipped for his task. His knowledge of English was very imperfect, perhaps almost as imperfect as his knowledge of the various dialects which he set.

Max Arthur Macauliffe gab zwei Vorträge in London, im ersten Vortrag widmete er sich der Arbeit von Cunningham und der Übersetzung des Adi Granth durch Ernst Trumpp. Sir C.M. Rivas und Lord Kitchner waren in diesem Vortrag anwesend. Max Arthur Macauliffe Analyse über Trumpp:

Dr. Trumpp was unable to obtain the assistance of competent Gyanis or interpretors of the Sikh Scriptures, and after some time he took the Adi Granth to Munich with him, and there aided by German genius of industry produced what he considered a translation of it. Anyone gifted with the powers of divination may be able to understand portions of it; and the manner in which he allowed his odium theologicum to assert itself may be found described in Sikh memorials to the Viceroy.


Nach Dr. Ernst Trumpp folgten die christlichen Missionare McLeod und die Batala-Berkely-Toronto Gruppe, die über die Sikh Religion schrieben. McLeod und seine Kollegen vom Baring Christan College in Batala formierten eine Gesellschaft, die den Titel Institute of Christian Approach to Sikhism trug. Renommierte Gelehrte machten darauf aufmerksam, daß McLeod und die Gruppe systematisch eine Mißkonstruktion über die Sikh Religion aufbauten.

McLeod und seine Kollegen lehnten die offensichtlichen Grundlagen der Gurmat Lehre der Sikh Gurus kategorisch ab und veröffentlichten ihre "eigenen Thesen und Ansichten zum Sikhismus - vermischt mit hinduistischen Sichtweisen", die im Westen religionswissenschaftlich zu einem fragmentierten und nicht objektiven Bild über den Sikh Glauben im 20. und 21. Jahrhundert führten.

Prof. Dr. Trilochan Singh:"I thought Hew McLeod will take up detailed study of Sikhism and his Christian conscience will persuade him to present at least some basic truths of Sikhism. But that was not to be.”

McLeod und die christlichen Missionare führten z.B. neue Terminologien für die Beschreibung der Sikh Religion ein, wie "Hindu-Mat", "Sant-Mat", "Nirgun-Mat" und "Nirgun Sant Sampardaye" und klassifizierten den Sikh Glauben als eine Untergruppierung des Hinduismus etc. McLeod stützte sich hierbei auf die Leitkultur der arisch-brahmanischen Hindu-Literatur, die in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts veröffentlicht worden ist.

Korrekt: Die Glaubens- und Lebensphilosophie der Sikh Gurus wird von Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus als Gurmat bezeichnet. Das Wort Mat in Prakrit, Sanskrit und in vielen regionalen Sprachen bedeutet:
Gedanke, Wissen, Glaube, Werte, Ansichten, Lehre, Doktrin und Meditation. Das Wort "Gurmat" beschreibt demnach die Lehre, das Wissen, den Glauben, die Werte und die Philosophie der Sikh Gurus. In den Versen und Hymnen von Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus wird stets die Terminologie von "Gurmat" benutzt.

Gurmat lehrt, wie die höchste Illumination der Seele - die Verschmelzung von der Individual Seele mit der kosmischen All Seele des Schöpfers zu erreichen ist. Die Konzentration liegt hierbei in der inneren Hingabe und der praktizierten Spiritualität, dem "Gurmat Weg" der Sikh Gurus zu folgen.

Der Sikh Glaube wird als Gurmat Marga und Gurmat Rah definiert. Der Sikh Panth ist als Gurmukh Panth, Gursikh Panth, Nirmal Panth und ab 1699 als Khalsa Panth, bekannt. Resolutionen, die der Sikh Panth in der Gegenwart des Siri Guru Granth Sahib verabschiedet, werden als Gurmatta bezeichnet. Die Sikh Doktrin findet ihre höchste Erfüllung im Herzen und in der Seele des Sikh Panth.

* Nicht ein einziges Mal erscheint das Wort "Hindu-mat", "Sant-mat", "Nirgun-mat", "Nirgun-mat Sampardaye" für den Sikh Weg des Lebens im Siri Guru Granth Sahib, im Sri Dasam Granth, in den kanonisierten Sikh Schriften und Werken von Bhai Gurdas und Bhai Nand Lal, noch findet man diese in den Rehat Name von den Sikh Gurus und Ihren Gursikhs.

