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Das November Sikh Massaker - Sikh Genozid 1984

Nachdem das höchste Heiligtum der Sikhs im Juni 1984 in Amritsar zerstört wird und tausende Zivilisten dabei getötet werden, wird die Premierministerin Indira Gandhi von ihren zwei Sikh Leibwächtern, Beant Singh und Satwant Singh, erschossen. In einem Geheimtreffen wird ein 3-Tage lang andauernder Progrom gegen die Sikh Bevölkerung organisiert. Nach 34 Jahren spricht der Oberste Gerichtshof sechs der Hauptverantwortlichen des Sikh Massakers von 1984 schuldig und verhängt eine lebenslange Haftstrafe. In ganz Indien werden Sikhs angegriffen, einige der schlimmsten dokumentierten Attacken finden in der Hauptstadt Neu Delhi statt. In Delhi werden mehr als 3.100 Sikhs innerhalb von 3 Tagen getötet. Die Zahl der getöteten Sikhs ausserhalb von Delhi soll laut Quellen bei weit über 20.000 liegen. Jeder Sikh konnte aufgrund der Tada Gesetze von 1985 aussergerichtlich auf Verdacht hin von der Polizei festgenommen, gefoltert und/oder getötet werden.

Ram N. Kumar beschreibt die Natur der Organisation dieser Pogrome:

Früh am nächsten Morgen wurden Horden von Mobs aus den Vororten Delhi's an verschiedene Stellen der Stadt transportiert, wo sich grössere Teile der Sikh Bevölkerung befanden. Die Mobilisierung deutete auf eine Unterstützung und Organisation mit immensen Ressourcen hin. Die kriminellen Gruppen trugen primitive Waffen bei sich... und brennbare Materialien, inklusive Kerosin zur Brandstiftung. Ihnen wurden ebenfalls Listen zur Verfügung gestellt, auf denen die Häuser und Geschäfte von Sikhs in den verschiedenen Gegenden vermerkt waren. Die Regierung kontrollierte den Fernsehsender Doordarshan und den Radiosender All India Radio, und begann mit der Ausstrahlung von provokativen Slogans, wie "khoon ka badla khoon se lenge (Blut für Blut)."

Jede dieser Mob-Gangs von ca. 200-300 Männern, geleitet von einem Anführer, begannen in die Häuser der Sikhs auszuschwärmen, um Sikh Männer, Sikh Frauen und Kinder umzubringen. Sikh Männer wurden an Reifen gefesselt, die mit Kerosin in Brand gesetzt wurden. Der Mob brannte die Häuser und die Geschäfte der Sikhs nieder, nachdem sie vorher geplündert wurden, während die Polizei unbeteiligt das Geschehen beobachtet.

Associate of Rajiv Gandhi and former MP Arun Nehru ... ensured that 6000 Sikh policemen were disarmed and sent home from active duty in the afternoon of October 31, 1984. He was later rewarded as Minister of Internal security.
(Quelle: Sikh Education Council, Top 10 Architects of 1984 Sikh Genocide, Sikh24.com, Singh Station)

Dem bekannten Schriftsteller Khushwant Singh wurde klar:

Wie sich die Juden in Nazi Deutschland gefühlt haben müssen.
Das Töten nahm Proportionen eines Genozids der Sikh Bevölkerung an.

Sikh Genocide 1984 November Delhi
Online Exhibition über den Sikh Genozid im Jahr 1984

Der Sikh Education Council, UK hat eine Online Exhibition über den Sikh Genozid von 1984 veröffentlicht. Die National Sikh Youth Federation (NSYF) hat über den Sikh Genozid eine Ausstellung in England veranstaltet, die u.a, im Haus des Parlaments zu besichtigen war.

It showcased the events that led up to the 1984 Sikh Genocide in a never before seen light, highlighting the way in which Sikhs have challenged social injustice and tyranny throughout most of their short existence. The exhibition was launched from the Houses of Parliament, London in October 2012 where it received much adulation from MPs and Councillors alike. The NSYF team then took the exhibition across the UK visiting major cities such as Leeds, Glasgow, Cardiff and Birmingham over the course of 10 weeks.

***Candle in the Dark - an Exhibition about the Sikh Genocide | Click here to read

***The Exhibition Guide | PDF download

***Sikh Education Council - When a tree shook Delhi Online Exhibition | Click here to read

Karte von getöteten Sikhs in Indien

Offizielle und inoffizielle Zahlen von getöteten Sikhs in Indien.

