Janam Sakhis - Sikh Quellen

Sikh Quellen

Es gibt eine Anzahl von Janamsakhis, die die Lebensereignisse von Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus schildern. Die Puratan Janamsakhi, bekannt als Vilayatwali Janamsakhi ist eine der frühen Aufzeichnungen über Satguru Nanak Dev. Das Original Manuskript wurde von den Engländern mitgenommen und befindet sich seitdem in der India Office Libary, UK. Es ist durchaus möglich, dass dort historische Veränderungen vorgenommen worden sind. Die Meharban Janamsakhi wurde von Meharban, dem Sohn von Prithi Chand verfasst. Prithi Chand war der Sohn des vierten Sikh Gurus. Er hegte eine lebenslange Feindschaft und Eifersucht gegenüber seinen jüngsten Bruder Guru Arjan Dev, der anstelle von Prithi Chand, die Guruschaft von Guru Ram Das erhielt. Prithi Chand verbündete sich mit den Gegnern der Gurufamilie. Sein Sohn Meharban verfasste und änderte Hymnen und Verse der Sikh Gurus ab. Sie ernannten sich selbst "parallel" zu Sikh Gurus. Es heisst, dass Meharban ebenfalls das Geburts/Erscheinungsdatum von Satguru Nanak Dev - von Monat Katak auf den Monat Sudi (April) 1469 änderte. Viele führende Historiker, Taksals und Sampardai´s lehnen die Janamsakhi von Meharban ab, aufgrund der historischen Tatsache, dass Prithi Chand und sein Sohn Meharban eine lebenslange tiefe Missgunst und Eifersucht gegenüber Guru Arjan Dev Ji pflegten und Prithi Chand sogar versuchte, Guru Hargobind Sahib, den Sohn des fünften Gurus zu vergiften. Dennoch stützten sich bis heute (wenn auch nur wenige) Vertreter und Historiker auf die Janamsakhi von Meharban.

Die Janamsakhi von Bhai Bala Ji ist die populärste Janamsakhi von allen. Bhai Bala Ji war ein Zeitzeuge und Weggefährte von Satguru Nanak Dev´s. Bhai Bala Ji wurde vom zweiten Sikh Guru, Guru Angad Dev beauftragt wurde, die Janamsakhi des ersten Sikh Gurus zu verfassen. Bhai Paira Mokha Ji half Bhai Bala Ji dabei. Kritiker dieser Janamsakhi schreiben, dass Bhai Bala Ji in der erwähnten Puratan Vilayatwali Janamsakhi, die von den Engländern mit nach UK genommen wurde, nicht erwähnt wurde. Das ist weder ein Grund noch ein Indiz, die Authentiziät der Janamsakhi von Bhai Bala Ji infrage zustellen.

Bhai Gurdas diente insgesamt 4 Sikh Gurus. In seinen Varan gibt Bhai Gurdas sehr detaillierte Informationen und Beschreibungen über Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus. Dieses Werk ist der Schlüssel, den Siri Guru Granth Sahib und die tiefe Philosophie der Sikh Religion zu verstehen. Seine Werke gehören zu den wichtigsten und authentischen Aufzeichnungen über Satguru Nanak Dev, den Sikh Gurus und den Grundlagen und der Philosophie der Sikh Religion. Bhai Mani Singh`s Janamsakhi ist von Bhai Mani Singh verfasst, Krieger, Sikh Theologe und Märtyrer in der ersten hälfte des 18. Jahrhunderts, basierend auf Bhai Gurdas ersten Var und die Informationen, die Bhai Mani Singh hatte. Bansawali Nama wurde 1769 von Kesar Singh Chhibbar verfasst und wird unter Historikern in einigen Punkten als kontrovers betrachtet. Kesar Singh schreibt bzgl. eines Verwandtschaftsgrades, dass Mohan der Enkelsohn von Guru Amar Das gewesen sei, was nicht zutrifft. Gurbilas Patshahi Dasvin von Bhai Sukha Singh, beschreibt das Leben von Guru Gobind Singh, dem zehnten Sikh Guru. Der Autor lebte in Sri Anandpur Sahib und befasst sich in dieser Schrift mit dem Leben des zehnten Sikh Gurus und dem Guru Khalsa Panth.

Mehma Parkash Vartak - dieses Manuskript ist im Khalsa College in Amritsar präserviert. Es wurde von Akali Kaur Singh entdeckt, der Autor ist Bawa Kirpal Singh. Mehma Parkash Vartak beschäftigt sich mit dem Leben der zehn Sikh Gurus. Mehma Parkash Kavita von Sarup Das Bhalla wurde im Jahr 1776 verfasst und gibt einen Überblick über das Leben der zehn Sikh Gurus. Das Werk wurde in Benares begonnen und in Amritsar fertiggestellt. Parchlan Sewa Das Parchi bedeutet "Notiz". Dieses Werk von Parchlan Sewa Das, einem Zeitzeugen und Verehrer von Guru Gobind Singh, beinhaltet eine Sammlung von Episoden aus dem Leben der Sikh Gurus. Die ersten acht Sakhis, beschreiben die ersten acht Sikh Gurus (von Satguru Nanak Dev bis Guru Harkrishan), die nächsten 4 Sakhis beschäftigen sich mit dem Leben von Guru Tegh Bahadur und die folgenden 38 Sakhis sind dem Leben des zehnten Sikh Gurus, Guru Gobind Singh, gewidmet.