Einer der ersten, der diesen Trend erkannte, was McLeod und die christlichen Missionare mit ihrem Institut beabsichtigten, war Justice Gurdev Singh

..."the scholars who are working in the Department of Sikh Studies have not cared to rebut or even examine his thesis and place before the people the correct picture and real facts. This neglect has already resulted inconsiderable harm"...

Professor Noel Q. King schreibt:
“Whatever Dr. McLeod intended, many readers will ask his books the wrong questions and get the wrong answers. The books to an uninitiated reader seem to reiterate the notion that a great amount of such belief appears to be based on uncritical religiosity. The reader seeking the well-springs of what Sikhism will not be assisted. Nowhere in these books is there an attempt to tell what it is. The reader wishing to know about the heart of Sikhism will turn to these books and be offered a meticulously and exhaustively carried out drills in certain methods of Western criticism. Such reader’s desires and the purpose of the book differs. The reader will hardly be able to understand the true import of what is being said unless he or she possesses a background knowledge of the history of criticism.”

McLeod bestätigt, dass die Ansichten in seinen Büchern seine "eigenen Meinungen" darstellen. Er und die Batala-Berkely-Toronto Gruppe der christlichen Missionare lehnten zudem jede Diskussion über ihre religionswissenschaftlichen Thesen ab.

Gelehrte beschreiben dieses Phänomen als “Linguistic autocracy” und "Linguistic despotism".

Sri Aurobindo schreibt in seinem berühmten Werk "The Foundations of Indian Culture":

"There are many eminent scholars belonging to this category of “sympathetic and discerning” writers on Sikhism who are greatly respected and frequently quoted in authentic works on Sikhism. The names of these scholars are well known to all serious students of Sikhism. The second category is of "hostile critics" who are convinced of the inferiority of the culture in question, who gives plainly and honestly without deliberate overcharging what they conceive to be sound reason for their judgement... But "hostile criticism" to be of any sound value must be criticism, not slander and false witness, not vitriol-throwing; it must state the facts without distortion, preserve consistent standards of judgement, observe a certain effort at justice, sanity, measure."
(Quelle: Sri Aurobindo, The Foundations of Indian Culture, p. 43 - 45)

McLeod begann seine christliche Missionarsarbeit und Lehrtätigkeit 1958. Er verstarb im Jahr 2009. In seinen über 30 veröffentlichten Büchern und Essays hat er den Sikhismus in seiner Authentizität und Gesamtheit nicht wiedergegeben. McLeod's Arbeiten sind in Fachkreisen umstritten und kontrovers.

Die Geschichte der Sikhs ist eine Entfaltung der Philosophie, die sie gepredigt haben. Es ist daher notwendig, die Lehre und das Wissen des Gurus (Gurmat) bei der Interpretation von Ereignissen im historischen Kontext zu berücksichtigen und mit einfließen zu lassen.

Weitere westliche Autoren, wie McGregor, John Kaye, George Foster, Malcom, John Malcom haben ihre Sicht und Analysen über den Sikh Glauben und die Sikh Geschichte veröffentlicht.
McGregor publizierte 1847 seine Geschichte über die Sikhs, beginnend mit Satguru Nanak Dev bis zur Eroberung von Kangra durch die Briten. Nach John Kaye war dieses Werk eine unscheinbare Leistung, eine Übertragung der Geschichte auf einen Bestand persönlicher Erzählung, die die Vitalität beider Komponenten in sich auflöst.
George Foster stellte eine detaillierte Bestandsaufnahme über die Sikhs in einem Brief von 1783 zusammen. Der spätere John Malcolm wurde für seinen Sketch of the Sikhs bekannt. Malcom kam 1805 in den Punjab und sammelte eine Reihe von Informationen über die Sikhs. Das Material, das er zusammenstellte, beinhaltete eine Kopie des Adi Granth, einige persische Bücher und Referenzen, den Dasam Patshah ka Granth, Varan von Bhai Gurdas, die Janam Sakhi von Bhai Bala Ji. Malcom wurde von dem Nirmala Sikh Gelehrten - Atma Ram in seiner Arbeit unterstützt. "Sketch of the Sikhs" zählt zu einer bekannten Referenzquelle über die Geschichte, Kultur und den Glauben der Sikhs.