Remembering 1984 Giani Puran Singh




Indian Express - Eyewitness Darshan Kaur

Die Zeit nach 1984

Die Zeit nach 1984 war gekennzeichnet durch religiöse und ethnische Verfolgungen gegenüber Sikhs. Aber auch das Aufkommen von militanten Sikh Bewegungen. Ram Narayan Kumar ein bekannter Researcher und Co-Founder des Committee for Coordination on Disappearances in Punjab (CCDP) stellte sorgfältige Nachforschungen zu der Situation an. Er publizierte eine Anzahl von Dokumenten:

  • The Sikh Struggle: Origin, Evolution and Present Phase
    (Chanakya Publications, Delhi, 1991)
  • Confronting the Hindu Sphinx (Ajanta Publication, New Delhi, 1991)
  • The Sikh Unrest and the Indian State: Politics, Personalities and Historical Retrospective (Ajanta Publications, New Delhi, 1997)
  • Four Years of the Ceasefire Agreement between the Government of India and the National Socialist Council of Nagalim
  • Promises and Pitfalls (Other Media Communications, New Delhi, 2002)
  • India’s Constitutional Discourse: Some Unanswered Questions
  • Rights Guarantees and Judicial Wrongs: Arguments for an Appraisal in Recasting Indian Politics, ed. Paul Flather (Palgrave, London)
  • Critical Readings in Human Rights and Peace (Shipra publications, New Delhi, 2006.)
  • Terror in Punjab: Narratives, Knowledge and Truth (Shipra Publications, Delhi, 2008).
  • ‘Reduced To Ashes’, a compilation of about 600 cases of human rights violations in the state.

This report prompted the National Human Rights Commission to take cognizance of the large scale custodial disappearances and deaths in Punjab during that decade (Anjuman Ara Begum).

Das Gerichtsurteil nach 34 Jahren

Nach 34 Jahren, im Dezember 2018, verhängt das Höchste Gericht in Delhi eine lebenslange Haftstrafe für sechs der Hauptverantwortlichen des November Massakers von 1984:

Sajjan Kumar, Mahinder Yadav, Krishan Khokhar, Balwan Khokhar, Captain Bhagmal, Girdhari Lal.
The Delhi High Court in its judgement said:
The large scale rioting, mob violence, arson plunder, genocide and looting has been duly proved and established.... the mass killings of Sikhs in Delhi and elsewhere in November 1984 were in fact Crimes against humanity. They will continue to shock the collective conscience of society for a long time to come... A majority of the perpetrators of these horrific mass crimes, enjoyed political patronage and were aided by an indifferent law enforcement agency."
(Quelle: Delhi High Court, December 2018)

When a tree shook Delhi

Es war eine lange und erschwerliche Reise für die Überlebenden, Familienangehörigen und für all' diejenigen, die sich für die Opfer und Hinterbliebenen von 1984 einsetzten. Zu ihnen zählt u.a. der Senior Advocate des Delhi High Courts, Bhai H.S. Phoolka. In einem Interview mit ThePrint sagt der Anwalt:

This case has been very close to me.
This judgement is a historic document. It takes note of how for 34 years, the wheels of justice were impeded at each and every stage. These powerful people didn't allow the Law to move on, the judical system to move on.
(Quelle: ThePrint, Sikh24.com)

Phoolka war 28 Jahre alt, als das Sikh Massaker 1984 stattfand. Er fuhr seine schwangere Frau auf dem Motorrad nach Hause. Der Mob machte das Haus von Phoolka ausfindig. Der Vermieter, ein Hindu, versteckte die beiden zwei Tage lang bei sich im Vorratsraum. Von da aus flohen die Phoolkas nach Chandigarh. Im 'Farsh Relief Camp' wurden die Waisenkinder, Witwen und Verwundeten untergebracht, hier unterstützte das Ehepaar die Opfer. Harvinder Singh Phoolka veröffentlichte 2001 die erste Webseite zu dem Thema www.Carnage84.com. Als Anwalt hat er die Betroffenen von 1984 juristisch ohne Entgelt vertreten. Er ist gemeinsam mit Manoj Mitta Autor von dem Buch When a tree shook Delhi - The 1984 Carnage and its Aftermath (Manoj Mitta, H.S. Phoolka).

Weitere Informationen, Bücher und Manuskripte zu 1984 finden Sie in der Sikh Online Bibliothek
SIKH LIBRARY

Quellen: Kommissionsberichte, High Court Delhi, massviolence.org, Menschenrechtsreporte, Basics of Sikhi, Sikh Education Council, SF Page etc.

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