Sakhi Pothi gibt einen Einblick über die Reisen von Sri Guru Tegh Bahadur, dem neunten Sikh Guru und Guru Gobind Singh, dem zehnten Sikh Guru in der Malwa Region (cis-Satluj Gegend). Der Autor ist nicht bekannt, aber von der Sprache, die benutzt wurde, gehen Historiker davon aus, dass der Verfasser aus dem Gebiet des Satluj´s entstammen musste. Dieses Pothi wurde von Sir Attar Singh von Bahadur ins Englische übersetzt und 1876 publiziert. Es beinhaltet insgesamt 120 Sakhis (Geschichten/Ereignisse) über die Reisen des neunten und zehnten Sikh Gurus.

Sri Gurpartap Suraj Granth ist das Quellenverzeichnis der Sikh Historie. Dieses monumentale Werk wurde von Bhai Kavi Santokh Singh in Braj Vers unter der Patronage von Bhai Udhe Singh, dem Sikh Führer des Kaithal Staates verfasst und wurde im Jahr 1843 fertig gestellt. Das Werk ist auch als Suraj Parkash bekannt. Das Werk beschäftigt sich im Detail mit dem Leben des zweiten Sikh Gurus, Guru Angad Dev bis zum zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh. Der Sri Gurpartap Suraj Granth nimmt einen sehr wichtigen historischen Stellenwert in der Sikh Historie ein.

Nanak Parkash Die Janamsakhi über Satguru Nanak Dev wurde 1823 von Bhai Kavi Santokh Singh veröffentlichtund enthält 130 Kapitel. Das Werk basiert u.a. auf die Janamsakhi von Bhai Bala Ji und beschreibt das Leben von Sri Guru Nanak Dev. Nanak Parkash gibt den Monat Katak Okt./Nov. 1469 als Erscheinungsdatum für Satguru Nanak Dev auf Erden an. Dieses Werk gehört zu den grundlegenden und populärsten Werke und wird weltweit in den Gurudwaras rezitiert.

Persische Quellen während der Zeit der Sikh Gurus

I. Dabistan-i-Mazahib (Schule des religiösen Lernens - auch als Schule des Benehmens bekannt), veröffentlichte 1787 ein Manuskript über die verschiedenen Religionen und Glaubensgemeinschaften. Diese Schrift wurde von Sir William Jones, dem Gründer der Asiatischen Gesellschaft von Kalcutta (Asiatic Society of Calcutta (Kolkatta) veröffentlicht. Der Autor beschreibt in dieser Schrift Religionen u.a. die Magians, Hindus, Nazareans und Muslime und noch viele weitere Glaubensgemeinschaften. Seine Beschreibungen basieren auf eine möglichst unparteiische Rezension. Um über die Sikhs zu schreiben, kontaktierte der Autor Sri Guru Hargobind, den sechsten Sikh Guru, in der ersten hälfte des 17. Jahrhunderts.

Auszug aus Dabistan:

Sri Guru Hargobind in his letter to the chronicler refers to himself by the title of Nanak, who is the spiritual head of this faith. He (chronicler) saw him at Kiratpur in the year one thousand fifty three (Hijri Kalender) 1643-1644.

Dabistan stellt wichtige Informationen über die frühe Sikh Geschichte und das Leben der Sikh Gurus zu Verfügung - im speziellen verfügt Dabistan über "zeitgenössische Informationen, Daten und Fakten" über den sechsten und siebten Sikh Guru, Sri Guru Hargobind und Sri Guru Har Rai.

Die Einheit Gottes hat eine signifikante Bedeutung im Sikh Glauben. Der Autor schreibt hierzu:

In short the disciples of Nanak condemn idol worship. Their belief is that all their Gurus are Nanak as had been said. They do not recite mantras of the Hindus. They do not venerate their temples or idols nor do they esteem their avataars. They have no regard for Sanskrit, which according to Hindus is the language of the angels (gods). During the time of the Mahal (Gurus), the number of Sikhs increased till in the reigns of Sri Guru Arjan Dev Mal, they became numerous and there are not many cities in the inhabited countries where some Sikhs are not to be found.

II. Akbar Namla Die Geschichte von Akbar von Abdul Fazal 1551-1602. Abdul Fazal, war der offizielle Geschichtsschreiber des Mogulherrschers Akbar gewesen. Er verfasste u.a. Ain-i-Akbari und Akbar Namla, seine Werke zählen zu den historisch bedeutenden Quellen. Abdul Fazal war ein Zeitgenosse von Guru Arjan Dev, dem fünften Sikh Guru. Der Autor beschreibt in Akbar Namla, dass der Mogulkaiser Akbar Guru Arjan Dev in Goindwal besuchte.

On the thirteenth of the month of Azar (24. November 1598). His Majesty crossed the river Beas near Goindwal and the victorious army crossed by the bridge. On that day, the sanctuary of Sri Guru Arjan Dev was freshly illuminated by the Imperial Presence. Through generations past, he - Sri Guru Arjan Dev was a religious leader and he had abundant discipleship. Since his desire was actuated by sincerity, it was accepted.

Weitere Quellen folgen in Kürze