Max Arthur Macauliffe, Duncan Greenless, Professor AJ. Toynbee, und weitere Autoren haben sich ausführlich mit dem Sikh Glauben und der Kultur der Sikhs beschäftigt. Duncan Greenless schreibt in "The Gospel of the Guru Granth Sahib":

The Sikh religion, has never been a philosophy of books, of theorists, but a discipline of Life, an ideal of brotherhood inspired by passionate devotion to the Highest. Guided by the example of the Guru's own life and interpreted with life history of the Guru Khalsa Panth. Sikh History cannot be divorced from Sikh philosophy; it is its very life-blood.
The Sikh is not a Hindu or a Muslim; he is the disciple of the One Eternal Guru of the world; and all who learn from Him are truly Sikhs and must not corrupt his teachings with the confused utterances of the men who live among them and around. Sikhism is not disguised Hindu sect, but an independent revelation of the one Truth of all sects; it is no variant of Muslim teachings, save in that, it too proclaims the love of God and the need for men to hold Him always in their heart. It too is a distinct religion like the other great religions of the world.
The: Gospel of Sri Guru Granth Sahib, p. 21.

Zu den Sikh Autoren des 20./21.Jahrhunderts zählen u.a. Dr. Gopal Singh, Khuswant Singh, Dr. Sangat Singh, Dr. Balbir Singh, Dr. Jodh Singh, Prof. Dr. Trilochan Singh, Sirdar Kapur Singh, Prof. Puran Singh, Dr. Aulakh Singh, Balbir Singh, Prof. Sahib Singh, Gurdev Singh, Ganesha Singh, Khazan Singh (History of the Sikh Religion 1914), Kahn Singh, Karam Singh, Dr. Kirpal Singh, Kharak Singh, Seva Singh, Randhir Singh, Baba Mit Singh und viele mehr; sie alle haben wichtige Beiträge, Bücher und Essays zur Guru Periode, der Entstehung der Sikh Religion, ihrer Kultur und Geschichte veröffentlicht.

Bekannte Sikh Autoren und Gelehrte des 20./21. Jahrhunderts stellen fest, dass eine Anzahl von westlichen Autoren und Religionswissenschaftlern die Entstehung des Sikh Glaubens entweder als eine Antwort auf die sozialen, politischen und religiösen Umstände und Instabilitäten Indiens darstellen oder sie weisen auf den reformatorischen Charakter des Sikh Glaubens hin, der nach ihrer Ansicht darauf abzielte, die positiven Elemente aus dem Hinduismus und Islam zu vereinen (Synkretismus). In einem Synkretismus müssten sowohl Praktiken oder Doktrinen beider Glaubensrichtungen vorhanden sein, was aber im Sikh Glauben nicht der Fall ist. Diese Autoren stellten u.a. die These auf, daß der Sikh Glaube aus der hinduistischen Bhakti Bewegung abstammen könnte und damit als eine Untergruppierung des Hinduismus anzusehen sei etc.

Die Heiligen Bhagats, die mit in den Siri Guru Granth Sahib aufgenommen wurden, heben sich deutlich von den Anfängen ihrer traditionellen (hinduistischen) Bhakti Bewegung ab. Sie waren im Einklang mit der Lehre der Sikh Gurus von dem "Einen universellen Schöpfergott", nur diesen Einen transzendentalen Schöpfer haben die Bhagats "besungen, verehrt, angebetet, auf Seinen Namen meditiert und gedient." Diese Bhagats haben die kosmische All-Seele des Schöpfers, die Essenz der höchsten Einheit und Wahrheit, wahrgenommen und realisiert. Mit dieser Realisierung wurde die Anbetung, das Besingen von hinduistischen Einzel-Göttern und das Ausführen von Ritualen vollständig aufgegeben. Der Sikh Glaube lehnt die Anbetung von Göttern und leeren Ritualen strikt ab.


The earlier writings of these saints (Bhagats) and mystics were not included in the Guru Granth. Only the later writings, which were written in the highest state of illumination were accepted by the Gurus. In these writings, these saints and mystics have virtually repudiated their earlier thoughts and turned away from them.
(Quelle Prof. Dr. Trilochan Singh)

In einigen Rezensionen und Analysen wurde es versäumt, die Originalität, die Vision und Mission von Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus in ihrer Tiefe und Ganzheit zu verstehen und die Gurmat Lehre umfassend authentisch wiederzugeben.
Wertvolle traditionelle Sikh Quellen, Persische Quellen und Nicht-Indische Quellen wurden oft nicht berücksichtigt oder ignoriert.

  • 1. Der Sikh Glaube ist nicht als eine Reformbewegung entstanden, noch ist er eine Synthese aus Islam und Hinduismus. Er verbindet auch nicht die positiven Elemente der Hindu Religion mit dem des Islams, sondern stellt die zeitlos, ewig-gültigen universellen Werte des Göttlichen dar - offenbart in der Gurmat Lehre von Satguru Nanak Dev und im Siri Guru Granth Sahib.
    Der Sikh Weg des Lebens ist ein distinkter, in sich eigenständiger Glaube, der sich spirituell, ethisch, sozial-gesellschaftlich und politisch klar definiert und sich von den Praktiken und Doktrinen des Hinduismus und Islam grundlegend unterscheidet.
    Der Sikh Glaube basiert ausschliesslich auf den göttlichen Erfahrungen, Lehren und Anweisungen der zehn Sikh Gurus, Ihrer Gurmat Lehre, dem offenbartem Wort Gottes/Gurus, der Gurbani - manifest im Siri Guru Granth Sahib und den Sikh Schriften. Die Legislatur der Sikh Gurus ist für alle Zeiten im Guru Khalsa Panth präsent.
  • 2. Der Sikh Glaube ist nicht das Produkt von Umständen einer bestimmten Situation in einer historischen Epoche. Der Sikh Weg des Lebens wurde nicht kreiert, um andere Kulturen und deren Glaubenswerte abzulehnen, noch diese zu unterdrücken oder sie zu bekämpfen. Die Sikh Gurus haben sich gegen Unrecht, Unterdrückung und Zwangskonvertierung eingesetzt und damit unweigerlich die damaligen Systeme herausgefordert. Satguru Nanak Dev's Botschaft handelt stets von der universellen, höchsten und unsterblichen Wahrheit, von der Liebe und Verehrung Gottes - von Naam. Sie handelt von der Befreiung der Individual Seele, vom Eins werden mit der kosmischen All-Seele des transzendenten Schöpfers. Die Sikh Lehre betont stets die Einheit und erinnert die Menschenseelen an ihre Verpflichtung zur Humanität und Brüderlichkeit und mit welchem Sinn sie auf Erden gekommen sind. Aufrichtigkeit, Respekt, Toleranz, Frieden, Mitgefühl, Vergebung, Brüderlichkeit und Nächstenliebe zu praktizieren, bilden wichtige Grundpfeiler in der Gurmat Lehre der Sikh Gurus. Diskriminierung auf der Basis von Herkunft, Geschlecht, Glaube und Bildung lehnt der Sikh Weg des Lebens ab.
  • 3. Satguru Nanak Dev's Glaube lehrt, wie sich die Individual Seele aus der Herrschaft der Maya, der temporären illusorischen Erscheinungswelt, den fünf Dieben - Lust, Wut, Gier, emotionale/materielle Anhaftung und Egoismus befreien kann und wie die Dualität des Geistes überwunden wird. Alle Probleme, Kummer, Sorgen und Schmerzen, die die Menschenseele in ihrem Leben durchläuft, haben ihren Ursprung in der temporären Erscheinungswelt der Maya - in der Dualität. Sie sind aus den karmischen Handlungen des Geistes entstanden.
    Wenn sich der Geist mit der Existenz und Realität Gottes, mit Waheguru Naam und dem Wort Gottes/Gurus verbindet, geschieht die positive Transformation des Geistes schrittweise und evolutionär. Die konstante Verbindung mit Waheguru Naam und Gurbani führt die Individual Seele auf den Weg zur Realisierung, zur Vereinigung mit dem Ursprung allen Seins. Die Sikh Lehre ist universell relevant - einzigartig in sich distinkt, für alle Zeitalter, in allen Situationen, für alle Menschen geeignet und offen. Die kraftvolle Botschaft der Gurbani ist ewig gültig und lebendig. Sie erzählt von der tiefen Liebe, Freude und Hingabe zu Gott, von der Transformation und Befreiung der Seele durch Naam und dem Wort des Shabad. Gurbani erzählt von all' den Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten, die der menschliche Geist und die Menschenseelen seit Äonen durch die Illusion der Trennung zu Gott durchlaufen und kultiviert hat. Sie lehrt, wie diese verlorengegangene Einheit, die unbegrenzte Liebe, Freude, Frieden, Stille und Freiheit ist, "zurück erobert" werden kann. Gurbani offenbart dem menschlichen Bewußtsein das göttliche Licht von Wahrheit, Wissen und Selbst-Erkenntnis; geprägt von der Entwicklung bedingungsloser Liebe, Hingabe, Frieden, Demut, dem Wunsch nach Transformation, Vergebung, Opfer, selbstlosem Dienst, Angstlosigkeit, Mut, Rechtschaffenheit, Ethik, Humanität und Brüderlichkeit. Der Sikh Glaube ist ein Lebens- und Glaubensweg, der in perfekter Harmonie mit der Umwelt und den Naturgesetzen des Einen allmächtigen wundervollen Schöpfers - Akaal Purakh Waheguru steht. Er richtet sich nach dem Willen Gottes, nach Seinem Hukam. Der Sikh Weg des Lebens ist eine "ganzheitliche Lebensreligion", die Dogmen und Gegensätze auflöst. Sie betont die Einheit und erkennt keine Dichotomie zwischen dem spirituellen und zeitlichem Leben.
  • 4. Alle Sikh Gurus sind eins im Licht mit Satguru Nanak Dev, der das manifeste göttliche Licht von Akaal Purakh Waheguru auf Erden war. Satguru Nanak Dev und die nachfolgenden Sikh Gurus haben dieselbe Philosophie gelehrt. Dieses Eine göttliche Licht hat sich in den zehn Sikh Gurus manifestiert und ist im Ewig-lebenden Guru - dem Siri Guru Granth Sahib verkörpert. Das gesamte sichtbare Universum, alle Manifestationen und Kreationen sind aus der transzendentalen All-Seele des Einen wundervollen Schöpfers - Ik Oankar - hervorgegangen. Dieses göttliche Licht des Schöpfers ist in allen Kreationen und Lebewesen anwesend. Der Schöpfer ist in Seinen gesamten Schöpfungen allgegenwärtig und wacht über sie.
  • 5. Die Doktrin von Miri-Piri der Saint-Soldier Philosophie wurde bereits von Satguru Nanak Dev gepredigt und in Seiner sechsten Form von Guru Hargobind Sahib manifestiert. Der zehnte Nanak, Guru Gobind Singh, hat dieses Konzept im Guru Khalsa Panth als eine ewige Realität erschaffen. Es gibt hier keine Trennung, sondern einen flieẞenden Übergang im Wirken der Mission der zehn Sikh Gurus auf Erden.

Viele Weltbücher und Enzyklopädien geben oft ein unzureichendes oder sogar inkorrektes Bild über den Sikh Glauben und die Sikh Geschichte wieder.
Religiöse, kultur-ideologisch und politisch motivierte Faktoren spielen dabei eine nicht unbedeutende Rolle. Es wurden Historiker und Gelehrte "engagiert" oder schlossen "Synergien", um die Arbeit von "distorting Sikh history" zu übernehmen. Die wichtige Rolle der Sikhs in 1857 und der Freiheitskampf um Indien, wo 80% der Sikhs das militärische Kontingent für die Unabhängigkeit Indiens stellten, findet in den offiziellen Angaben der Geschichtsbücher in Indien keine Erwähnung.

Da die Gurmat Lehre der Sikh Gurus für den praktizierenden Sikh eine zutiefst lebendige ist und die Sikh Tradition durch den Guru Khalsa Panth aufrechterhalten wird, sind dies alles nur Phänomene, die an der Oberfläche der vergänglichen Erscheinungswelt (Maya) stattfinden.

Prof. Dr. Trilochan Singh:

They (the Sikhs) have faced many repression in the past and they will face oppression in the future but They will never allow the Flame of their Faith in God and their Sikh Gurus and the Light of Consciousness of His divine protection and support fade out of their hearts and souls. They have the abiding assurance of the Eternal Guru and God, that This Light shall survive in its pristine Glory through the darkest hours of personal, national and world catastrophes.

Waheguru ji ka Khalsa - Waheguru ji ki Fateh